{"id":10442,"date":"2017-11-13T23:29:51","date_gmt":"2017-11-13T22:29:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=10442"},"modified":"2024-05-16T19:09:57","modified_gmt":"2024-05-16T17:09:57","slug":"fur-angency-pelzagentur-neozoon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/fur-angency-pelzagentur-neozoon\/","title":{"rendered":"Fur Angency (Pelzagentur) NEOZOON"},"content":{"rendered":"<p>Ausstellung im B?renzwinger Berlin &#8211; Neozoon<\/p>\n<p><em><!--more--><\/em><\/p>\n<p>Am Freitag, den 11. November 2017 regnete es in Str?men. Die Besucher konnten schon vorher in den B?renzwinger betreten, so konnten sie im Trocknen warten. Neugierig schauten sie sich um.<\/p>\n<p>Schon vor der offiziellen&nbsp; Er?ffnung, hatte ich die M?glichkeit mit den beiden K?nstlerinnen von NEOZOON ins Gespr?ch zu kommen. Sie waren ?berrascht, dass wir einige Ihrer Werke schon kannten.&nbsp;<\/p>\n<p>P?nktlich 19:00 Uhr wurde die Ausstellung in Anwesenheit der K?nstlerinnen er?ffnet. Die Begr??ung erfolgte durch die Fachbereichsleiterin Kunst und Kultur, Frau Dr. Ute M?ller-Tischler. Die beiden Kuratoren Anne H?lck und Sebastian H?ger stellten die K?nstlerinnen vor und sprachen von dem inhaltlichen Aspekt der Ausstellung, der sich in die verschiedenen Bereiche, die sich erg?nzen, teilt. Im Eingangsbereich, dem Refugium der ehemaligen Tierpfleger sind auf einem Monitor Bilder aus weltweiten B?rengehegen zu sehen. Sind sie den Bed?rfnissen der B?ren gerecht? Der Betrachter kann sich eine eigene Meinung zu den Gehegen machen.<\/p>\n<p>In den dunklen Innengehegen der B?ren liegt eine neue Spezies ?Das Manteltier? und wurde zuvor im B?renzwinger noch nicht gesichtet. Es stammt von ausrangierten Pelzm?nteln, die sonst vernichtet worden w?ren. Hier wird dieser Spezies neues Leben eingehaucht und man h?rt leise die Atemger?usche der Manteltiere, verursacht durch eine Mechanik. Man f?hlt sich, als ob die B?ren wieder da w?ren, obwohl jedem bewusst ist, dass dem nicht so ist.<\/p>\n<p>Trotz der Dunkelheit konnte man erkennen, dass die ?ppige Vegetation auf den Freifl?chen radikal verschwunden ist. Es sieht aus, wie ein gewollter Kahlschlag. So mag es in den 90er Jahren ausgesehen haben, aber nicht im letzten Jahrzehnt.<\/p>\n<p>Man kam mit Besuchern ins Gespr?ch und Frank Schneider, befreundet mit den K?nstlerinnen fragte mich nach den B?ren aus, die dort gelebt haben. Er erinnerte sich, dass er auch einmal hier war und erst sp?ter erfuhr, dass es dort B?ren gibt. Ein guter Bekannter kannte die B?ren, er wohnte ganz in der N?he. Vielleicht klappt es mit einem Kontakt?<\/p>\n<p>Drau?en befindet sich eine weitere Installation, zwei Spiegel, die reflektieren und die Illusion herstellt man sei selbst im B?renzwinger. Durch den Regen reflektierten die Regentropfen zus?tzlich.<\/p>\n<p>Die K?nstlerinnen versuchen mit ihren Installationen, die Beziehung Mensch, Tier und Umwelt in Einklang zu bringen. Hier ist das Tierfell Akteur und Ausgangspunkt f?r Reaktionen bei den Besuchern. Es l?st beim Betrachten Emotionen aus.&nbsp; Fell ist der Innbegriff von W?rme und Gem?tlichkeit, man m?chte es ber?hren und sich einkuscheln.&nbsp; Schon unsere Vorfahren brauchten Felle zum ?berleben. Das ist heute schon lange nicht mehr n?tig, es gibt andere Produkte als Ersatz. Die Tiere anzuschauen und sie, wenn m?glich zu ber?hren, waren vielleicht auch einige Beweggr?nde die Berliner Stadtb?ren zu besuchen. Sie wurden den Blicken der Besucher ausgesetzt.<\/p>\n<p>Es gibt aber den Unterschied zu Zoo und Tierpark, die Berliner B?ren konnten sich jederzeit den Blicken entziehen, sollten sie sich von den Besuchern bedr?ngt f?hlten. Die Innenr?ume waren immer ge?ffnet, wenn die B?ren drau?en auf der Freifl?che waren. In den gro?en Anlagen zahlen die Besucher Eintritt und wollen die Tiere sehen, deshalb werden die Innenr?ume meist f?r die Tiere gesperrt, wenn sie sich drau?en aufhalten.<\/p>\n<p>Eine weitere Installation ist an den Ausg?ngen platziert. Lautsprecher mit O-T?nen die an den vielen Tiergehegen aufgenommen wurden?<\/p>\n<p>Oh &#8211; sind die s??.<\/p>\n<p>Schaut er nicht aus wie ein riesiger Teddyb?r?<\/p>\n<p>Den m?chte ich mal anfassen?<\/p>\n<p>Ob sein Fell weich ist?<\/p>\n<p>Der B?r ist das gr??te Lands?ugetier.<\/p>\n<p>Was f?r ein wundersch?nes Tier.