{"id":10509,"date":"2017-11-23T12:30:17","date_gmt":"2017-11-23T11:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=10509"},"modified":"2017-11-24T15:02:44","modified_gmt":"2017-11-24T14:02:44","slug":"70-geburtstag-des-b-s-v-berliner-baer-e-v-in-tempelhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/70-geburtstag-des-b-s-v-berliner-baer-e-v-in-tempelhof\/","title":{"rendered":"70. Geburtstag des B.S.V. \u201eBerliner B\u00e4r\u201c e.V. in Tempelhof."},"content":{"rendered":"<p>18. November 2017 in der Seniorenfreizeitst\u00e4tte \u201eSorgenfrei\u201c in Tempelhof<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>2017 wird in Tempelhof-Sch\u00f6neberg gefeiert.<\/em><\/strong> Das Postamt in Tempelhof besteht seit 150 Jahren und der \u00e4lteste Briefmarkenverein im ehemaligen US-Sektor von Berlin feiert seine Gr\u00fcndung am 15. August 2017. Das Fest steht unter der Schirmherrschaft der Bezirksb\u00fcrgermeisterin von Tempelhof-Sch\u00f6neberg, Frau Angelika Sch\u00f6ttler.<\/p>\n<p>Der &#8222;Berliner B\u00e4r&#8220; ist und bleibt das Wappentier von Berlin, er steht u.v.a. f\u00fcr Tatkraft und Engagement. Am 15. August 1947 trafen sich im Lokal &#8222;Werdereck&#8220; in Tempelhof zwanzig Sammlerfreunde, um einen Verein zu gr\u00fcnden. Die Siegerm\u00e4chte \u00fcber Deutschland, in der viergeteilten Hauptstadt, hatten das Sagen. So waren vielerlei Vorgaben zu beachten und die Einschr\u00e4nkungen im t\u00e4glichen Leben waren enorm.<\/p>\n<p>Es war eine schwere Zeit. Der Magen knurrte, es gab allabendliche Stromsperren und auch das Heizmaterial war knapp. Im November 1947 waren es inzwischen 41 Mitglieder und G\u00e4ste beim sechsten Tauschtag. Man passte sich den Gegebenheiten an.<br \/>\n1949 w\u00e4hrend der Berlin-Blockade musste f\u00fcr die erste \u00f6ffentliche Briefmarken-Ausstellung am 6. M\u00e4rz, anl\u00e4sslich der 100. Wiederkehr der ersten deutschen Briefmarkenausgabe und zum &#8222;Tag der Briefmarke&#8220;, die Genehmigung vorher beantragt werden. Der Antrag wurde am 25. Februar 1949 beim Bezirksamt Tempelhof vorgelegt und am 28. Februar 1949 vom Chef der Polizei-Inspektion Tempelhof genehmigt.<\/p>\n<p><em><strong>Lassen wir Manfred Liebreich erz\u00e4hlen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>\u201eDiese kleine Abhandlung sollte der Postbeginn der Berliner-B\u00e4renmarken ab August 1945 in verschiedenen Postgeb\u00fchren vorgestellt werden. W\u00e4hrend der Aufstellung und Bearbeitung der Sendungen, ver\u00e4nderte sich meine Aufmerksamkeit mehr und mehr auf den Inhalt und der Aussagekraft des geschriebenen Wortes.<br \/>\nDie erste M\u00f6glichkeit nach Kriegsende wieder mit den in alle Winde verstreuten Angeh\u00f6rigen und Freunden den ersten Kontakt aufzunehmen, war einfach \u00fcberw\u00e4ltigend. Flucht, Vertreibung, Ausgebombt, Hab und Gut verloren, aber mit dem Leben noch davon gekommen zu sein, die \u00dcberlebenden z\u00e4hlten zu den Gl\u00fccklichen, trotz uns\u00e4glichen Leidens. Wenn man dar\u00fcber berichtet, werden die eigenen Erinnerungen wieder wach und es sei mir erlaubt, einige davon zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Alle Volksempf\u00e4nger mussten abgegeben werden und wurden von der Sowjetischen Besatzungsmacht konfisziert. Nach Kriegsende mussten sich die Bewohner in Buckow-Ost bei der \u201eAntifa\u201c wegen Lebensmittelkarten anmelden. Die \u201eAntifa\u201c war in den Baracken untergebracht, die sich vor dem Neuk\u00f6lner Krankenhaus befanden. Ein Mann f\u00fchrte dort mit Willk\u00fcr Regie, er lernte allen das F\u00fcrchten.