{"id":124,"date":"2007-06-25T23:14:10","date_gmt":"2007-06-25T21:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=124"},"modified":"2009-04-13T09:42:20","modified_gmt":"2009-04-13T07:42:20","slug":"plauderei-uber-den-berliner-baren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/plauderei-uber-den-berliner-baren\/","title":{"rendered":"Plauderei \u00fcber den Berliner B\u00e4ren"},"content":{"rendered":"<p>Am 13. Juni 2007 fand eine Veranstaltung zum Berliner B\u00e4ren im Feierabendheim Buckower Ring in Berlin-Marzahn statt. Christa Junge, Vorsitzende der Berliner B\u00e4renfreunde e.V. berichtete \u00fcber das Wappentier der Stadt und \u00fcber die Arbeit des Vereins.<!--more-->Am Mittwoch, den 13. Juni 2007 um 14.30 Uhr (es war fast unertr\u00e4glich hei\u00df), gab es im Feierabendheim Buckower Ring 62 in Berlin Biesdorf-Nord eine Plauderei \u00fcber den Berliner B\u00e4ren. Anwesend waren 45 Senioren und G\u00e4ste der Volkssolidarit\u00e4t Ortsgruppe 209\/210. Ich hatte einige Berlin Souvenirs in Form von M\u00fcnzen, Postkarten, B\u00e4ren, Schneekugeln, B\u00fcchern und andere zur Ansicht mitgebracht. Diese wurden aufmerksam betrachtet und begutachtet. Frau Sch\u00f6ning, Vorsitzende der Ortsgruppe, stellte mich kurz vor und ich wurde mit freundlichem Applaus empfangen. Es begann eine unterhaltsame Stunde, in der auch viele Fragen beantwortet wurden.<\/p>\n<p>Den meisten G\u00e4sten war der B\u00e4renzwinger am K\u00f6llnischen Park bekannt, viele haben ihn auch schon einmal besucht. Viele von ihnen kannten Nante und Jette, ein Begriff f\u00fcr die Berliner. Die vielen B\u00e4rentaufen im Berliner Tierpark Friedrichsfelde waren noch in guter Erinnerung. Viele der G\u00e4ste wussten noch nichts von Jettes 33 Kindern, was f\u00fcr ein Rekord.  In der heutigen Zeit w\u00e4re das nicht mehr m\u00f6glich, man denkt heute mehr an das Wohl der Tiere. Nur wenige B\u00e4renkinder von Jette blieben im B\u00e4renzwinger, die anderen wurden alle weitervermittelt.<\/p>\n<p><strong>Der B\u00e4renzwinger<\/strong><\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hlte von der Entstehungsgeschichte des B\u00e4renzwingers, der am 17. August 1939 er\u00f6ffnet wurde. Zwei der B\u00e4ren, Jule und Lotte kamen aus dem Berliner Zoo und die beiden anderen, Urs und Vreni, waren ein Geschenk der Stadt Bern nachtr\u00e4glich zur 700. Jahrfeier der Stadt Berlin. Purzel, der Geschwader B\u00e4r, kam 1941 in den B\u00e4renzwinger. Es war eine sehr schwere Zeit, da die Bev\u00f6lkerung Not litt. Das Futter f\u00fcr die B\u00e4ren zu beschaffen war nicht einfach. Viele Berliner brachten trotzdem das Wenige, was sie hatten f\u00fcr die B\u00e4ren vorbei.<\/p>\n<p>Bei den Stra\u00dfenk\u00e4mpfen 1945 kamen alle B\u00e4ren, bis auf Lotte um. Diese wurde sehr entkr\u00e4ftet vorgefunden und sie wurde im Juni 1945 dem Berliner Zoo \u00fcbergeben, wo sich gut erholte und noch bis 1971 lebte.<\/p>\n<p>In der Zeit nach dem Krieg wurde der Zwinger zugesch\u00fcttet, es gab wichtigeres zu tun.