{"id":111,"date":"2007-04-13T16:15:44","date_gmt":"2007-04-13T14:15:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=111"},"modified":"2008-01-03T11:07:16","modified_gmt":"2008-01-03T10:07:16","slug":"erinnerungen-an-stadtbar-tilo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/erinnerungen-an-stadtbar-tilo\/","title":{"rendered":"Erinnerungen an Stadtb?r Tilo"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachricht ?ber den Tod des Berliner Stadtb?ren Tilo kam pl?tzlich und ?berraschend. Wir erinnern an den j?ngsten der drei B?ren im B?renzwinger am K?llnischen Park, der zugleich der vierte Stadtb?r seit 1939 war.<!--more--><\/p>\n<p>Tilo wurde am 6. Januar 1990 in Bischofswerda geboren. Seine Mutter war Olympia und sein Vater Mischa. Im August 1990 kam er im Alter von wenigen Monaten zu den beiden B?rendamen Maxi und Schnute in den B?renzwinger am K?llnischen Park. Deren Partner Taps war nach schwerer Krankheit am 15. Mai 1990 verstorben.<\/p>\n<p>Berliner und Besucher der Stadt erlebten das Wachsen und Gedeihen dieses wunderbaren B?ren. Da er von Frau Kutzner mit der Hand aufgezogen wurde, gab es viele sch?ne Begebenheiten mit den B?ren. Viele erinnern sich daran, dass zu dieser Zeit die beiden Pflegerinnen Frau Kutzner und Frau Gnad noch mit auf die Freifl?chen gehen konnten, das ist heute nat?rlich nicht mehr m?glich. Aber damals waren die B?ren noch klein und knuddelig.<\/p>\n<p>Tilo hatte ein aufregendes Leben. 1991, kurz nach dem Mauerfall sollte der B?renzwinger geschlossen werden. Der neue Tierparkdirektor lehnte es ab, den B?renzwinger weiter zu unterhalten, weil der Tierpark ihn nicht brauchte und den notwendigen Umbau nicht finanzieren konnte. Kurzum, er sollte geschlossen werden.<\/p>\n<p>Nicht Artgerecht und kein Geld &#8211; aber die Berliner protestierten, schrieben Briefe an Politiker und Zeitungen, spendeten Geld, sie wollten ihre B?ren behalten. Diese Berliner Sehensw?rdigkeit einfach abzuschaffen, nein das sollte nicht sein. Nach dem Motto, wenn er die B?ren behalten m?chte muss er sie ?bernehmen, wurden sie der Stadt Berlin geschenkt und dem Stadtbezirk Mitte &#8222;?bergeben&#8220;.<\/p>\n<p>Mit Unterst?tzung der Medien wurde dieser Kampf zugunsten der B?ren entschieden. Hier wurde sehr deutlich, was die B?ren den Berlinern bedeuten.<\/p>\n<p>Es war eine schwere Zeit, aber mit Hilfe aller wurde das zu Hause unserer drei B?ren, der B?renzwinger im K?llnischen Park, gerettet. Die damalige Bezeichnung des Zwingers von Pieroth als &#8222;Juwel inmitten der Weltstadt&#8220; hat es verdient festgehalten zu werden. Im Sommer 1992 wurden die drei B?ren vor?bergehend auf dem Gel?nde des ehemaligen Staatszirkus der DDR in Hoppegarten einquartiert. F?r DM 350.000 wurde vieles erneuert, insbesondere in den K?figen eine Fu?bodenheizung eingebaut, eine Glaskuppel f?r mehr Licht installiert und elektrische Leitungen und Wasserleitungen sowie die Pumpenanlage erneuert. Im April 1993 kamen Tilo, Schnute und Maxi wieder in ihr B?renheim.<\/p>\n<p>Der schwarzbraune Tilo war ein gutm?tiger Geselle, der gern mit der hellbraunen Maxi spielte, w?hrend Schnute, stattlich und mittelbraun, oft ihre Vorherrschaftsanspr?che als Zwinger?lteste durchzusetzen versucht<\/p>\n<p>1994 war das Jahr der B?ren in Berlin. F?nf kleine B?renkinder, ein P?rchen, die Erstgeburten von Maxi und drei B?renkinder, der f?nfte Wurf von Schnute, alle im Januar 1994 geboren, kamen als echte Berliner zur Welt. Gro?e Freude herrschte bei den Berlinern, die mit Spannung den ersten Auftritt entgegensahen.<\/p>\n<p>Dabei war der B?rennachwuchs keineswegs geplant. Tilo wurde durch einen medizinischen Eingriff die M?glichkeit genommen, Vater zu werden, weil der Zwinger nur f?r drei B?ren Platz bietet und kleine B?rchen kaum noch untergebracht werden k?nnen.<br \/>\nAls die B?renm?tter mit ihren Kindern das erste Mal ihren K?fig verlie?en, wurden sie von hunderten Berlinern begr??t. Im Mai 1994 war B?rentaufe und obwohl es in Str?men regnete waren viele Berliner gekommen, es erinnert stark an die vielen Besucher im Zoo bei Knut in der heutigen Zeit. In Anwesenheit von Presse, Funk und Fernsehen wurden die B?renkinder von Maxi auf B?rolina und Alex und die von Schnute auf Rieke, Atze und Piefke getauft. Der Zwinger bietet nur Platz f?r drei erwachsene B?ren und die kleinen B?ren mussten nach wenigen Monaten abgegeben werden. Man suchte nach L?sungen, aber es gab wenig Interessenten. Viele Spenden gingen ein, um der Stadt die Sicherung der Zukunft der B?rchen zu erleichtern.<\/p>\n<p>Tilos Kinder &#8211; Atze, B?rolina und Rieke &#8211; leben als Repr?sentanten Berlins im Zoo von Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Sie wurden als Geschenk unserer Stadt an die argentinische Partnerstadt ?bergeben. Ihre beiden Geschwister &#8211; Piefke und Alex &#8211; fanden im nordspanischen Naturpark von Cabarceno ein neues Zuhause.<\/p>\n<p>Tilo und seine beiden B?rendamen haben uns in all den Jahren erfreut, tausende Besucher sahen ihnen zu und viele besuchten sie regelm??ig. Unsere B?ren, besonders Tilo, waren ein begehrtes Fotoobjekt und er war auf den Titelseiten der Zeitungen zu finden.<\/p>\n<p>Tilo und seine beiden B?rendamen haben uns in all den Jahren erfreut, wir sahen gerne bei seinen ?K?mpfen? mit Maxi zu, bei denen Schnute als ?lteste immer dazwischen ging. Aber es war wohl immer das Spiel und der ?bermut, der ihn dazu trieb.<\/p>\n<p>Am 12. April 2007 musste Tilo auf Grund einer schweren Erkrankung erl?st werden. Wir werden ihn niemals vergessen.<\/p>\n<p>Christa Junge<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=110\">Pressemitteilung des Vereins zum Tod von Statdb?r Tilo<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h4>Erinnerungen an Tilo in Bildern<\/h4>\n<p>Hinweis f?r die Presse: Unter Angabe des Copyrights k?nnen Sie diese Fotos frei verwenden: <a href=\"http:\/\/www.divshare.com\/download\/389557-bc1\" target=\"_blank\">Download Fotos f?r die Presse<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachricht ?ber den Tod des Berliner Stadtb?ren Tilo kam pl?tzlich und ?berraschend. 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