<br \/>\nNachdem die Amerikaner u.a. auch den Bezirk Neuk\u00f6lln \u00fcbernahmen, \u00e4nderten sich die Verh\u00e4ltnisse, aber besser wurde es nicht. F\u00fcr die \u00e4ltere Generation unter uns sind das noch heute traumatische Erlebnisse und im Geist festgebrannte Erinnerungen.<br \/>\nAls damaliger Sch\u00fcler erinnere ich mich an die Kohleferien. Der Kohlenh\u00e4ndler war zu dieser Zeit eine gewichtige Person und seine Kunden wurden aufgefordert sich Ihre Brennmaterialien (Holz &amp; Kohlen) selbst abzuholen. Wir Sch\u00fcler mussten uns dabei bew\u00e4hren. Wer einen Handwagen hatte, war gut dran und er war nicht nur zu dieser Zeit \u00fcberlebenswichtig.<br \/>\nSo gab es viele andere schwierige Lebenssituationen, aber der Wille zum Neuanfang war ungebrochen, auch wenn die Zukunft ungewiss war.<br \/>\nDas Essen war knapp und wir fuhren \u201eHamstern\u201c, das war damals allt\u00e4glich.<\/p>\n<p>Wer im Winter 1945 \/ 1946 ins Kino gehen wollte, musste Presskohle mitbringen, sonst gab es keine Eintrittskarten. So war es f\u00fcr zwei Stunden sch\u00f6n warm im Kino, was zu Hause aus Brennstoffmangel immer nur in einem Zimmer m\u00f6glich war. Im Britzer Gutspark konnte man die Stubben der abgeholzten B\u00e4ume ausgraben. Es schwere k\u00f6rperliche Arbeit, die man nicht immer an einem Tag schaffte. Einer musste des Nachts das Holz bewachen, sonst war es am n\u00e4chsten Morgen geklaut.<br \/>\nOhne Strom, den gab nach dem Krieg nur zwei Stunden am Tag zu unterschiedlichen Zeiten, konnte man mit Kopfh\u00f6rer und Detektor etwas von der Au\u00dfenwelt erfahren. Ein Kristall, der teuerste f\u00fcr das Ger\u00e4t, erm\u00f6glichte erst die Wellenl\u00e4nge zu empfangen und das bei nur einem Sender!<\/p>\n<p>F\u00fcr die damalige Jugend, die nur Bombenn\u00e4chte, Splitter sammeln und Gehorsamkeit in der Pflichterf\u00fcllung kannten, war das Sammeln von Briefmarken aus fernen L\u00e4ndern und diese ihr Eigentum nennen, ein gro\u00dfer Schatz.<br \/>\nHeute vermitteln TV und Fernreisen den Duft der gro\u00dfen weiten Welt. Damals haben sie&nbsp; mit den Fingern auf alten und abgewetzten Landkarten Reisen in Gedanken gemacht, um zu erfahren, woher die Briefmarken stammten und was sie zu erz\u00e4hlen hatten. Den heutigen Jugendlichen ist es vermutlich schwer begreiflich zu machen, unter welchen Bedingungen und Entbehrungen hier nach dem Kriegsende und auch noch sp\u00e4ter in unserer Vier-Sektorenstadt Berlin um Demokratie und um das Recht, in Freiheit zu leben, gek\u00e4mpft werden musste. W\u00e4hrend es in den westlichen Besatzungszonen nach der W\u00e4hrungsreform die Grundnahrungsmittel und andere, zum t\u00e4glichen Leben notwendige Artikel bereits wieder zu kaufen gab, war der Status in den westalliierten Sektoren von Berlin durch die sowjetische Besatzungsmacht st\u00e4ndig in Frage gestellt&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Insbesondere die &#8222;Berliner Blockade&#8220; und die &#8222;Luftbr\u00fccke&#8220; haben das Denken und F\u00fchlen der Bewohner im Westteil der Stadt gepr\u00e4gt. Das schlug sich in den Briefmarkenausgaben und im Briefmarkensammeln nieder. So gab es zahlreiche Emissionen vor diesem Hintergrund, z. B. die ber\u00fchmten Ausgaben mit der &#8222;Freiheitsglocke&#8220;.