{"id":1238,"date":"2012-02-18T21:27:08","date_gmt":"2012-02-18T20:27:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=1238"},"modified":"2012-09-02T09:01:55","modified_gmt":"2012-09-02T08:01:55","slug":"recherche-zur-herkunft-von-nante-und-jette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/recherche-zur-herkunft-von-nante-und-jette\/","title":{"rendered":"Recherche zur Herkunft von Nante und Jette. Sie kamen 1949 nicht aus Bern\/Schweiz."},"content":{"rendered":"<p>Woher kamen die beiden B\u00e4ren Nante und Jette? Ein Bericht \u00fcber die Ergebnisse der Recherche zur Herkunft dieser beiden B\u00e4ren.<!--more--><strong>Nante und Jette<\/strong><br \/>\n<strong>Erstmals im B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park am 28. November 1949<\/strong><\/p>\n<p>1945 wurde der B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park zerst\u00f6rt, die B\u00e4ren Jule, Urs, Vreni und Purzel (Geschwaderb\u00e4r) waren tot. Lotte hat als einzige \u00fcberlebt, sie befand sich im Zoologischen Garten Berlin und lebte dort bis 1971.<br \/>\nSeit dem Ende des 2. Weltkrieges ist viel passiert und die Berliner Bev\u00f6lkerung m\u00f6chte ihr lebendiges Wappentier wieder im K\u00f6llnischen Park besuchen und verw\u00f6hnen.<\/p>\n<p>So wurde vom damaligen Magistrat beschlossen, den Tierh\u00e4ndler Mohr in Ulm zu beauftragen, junge B\u00e4ren aus dem ber\u00fchmten B\u00e4rengraben aus Bern anzukaufen. Kamen doch auch 1939 die ersten B\u00e4ren f\u00fcr den Berliner B\u00e4renzwinger aus Bern.<\/p>\n<p><strong>Aber einiges ging wohl schief:\u00c2\u00a0<\/strong>Erst vor kurzen ist unserem Verein ein Artikel von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Dathe, dem Gr\u00fcnder und ersten Direktor des Tierparks Berlin Friedrichsfelde, aus dem Jahr 1961 bekannt geworden. In diesem Artikel stand schon damals, dass Nante und Jette nicht aus Bern stammen!<\/p>\n<p>Auf unsere Nachfrage an den Tierpark D\u00e4hlh\u00f6lzli in Bern Ende 2011, dem auch der Berner B\u00e4renpark unterstellt ist, wurde uns von Dr. Marc Rosset, Kurator, dieser Sachverhalt best\u00e4tigt: \u201eAufgrund unserer Kartei des B\u00e4rengrabens, die zum Gl\u00fcck bis in die Vierziger-Jahre zur\u00fcckreicht und vollst\u00e4ndig erhalten ist, kann ich Ihnen sagen, dass nichts daf\u00fcr spricht, dass 1949 zwei B\u00e4ren aus dem Berner B\u00e4rengraben nach Berlin abgegeben wurden. Es ist auch nicht ersichtlich, dass B\u00e4ren an einen H\u00e4ndler gingen, der sie dann auf Umwegen nach Berlin verkauft h\u00e4tte\u201c.<\/p>\n<p>Vielleicht lag es auch an den Anf\u00e4ngen der ehemaligen DDR, weil der Magistrat unbedingt auch als zweiten Besatz des B\u00e4renzwingers im K\u00f6llnischen Park wieder Berner B\u00e4ren wollte.\u00c2\u00a0<br \/>\nUnd der Tierh\u00e4ndler Mohr aus Ulm hat die &#8222;Wunschb\u00e4ren&#8220; geliefert!<\/p>\n<p>Auch in Ulm (Stadtarchiv) haben wir nachgefragt. Die Tierhandlung Mohr existierte nur noch bis 1968. Die beiden letzten Inhaber Alfred Eugen Mohr (verstorben 1964) und Julius Mohr Junior (verstorben 1967) waren ledig und blieben kinderlos. Wahrscheinlich wurden alle bestehenden Unterlagen vernichtet.<br \/>\nSollte es jemanden geben, der uns weitere Auskunft geben kann, bitte helfen Sie uns weiter Licht ins Dunkel der T\u00e4tigkeit von Tierh\u00e4ndler Mohr aus Ulm in der Zeit von 1949 zu bringen!<\/p>\n<p>Der Tierh\u00e4ndler Mohr aus Ulm hatte intensive Beziehungen zum Zoo Leipzig. Auf dortige Anfrage an Herrn Gerd N\u00f6tzold, Senior Kurator, stellte sich heraus, dass Nante und Jette, die ber\u00fchmten Berliner B\u00e4ren, h\u00f6chstwahrscheinlich im Zoo Leipzig geboren wurden.\u00c2\u00a0Uns wurde mitgeteilt, dass in den dortigen Tierb\u00fcchern und historischen Akten nicht ersichtlich ist, &#8222;dass der Tierh\u00e4ndler Mohr 1948\/49 Braunb\u00e4ren zeitweise an den Zoo Leipzig abgegeben hat.&#8220; Weiterhin gab es die Information, dass am 29.8.1949 Jungb\u00e4ren mit den entsprechenden Geburtsdaten an die Firma Mohr in Ulm abgegeben wurden.\u00c2\u00a0Nante und Jette wurden auf dem Transport auch nicht im Zoo Leipzig \u201ezwischengelagert\u201c, aber wahrscheinlich dort geboren.<\/p>\n<p>Unser erster Vorsitzender, Bernd Unger, der 2005 verstorbene Gr\u00fcnder des Vereins der Berliner B\u00e4renfreunde e.V., berichtete \u00fcber den Neustart der Haltung von Stadtb\u00e4ren in Berlin nach dem\u00c2\u00a02. Weltkrieg in seinem Buch \u201eDer Berliner B\u00e4r\u201c. Im November 1949 trafen Nante und Jette als Geschenk der \u201eBerliner Zeitung\u201c ein. Diese Braunb\u00e4ren sollten, wie schon die B\u00e4ren bei der Er\u00f6ffnung der Anlage im Jahre 1939, wieder aus der Zucht des Berner B\u00e4rengrabens stammen. Vor dem Eintreffen in Berlin sollen die B\u00e4ren sogar noch einen Zwischenaufenthalt im Zoo Leipzig eingelegt haben (Lt. Presse Recherche 1949).\u00c2\u00a0Leider war Herr Unger die Arbeit von Heinrich Dathe (1961) nicht bekannt, trotz Recherche im Berliner Zoo und von Frau Junge 2007 im Berliner Tierpark.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Dathe, der erste Direktor des Tierpark Berlin Friedrichsfelde, zu dessen Obliegenheiten \u00fcber viele Jahre auch die Stadtb\u00e4ren geh\u00f6rten, hat bereits vor 50 (!) Jahren klargestellt, dass Nante und Jette nicht in Bern, sondern h\u00f6chstwahrscheinlich im Zoo Leipzig geboren wurden.<\/strong><\/p>\n<p>Nante und Jette bleiben im Ged\u00e4chtnis und im Herzen der Berliner und Touristen der Stadt Berlin, die Herkunft ist zweitrangig. Sie sind die bekanntesten Berliner B\u00e4ren aus dem B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park.<\/p>\n<p><em>Christa Junge<\/em><\/p>\n<p>Die Postkarten stammen aus der Sammlung Ch. Junge und sie werden dem Verein zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Woher kamen die beiden B\u00e4ren Nante und Jette? 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