{"id":121,"date":"2007-05-14T18:00:13","date_gmt":"2007-05-14T16:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=121"},"modified":"2008-01-03T11:07:46","modified_gmt":"2008-01-03T10:07:46","slug":"schnute-im-barenzwinger-am-kollnischen-park","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/schnute-im-barenzwinger-am-kollnischen-park\/","title":{"rendered":"Schnute im B?renzwinger am K?llnischen Park"},"content":{"rendered":"<p>Schnute ist die neue Stadtb?rin Berlins und damit Nachfolgerin von Tilo. Die beiden B?renpflegerinnen im B?renzwinger am K?llnischen Park berichten ?ber das Leben von Schnute.<!--more--><strong>Schnute, geboren am 18.01.1981 im Tierpark Sta?furt.<br \/>\nDas Leben von Schnute im B?renzwinger am K?llnischen Park.<\/strong><\/p>\n<p>Schnute kam mit ihrem Bruder Taps (Ende Juni 1981) zun?chst in den Tierpark Berlin-Friedrichsfelde f?r eine kurze Quarant?nezeit. Am 7. Juli 1981 zog sie mit Taps in den B?renzwinger am K?llnischen Park um. Damals lebten noch Jette und ihre Tochter Julchen dort.<\/p>\n<p>Die beiden Kleinen bekamen die rechte Seite der Anlage und einen gemeinsamen Schlafk?fig. Die Namensgebung von Taps und Schnute erfolgte durch einen Zeitungsaufruf und Abstimmung der Berliner Bev?lkerung.<\/p>\n<p>Schnute war ein zur?ckhaltendes und misstrauisches Jungtier, Bruder Taps dr?ngte sie oft weg und nahm eifers?chtig den damaligen Tierpfleger f?r sich in Anspruch.<br \/>\nDa er als m?nnliches Tier gr??er und st?rker als Schnute war, hatte er auch beim Fressen den Vorrang. Schnute erk?mpfte sich aber immer ihren Teil.<\/p>\n<p>Sie hat wenig mit Taps gespielt, er war grob und dominant. Zu den Pflegern war er nett. Sicher war es von seiner Seite Eifersucht, damit Schnute nur ja nicht von den Pflegern Mario Erhardt und Heinz Schramm verw?hnt werden sollte.<\/p>\n<p>Die ersten B?renkinder von Schnute wurden am 14. Januar 1986 geboren. Ein Jungtier aus diesem Wurf wurde aufgezogen und im Juni 1986 von den Berliner Kindern auf den Namen ?Maxi? getauft. Bis Taps 1990 aus dem B?renzwinger genommen wurde, hatte Schnute noch mehrere W?rfe mit insgesamt 12 kleinen B?renkindern. 1990 war der letzte Wurf von Taps. Maxi kam im Herbst 1986 nach mehrmonatigen Aufenthalt im Tierpark Friedrichsfelde (im Spielk?fig) wieder in den B?renzwinger zur?ck. Julchen und Jette waren inzwischen verstorben und nun hatten Maxi und Schnute den Zwinger f?r sich allein. Als Tilo im August 1990 dazu kam, bewohnten die beiden B?rendamen gemeinsam die rechte Anlage.<\/p>\n<p>Schnute war Maxi gegen?ber oft dominant. Sie wollte wohl nie wieder die ?2. Geige? spielen. Maxi in ihrer unbek?mmerten Fr?hlichkeit und Frechheit ?rgerte Schnute aber recht gern. Darauf reagierte Schnute entweder mit Gebr?ll oder sie ging weg und legte sich an einen gesch?tzten Platz. Am 10. Januar 1994 bekam Schnute wieder Jungtiere, Tilo war der Vater. Es waren Drillinge, die sie vorbildlich aufzog. Sie war bei der Bettelei durch die Kleinen sofort bereit, sich auf den R?cken zu legen und ihre Kinder trinken zu lassen. Dabei hielt sie diese auch mit den Pfoten fest, damit sie sich nicht zankten. Beim Baden oder Klettern stand sie wachsam dabei und holte die Kinder weg, wenn es ihr gef?hrlich erschien. F?r uns als Pflegerinnen war es ein wundersch?nes Erlebnis, dass Schnute uns in die B?renkinderstube lies, wir mit den B?renkindern auf die Freianlage konnten und sie geduldig wartete bis sie wieder zu ihren ?Jungen? durfte.<\/p>\n<p>Nach dem Absetzen der Jungtiere musste sie sich erst wieder an ihre ?alte? Familie Maxi und Tilo gew?hnen. Beide durften sich ihr gegen?ber nicht allzu viel herausnehmen, aber sie spielte auch manchmal ein paar Minuten mit ihnen, Maxi hatte dabei viel mehr Ausdauer.<\/p>\n<p>Im Winter lagen die beiden J?ngeren gerne bei ihr im Nest. Erst in den beiden letzten Jahren ist Schnute nicht mehr bereit, ihren Schlafplatz zu teilen. Sie ist ruhebed?rftiger als fr?her und m?chte auch ab und zu allein sein.<\/p>\n<p>Maxi l?sst sich davon nicht beeindrucken, aber wenn Schnute ihr zeigt, dass sie es ernst meint (aufgerissene Schnauze und Brummen), dann zieht es Maxi vor, sie nicht weiter zu reizen. Beim Fressen ist Schnute schneller und nicht so w?hlerisch wie Maxi, daher gibt es kaum Neid oder Streit. Schnute badet leidenschaftlich gerne, am Liebsten im Bassin, wahrscheinlich weil dort manchmal kleine Leckerbissen auf dem Grund liegen, die man mit der Pfote herausfischen kann. Beim Schwimmen im Wassergraben ist sie vorsichtig, damit sie beim Spielen mit Maxi nicht mit den Ohren unter Wasser ger?t, das ist ihr zuwider.