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Bei zahlreichen Post-Sonderstempeln sind die Symbole &#8222;B\u00e4r&#8220;, &#8222;Brandenburger Tor&#8220; und &#8222;Luftbr\u00fccken-Denkmal&#8220; in das Stempelbild integriert worden. Die Namensgebung symbolisierte in besonderer Weise die Verbindung zum Wappentier der deutschen Hauptstadt, dem B\u00e4ren. Und es ist selbstverst\u00e4ndlich, dass der der BSV Berliner B\u00e4r eine langj\u00e4hrige Verbindung zum Verein &#8222;Berliner B\u00e4renfreunde e.V.&#8220; pflegt.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re aus den &#8222;B\u00e4ren&#8220; ohne die vielen, namentlich hier nicht aufgef\u00fchrten Mitgliedern, G\u00e4sten und Sponsoren geworden, die mit ihrem Wirken und Freude am Sammeln von Briefmarken und Belegen ebenfalls zur Erfolgsgeschichte des Vereins beigetragen haben.<br \/>\nStanden bei der Vereinsgr\u00fcndung vor fast 70 Jahren noch Begriffe wie Gemeinschaft, Pflichterf\u00fcllung und Geselligkeit im Vordergrund, wird heute meist nur noch vom Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis einer Vereinsmitgliedschaft gesprochen. Das trifft auch und in besonderem Ma\u00dfe die Philatelie. Der Bund Deutscher Philatelisten e. V. hat noch ca. 38.000 Mitglieder, von &#8222;Jungsammlern&#8220; kann man kaum noch sprechen.<\/p>\n<p>Im BSV Berliner B\u00e4r e. V. gibt es immer noch einen festen Stamm von fast 40 Mitglieder, darunter zahlreiche weibliche &#8222;B\u00e4ren&#8220;, die regelm\u00e4\u00dfig zusammenkommen, um \u00fcber die kleinen, gez\u00e4hnten &#8222;Lieblinge&#8220;, ob postfrisch, gestempelt oder auf Belegen zu gr\u00fcbeln, zu forschen und zu berichten. Die Attraktivit\u00e4t der Tauschtreffen lebt auch von und mit stets zahlreichen G\u00e4sten, die sich immer wieder durch Vortr\u00e4ge und kleine Vorlagen einbringen.<br \/>\nDer Verein hat einen Postsonderstempel zum 70. Jubil\u00e4um veranlasst, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das Team &#8222;Erlebnis: Briefmarken&#8220; wird wieder mit an Bord sein.<\/p>\n<p><strong><em>Am 18. November 2017 fand die Jubil\u00e4ums Veranstaltung<\/em> <\/strong>zum&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 70.&nbsp; Geburtstag des B.S.V. \u201eBerliner B\u00e4r\u201c in Tempelhof in der Seniorenfreizeitst\u00e4tte \u201eSorgenfrei\u201c mit der Ausstellung von Briefmarken, Belegen und Ansichtskarten den ganzen Tag \u00fcber statt. F\u00fcr Kinder gab es einen Tauschtag und Briefmarken zum Mitnehmen und von 16:00 bis 17:30 Uhr einen Empfang f\u00fcr Mitglieder und geladene G\u00e4ste. Herr P\u00fctz, der&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1. Vorsitzende, hatte unseren Verein im Namen des Vorstandes eingeladen, an dem Empfang teilzunehmen.<\/p>\n<p>Ich habe mich sehr gefreut alle wieder zu sehen. F\u00fcnf Jahre sind eine lange Zeit. Viele Gru\u00dfworte wurden \u00fcbermittelt, die zum Ausdruck brachten, dass der Verein mit seinen 70 Jahren noch immer mitten im Leben steht, eine bemerkenswerte Ausstellung mit Schautafeln gestaltete und ein reges Verbandsleben sein eigen nennt. Es gab viele Reden, u.a. von Dr. Klaus-Dieter Schult (Philatelisten-Verband Berlin-Brandenburg e.V.), von Frank Walter (Ehrenvorsitzender des PhVBB), Hans Ulrich Schulz (Forschungsgruppe Berlin), von dem Vereinsvorsitzenden Franz-Josef P\u00fctz, von Frank Hindenburg und von Christa Junge ( Berliner B\u00e4renfreunden e.V.).