<br \/>\n1949 gab es wieder viele Berliner, die ein lebendiges Wappentier haben wollten. Nante und Jette waren erneut ein Geschenk der Stadt Bern, aus dem dortigen B\u00e4rengraben.<\/p>\n<p>Jette bekam 33 B\u00e4renkinder, aber nur ihre Tochter Julchen blieb im B\u00e4renzwinger. Nante verstarb 1979. Im Jahre 1981 kamen Taps und Schnute, B\u00e4rengeschwister aus Sta\u00dffurt nach Berlin. Taps war ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher B\u00e4r und sehr gro\u00df. Man bef\u00fcrchtete, dass er die Geschicklichkeit besa\u00df aus dem Wassergraben herauszuklettern. Aus diesem Grund versah man den \u00e4u\u00dferen, oberen Rand des Wassergrabens mit Wehrstacheln, die heute noch der Sicherheit der Besucher dienen.<\/p>\n<p>Taps wurde leider sehr krank und musste nach schwerer Krankheit 1990 eingeschl\u00e4fert werden. Als Nachfolger kam Tilo, nur wenige Monate sp\u00e4ter 1990 aus Bischofswerda nach Berlin. Nun lebten Maxi, Schnute und Tilo im B\u00e4renzwinger am K\u00f6llnischen Park. Es war f\u00fcr die B\u00e4ren und die Berliner eine ereignisreiche Zeit. 1989 fiel die Berliner Mauer, viele Berliner die ihre B\u00e4ren liebten und G\u00e4ste aus aller Welt besuchten das wundersch\u00f6ne Kleinod an der Wiege Berlins. Aber keiner wusste, wie geht es weiter. Zur DDR-Zeit geh\u00f6rte der B\u00e4renzwinger zum Berliner Tierpark Friedrichsfelde. Nach der Wende fehlte das Geld und der Tierpark wollte ihn u.a.wegen nicht artgerechter Haltung der B\u00e4ren schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Nach dem Mauerfall<\/strong><\/p>\n<p>Es ging ein Aufschrei durch die Bev\u00f6lkerung, alle wollten ihren lebendigen Berliner B\u00e4ren behalten. Die Berliner Morgenpost und die BZ richteten Spendenkonten ein und es wurde \u00fcberlegt, was man tun kann.<\/p>\n<p>Die Anlage mit den B\u00e4ren wurde der Stadt Berlin geschenkt. Die Verantwortung wurde dem Stadtbezirk Mitte \u00fcbertragen. Das Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt des Bezirkes betreut nun den B\u00e4renzwinger. Es wurde Geld zur Verf\u00fcgung gestellt, zwei feste Stellen f\u00fcr die \u201eB\u00e4renm\u00fctter\u201c eingerichtet und f\u00fcr den Umbau des B\u00e4renzwingers gesorgt. Die B\u00e4ren kamen in dieser Zeit im Winterquartier der Zirkus Union in Hoppegarten bei Berlin unter. Bald war es soweit und die B\u00e4ren konnten zur\u00fcck. Nun gab es eine Fu\u00dfbodenheizung f\u00fcr sie, ein Oberlicht im Deckenbereich und auch neue Wasserleitungen. Aber die Tiersch\u00fctzer waren nicht zufrieden.<\/p>\n<p>Wenn man die Entwicklung des Zwingers betrachtet, muss man sagen, dass unsere B\u00e4ren heute gut und vom Gesetz her artgerecht leben. Fr\u00fcher gab es nur Beton, heute Rindenmulch mit Erde gemischt, viel Gr\u00fcn, R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten, Spielm\u00f6glichkeiten, zwei Wassergaben und ein kleines Badebecken in der Freianlage rechts. Die beiden B\u00e4renm\u00fctter Frau Kutzner und Frau Gnad betreuen unsere B\u00e4ren sehr liebevoll. Es ist gut, dass der Tierschutz sich sehr zum Positiven f\u00fcr unsere B\u00e4ren ausgewirkt hat.