<\/p>\n<p>Auf B?ume geklettert ist Schnute nie gerne, sie liebt die Bequemlichkeit und Futter, das zu hoch h?ngt wird eben ignoriert. Gern besch?ftigt sie sich mit Dingen, die s??e Leckereien beinhalten, wie die Holzscheibe mit L?chern. Sie hat viel mehr Ausdauer als Maxi, etwas auseinander zunehmen oder kaputt zu machen.<\/p>\n<p>Uns Pflegerinnen (Frau Kutzner und Frau Gnad) gegen?ber ist sie freundlich aber bestimmt. Was sie nicht will, macht sie eben nicht. Sie kommt zum Fell kraulen nur, wenn sie es m?chte. Mit der Pfote (angehoben) zeigt sie dann, wie lange das Kraulen dauern darf. Als Jungtier hat sie manchmal mit der Pfote durch das Gitter geschlagen, sogar ihre Kleinen taten das mit uns. Nachdem Taps weg war, lie? die Aggressivit?t nach und irgendwann begann sie es zu genie?en, am R?cken gekrault zu werden, sp?ter auch am Kopf. Heute ist dieser Kontakt zu Schnute nicht mehr wegzudenken.<\/p>\n<p>Trotzdem darf man nichts in ihrer Reichweite liegen lassen, das wird sofort in ihr ?Revier? gezogen und nicht mehr herausgegeben. So haben wir schon einige Handfeger, Besen, Schrubber und Wasserschl?uche eingeb??t. Maxi l?sst sich von einem ?Nein!? beeindrucken, Schnute nicht. Hier ist sie die ?Stammes?lteste? und entscheidet was ihr passt.<\/p>\n<p>Schnute frisst sehr gerne, sie ist eine kleine &#8222;Fressmaschine&#8220;. Dadurch hat sie auch schon einmal zwei sehr schlimme Tage und N?chte verbracht. Bei einem Kinderfest im K?llnischen Park flog ein Luftballon auf die Anlage, den sie sofort zerknallte. Trotz Lockens mit Leckerbissen, lie? sie ihn nicht liegen, sondern fra? ihn auf. Das bekam ihr leider nicht. Der Gummirest blieb fast drei Tage im Bauch, sie fra? nicht und das Koten unterblieb auch. Am dritten Tag erschien der Gummirest aber endlich beim ?Toilettengang? und es ging ihr wieder besser. Ganz sicher hat sie daraus nichts gelernt, das k?nnen Tiere leider nicht, manchen Menschen geht es ?hnlich.<\/p>\n<p>Maxi besch?ftigt sich auch mit Futter, das nicht auf Anhieb fressbar erscheint, wie Kokosn?sse und Strau?eneier. Das ist f?r Schnute uninteressant, sie kullert die Kokosnuss nur eine Weile hin und her, wenn sie nicht beim Darauftreten kaputt geht, kann man sie auch nicht fressen! Ihre bevorzugten Leckereien sind R?ucherfisch, Ananas und Hundefutter (Feuchtfutter).<\/p>\n<p>Man hat oft den Eindruck, die B?ren schlafen tief und fest auf der Anlage. Das ist aber nicht der Fall. An den Bewegungen der Ohren sieht man, dass sie alles um sich herum registrieren. Wenn Schnute wirklich m?de ist, legt sie sich ins Haus. Wir Pfleger k?nnen dort trotzdem unsere Arbeit tun, sie kennt uns gut genug, um zu wissen das wir ihr nicht zu nahe kommen und sie st?ren, daher schl?ft sie ganz entspannt und manchmal schnarchend.<\/p>\n<p>Gern zeigt sie Maxi ihre ?berlegenheit, indem sie diese nicht aus dem Haus auf die Anlage l?sst. Dann sitzt sie direkt im Eingang und wartet, ob Maxi es wagt, sie zu schubsen.<br \/>\nSie ist aber nie so mutig und unverfroren wie Maxi, obwohl sie auch neugierig ist.<br \/>\nAls einmal ein Sonnenschirm in den Wassergraben fiel, betrachtete Schnute ihn nur von weitem, w?hrend Maxi sofort hinunterkletterte und den Schirm untersuchte.<\/p>\n<p>Schnute h?lt sich gern auf der rechten Seite der Anlage auf, aber zusammen mit Maxi und Tilo war sie auch auf der linken Seite der Anlage.<br \/>\nSeit Tilo verstorben ist, m?ssen sich beide B?rendamen wieder zusammenraufen. Maxi war viel mit Tilo auf der linken Seite der Anlage zusammen, sie waren fast gleichaltrig. Schnute und Maxi vermissen Tilo, das ist wie bei den Menschen. Sein Geruch ist f?r die feinen B?rennasen noch zu sp?ren.<br \/>\nSchnute wird als Berliner Stadtb?rin das Berliner Wappentier w?rdig vertreten.<\/p>\n<p><em>(In Zusammenarbeit mit Frau Kutzner &amp; Frau Gnad, Mai 2007)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnute ist die neue Stadtb?rin Berlins und damit Nachfolgerin von Tilo. 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