<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>Unsere beiden Vereine pflegen eine inzwischen 10 j\u00e4hrige Verbindung zueinander. 2007 kamen wir ins Gespr\u00e4ch, es ging um einen B\u00e4ren und wir entschieden uns f\u00fcr Tilo. Ein Plakat sollte gestaltet werden \u201eKnut ist cool, aber es gibt noch andere B\u00e4ren in Stempeln!\u201c<br \/>\nAuch dort war Tilo, der Berliner B\u00e4r aus dem B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park, vertreten. Als Tilo am 12. April 2007 starb, unterst\u00fctzte uns der BSV Berliner B\u00e4r bei seiner W\u00fcrdigung mit Hilfe eines der ersten Plus-Briefe, der 2008 gedruckt wurde. Eine einzigartige Geschichte.<br \/>\nAm 29. September 2007, anl\u00e4sslich des 60. Geburtstags Ihres Vereins hatte Unser die M\u00f6glichkeit in der Seniorenfreizeitst\u00e4tte \u201eSorgenfrei\u201c eine Schautafel zu gestalten. Auch zur Feier waren wir vertreten und f\u00fchlten uns wohl bei ihnen.<br \/>\nAm 16. Oktober 2012 wurde der 65. Ehrentag Ihres Vereins feierlich begangen. Auch wir waren dabei und gratulierten herzlich. Es gab im \u201eTempelhofer Hafen\u201c eine Briefmarkenausstellung vom 8. &#8211; 11. November 2012. Wir gestalteten eine Schautafel mit dem Berliner B\u00e4r in Tempelhof.<\/p>\n<p>Auch bei Fachfragen zur Berlin Blockade in Briefmarken, Stempel und Vignetten konnte uns ihr Verein unterst\u00fctzen. Es entstand im September 2015 ein sehr interessanter Artikel dazu, die Zusammenarbeit war angenehm.<br \/>\nViermal im Jahr tauschen wir untereinander unsere Vereinszeitungen aus. Sie bekommen den \u201eBerliner B\u00e4r\u201c und wir die \u201eB\u00e4ren Post\u201c, beide sehen was der andere tut und manchmal sind es Schnittstellen die uns ein gemeinsames Thema n\u00e4her bringt.<br \/>\nAuch einige Vortr\u00e4ge, die sich mit dem Berliner B\u00e4r befassten, wurden von uns besucht.<br \/>\nHeute zum 70. Jubil\u00e4um treffen wir uns wieder und wir w\u00fcnschen Ihrem Verein weiterhin eine so rege und interessante Vereinsarbeit, bei der alle mitmachen und sich einbringen. Es ist eine stolze Leistung einen Verein so lange interessant f\u00fcr seine Mitglieder zu gestalten.<br \/>\nAber es liegt an jedem selbst. Sie haben das gro\u00dfe Gl\u00fcck feste R\u00e4ume zu haben, uns ist das nicht gelungen. Wir treffen uns im Caf\u00e9 R\u00e9 und es ist ein angenehmer Treffpunkt f\u00fcr uns.<br \/>\nWir w\u00fcnschen Ihnen noch viele Jahre interessanter Verbandsarbeit und wir sehen uns sp\u00e4testens zum 75. Jubil\u00e4um wieder!<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p>Unser Verein hat das Buch vom Bernd Unger \u201eDer Berliner B\u00e4r\u201c als Gastgeschenk f\u00fcr das Archiv des BSV Berliner B\u00e4r an Herrn Franz-Josef P\u00fctz \u00fcberreicht. Danach gab es ein Glas Sekt, f\u00fcr mich nur Saft, und einen kleinen Imbiss f\u00fcr die geladenen G\u00e4ste.<br \/>\nEin sch\u00f6ner Nachmittag ging zu Ende. Danke.<\/p>\n<p>Christa Junge<\/p>\n<p>Quelle &#8211; BSV Berliner B\u00e4r e.V.<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18. 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