<\/p>\n<p>Schau nur, wie toll er klettert<\/p>\n<p>Wie geschickt er ist<\/p>\n<p>Wie er mit seinen Ohren alles aufnimmt<\/p>\n<p>Was f?r ein sch?nes Gehege mit viel Wasser<\/p>\n<p>Wie geschickt er eine Apfelsine sch?len kann<\/p>\n<p>Das Gehege ist aber klein<\/p>\n<p>Schau mal, dort kommt der Pfleger und f?ttert den B?ren<\/p>\n<p>Der B?r trauert<\/p>\n<p>Der arme B?r, er ist alleine im Gehege<\/p>\n<p>Der B?r hat sch?ne pl?schige Ohren<\/p>\n<p>Der B?r sieht aus wie mein Teddyb?r<\/p>\n<p>So oder so ?hnlich h?ren sich die Gespr?che der Besucher an vielen B?rengehegen der weltweit an. Die Gespr?che der Menschen ?ber die Tiere fand ich besonders interessant. Man h?rt sie und denkt &#8211; ja, das habe ich so auch schon geh?rt. Manches regt zum Nachdenken an.<\/p>\n<p>Die &nbsp;K?nstler der Gruppe NEOZOON war anfangs zu viert, jetzt nur noch zu zweit. Die beiden heutigen K?nstlerinnen haben Bildende Kunst an der Kunsthochschule in Braunschweig studiert und arbeiten seit 2009 zusammen. Die ?neue? Tierart wurde in ?hnlicher Form bereits 2009 entwickelt und 2010 im M?nsteraner Zoo in einem Gehege ausgestellt.&nbsp; Beide arbeiten seit 2008 an verschiedenen Aktionen, die die Beziehung von Mensch und Tier thematisiert.<\/p>\n<p>Neozoen sind Tier- oder Pflanzenarten, die im Gefolge des Menschen Gebiete besiedeln und nicht selten die urspr?ngliche Flora und Fauna stark ver?ndern und zum Teil auch gef?hrden.<\/p>\n<p>?Warum sehen wir Tiere an??, fragt der britische Autor John Berger in einem 1980 entstandenen Text: ?Tiere werden geboren, sie sind f?hlende und sterbliche Wesen. Darin gleichen sie dem Menschen. Sie unterscheiden sich vom Menschen weniger in ihrer grunds?tzlichen als in ihrer sichtbaren Anatomie, in ihren Gewohnheiten, ihrer Zeit, ihren physischen F?higkeiten. Sie sind sowohl gleich als auch ungleich.? ?Im Prinzip ist jeder K?fig ein Rahmen um das Tier im Inneren?, schreibt John Berger.<\/p>\n<p>Allein die Umgebung und der Zusammenhang verursacht beim Betrachter, ob etwas als ?tierisch? oder ?nicht-tierisch? wahrgenommen wird. Bei einer Frau im Pelzmantel sehen die meisten Menschen z.B. das Tier nicht mehr.<\/p>\n<p>Die Austellung geht vom 11.11.2017 &#8211; 05.01.2018<\/p>\n<p>?ffnungszeiten<\/p>\n<p>Montag bis Sonntag<\/p>\n<p>10-18 Uhr<\/p>\n<p>Eintritt frei<\/p>\n<p>Es ist bedauerlich, dass das Bezirksamt es bis heute nicht geschafft hat, die historen Fakten zu korrigieren, obwohl wir schon am 1. September 2017 darauf hingewiesen haben, dass sie falsche Informationen enthalten.<\/p>\n<p>1939-1945 gab es f?nf B?ren, Jule, Lotte, Urs, Vreni und Purzel. Bis auf Lotte (1939-1971) kamen sie am Kriegsende um. Lotte wurde halb verhungert in den Berliner Zoo gebracht und lebte dort bis sie starb. Der B?renzwinger wurde zugesch?ttet. 1947 gab es neue B?ren aus Leipzig, Nante (1947-1979) und Jette (1948-1984). Taps (1981-1990) war sehr krank und wurde eingeschl?fert. Schnute (1981-2015) bekam mit ihm Maxi (1986-2013). Sie blieb und als letzter B?r kam Tilo (1990-2007). Schnute starb als erste und letzte Stadtb?rin am 11. Oktober 2015. Mit Schnutes Tod endet die Geschichte der Berliner Stadtb?ren in Berlin.<\/p>\n<p>Januar 2018<\/p>\n<p>Inzwischen hat das Bezirksamt Berlin Mitte,&nbsp; Fachbereich Kunst und Kultur auf der Homepage und in den Pressemappen die Historie der B?ren im Berliner B?renzwinger im K?llnischen Park korrigiert.<\/p>\n<p>Christa Junge<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellung im B?renzwinger Berlin &#8211; Neozoon<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,166,134,157,204,216,107,222,167,49,219,3,47],"tags":[220,223],"class_list":["post-10442","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-ausstellungen","category-berlin-mitte","category-berliner-baerenzwinger","category-berliner-stadtbaeren","category-historie-des-berliner-baerenzwingers","category-jahr-2017","category-jannowitzbruecke","category-kunstaktionen","category-kunstler","category-neozoon","category-topthema","category-wappentier","tag-neozoon","tag-das-manteltier"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10442"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10442\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19092,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10442\/revisions\/19092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}