<\/p>\n<p><strong>Die Berliner Stadtb\u00e4ren<\/strong><\/p>\n<p>Dann erz\u00e4hlte ich noch \u00fcber unsere Stadtb\u00e4ren. Der erste Berliner Stadtb\u00e4r war Urs, danach war es Nante. Sein Nachfolger war Taps und der vierte Stadtb\u00e4r war unser Tilo, der leider am 12. April 2007 nach einer Krebserkrankung eingeschl\u00e4fert werden musste.<\/p>\n<p>Vom Bezirksamt Mitte\/ Tiergarten und den Berliner B\u00e4renfreunden e.V. wurde beschlossen \u201eSchnute\u201c als erste Stadtb\u00e4rin zu benennen. Diese Wahl wurde von den Besuchern des B\u00e4renzwingers positiv aufgenommen.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Detail darf nicht vergessen werden. 1993 wurde Tilo kastriert, um die M\u00f6glichkeit auszuschlie\u00dfen B\u00e4renkinder zu zeugen. Aber er schlug allen ein Schnippchen, da im Januar 1994 Schnute von ihm drei B\u00e4renjunge (Rieke, Atze, Pieke) und auch Maxi zwei B\u00e4renkinder (B\u00e4rolina, Alex) bekamen. Diese wurden unter gro\u00dfer Begeisterung der Berliner Bev\u00f6lkerung besucht und getauft. Aber sie konnten dort auf Dauer nicht bleiben, der B\u00e4renzwinger ist f\u00fcr so viele B\u00e4ren nicht eingerichtet. Die Todesspritze stand drohend im Raum, aber die Berliner Bev\u00f6lkerung und die Presse machte Druck und so konnten nach vielen Verhandlungen die B\u00e4renkinder in den Zoo von Buenos Aires in Argentinien und in den Nationalpark in Cabarceno in Nordspanien \u00fcbersiedelt werden. Dort leben unsere \u201eBerliner B\u00e4renkinder\u201c noch heute und wir als Verein halten Kontakt zu ihnen.<\/p>\n<p><strong>Der Verein Berliner B\u00e4renfreunde e.V.<\/strong><\/p>\n<p>Unser Verein wurde am 10. November 1994 gegr\u00fcndet. Ziel unserer Mitglieder ist es die Geschichte des Berliner B\u00e4ren seit 1280 zu erforschen. Wir unterst\u00fctzen das f\u00fcr den Berliner B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park Bezirks- und Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt Berlin Mitte\/ Tiergarten bei der Unterhaltung und Popularisierung dieser bedeutenden Berliner Sehensw\u00fcrdigkeit, dazu sammeln alles \u00fcber den \u201eBerliner B\u00e4ren\u201c. Unser Herr Bathe geht auf \u201eB\u00e4renjagd\u201c mit der Kamera. Er sucht alles in Form von Skulpturen, Reliefs, Brunnen, Firmenlogos und Fenstern, die mit dem B\u00e4ren zu tun haben. Bald ist dar\u00fcber auch einiges auf unserer Website zu finden.<\/p>\n<p>Das war ein kurzer Abriss zu dieser kleinen Plauderei, mehr h\u00e4tte den Rahmen gesprengt. Als Dankesch\u00f6n gab es eine Flasche Sekt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen gab es noch viele Fragen zu kl\u00e4ren und die alten Postkarten vom B\u00e4renzwinger wurden mit viel Interesse angeschaut.<br \/>\nEs war ein unterhaltsamer Nachmittag und alle gingen mit neuem Wissen \u00fcber den \u201eBerliner B\u00e4ren\u201c nach Hause.<\/p>\n<p>Christa Junge<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13. Juni 2007 fand eine Veranstaltung zum Berliner B\u00e4ren im Feierabendheim Buckower Ring in Berlin-Marzahn statt. 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