{"id":13270,"date":"2019-04-08T18:10:52","date_gmt":"2019-04-08T16:10:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=13270"},"modified":"2019-04-25T11:23:00","modified_gmt":"2019-04-25T09:23:00","slug":"2018-atze-und-baerolina-in-colorado-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/2018-atze-und-baerolina-in-colorado-usa\/","title":{"rendered":"2018 Atze und B?rolina in Colorado USA"},"content":{"rendered":"<p>2018 Berliner B?renkinder von 1994 jetzt in Colorado<!--more--><\/p>\n<p>Das Wild Animal Sanctuary ist ein 789 Hektar gro?es Tierschutzgebiet in der N?he von Keenesburg, Colorado, USA. Das Heiligtum ist auf die Rettung und Pflege gro?er Raubtiere spezialisiert.<\/p>\n<p>Das Wild Animal Sanctuary betreibt derzeit zwei Standorte in Colorado mit mehr als 10.000 Hektar!&nbsp; Sie retten Tiere aus schwierigen Situationen in Gefangenschaft und rehabilitieren sie, damit sie in gro?en nat?rlichen Lebensr?umen mit anderen Artgenossen frei leben und die Natur erkunden k?nnen. Derzeit leben mehr als 25.000 L?wen, Tiger, B?ren, W?lfe und andere gro?e Raubtiere au?erhalb unseres Zoosystems in Amerika.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zeitschrift des The Wild Animal Sanctuary berichtet u.a. ?ber Tiere die neu in das riesige Tierschutzgebiet eingezogen sind.<\/p>\n<p>Wir haben Kontakt den Mitarbeitern des Wild Animal Sanctuary&nbsp; aufgenommen und Kent Drotar hat unsere Fragen beantwortet. Er gestattet uns die Seiten in denen ?ber Atze und B?rolina berichtet wird zu nutzen, da nicht nur wir, sondern auch die Berliner Bev?lkerung reges Interesse am Leben der B?renkinder von 1994, jetzt schon 25 Jahre jung, zeigen.&nbsp;<\/p>\n<p>Wir haben das O.K. f?r die Nutzung der Seiten 7 bis 9 der Zeitschrift &#8222;The Wild Animal Sanctuary&#8220; Winterausgabe 2018 von ihm erhalten. Daf?r unseren herzlichen Dank.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p><em><strong>Weltb?rgerliche B?ren d?rfen endlich Winterschlaf halten<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Man k?nnte Atze und B?rolina als weltb?rgerliche B?ren bezeichnen, denn Jetsetten geh?rt zu ihrem Lebensstil und sie reisen mit Coolness in einem fremden Land. Dennoch hatte dieses wundersch?ne Paar geb?rtiger Argentinier noch ein paar Dinge ?ber das Leben n?rdlich des ?quators zu lernen.<\/p>\n<p>Im Alter von 22 bzw. 24 Jahren hatte das Paar sein gesamtes Erwachsenenleben an einem Ort verbracht, an dem die Temperaturen nachts nur selten unter 10\u00b0C sanken. Leider tragen solch milde Temperaturen nicht dazu bei, zwei ?ber 900 Pfund schwere B?ren vom Winterschlaf zu ?berzeugen.<\/p>\n<p>Zusammen mit hunderten anderer Tiere mussten die beiden B?ren nicht nur den Buenos Aires Zoo, sondern gleich das Land verlassen, nachdem die Regierung beschloss, den Zoo zu schlie?en. Nach mehr als 140 Jahren in Betrieb war der Zoo schlicht veraltet und soll nach seinem Abriss als ?Eco Park? neu errichtet werden.<\/p>\n<p>Von offizieller Seite wurde bekannt gegeben, dass ?dieser einzigartige Raum in ein ?kologisches Zentrum verwandelt werden soll, wo die Sorge von Natur und Leben gesch?tzt, erforscht und gef?rdert werden soll.? Es wurde aber auch klar gemacht, dass das neue Konzept nicht einheimische Wildtiere ausschlie?t, was zur Folge hatte, dass alle Tiger, L?wen, Leoparden und andere nicht einheimische Wildtiere gehen mussten.<\/p>\n<p>Leider haben auch viele andere Zoos in Argentinien ihre T?ren geschlossen, weshalb es keine M?glichkeit zur Unterbringung im Inland gab. Daher wurde f?r die meisten der Tiere ein neues Zuhause in Schutzzentren auf der ganzen Welt gefunden und einige der gro?en Raubtiere wurden in die Vereinigten Staaten geschickt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Schutzzentrum wurde vor ein paar Jahren von Vertretern des Zoos kontaktiert und wir sagten unsere Hilfe zu. Der Zoo stellte jedoch schnell fest, dass die Logistik des Transports gef?hrdeter Spezies und anderer gro?er Raubtiere ?ber internationale Grenzen und ?ber gro?e Entfernungen umfangreiche Planung und vielschichtige Dokumentation voraussetzt.<\/p>\n<p>Es dauerte eine ganze Weile l?nger als gedacht, bevor schlie?lich die ersten Tiere die Reise in ihr neues Zuhause beginnen konnten. Was uns angeht, hatte der Zoo gefragt, ob wir Atze und B?rolina ein Zuhause f?r den Rest ihres Lebens bieten k?nnten.<\/p>\n<p>Sie hatten Recherchen ?ber alle Schutzzentren in Nordamerika angestellt und festgestellt, dass unsere gro?fl?chigen Lebensr?ume Atze und B?rolina mehr als genug M?glichkeiten geben w?rden, ein nat?rlicheres Leben zu f?hren. Letztendlich wollten alle, dass die B?ren sich frei bewegen k?nnen und endlich ihre erste M?glichkeit bekommen, Winterschlaf zu halten.<\/p>\n<p>F?r Kodiak-Grizzlyb?ren spielt der Winterschlaf eine wichtige Rolle im Lebenszyklus, auch wenn sie in Gefangenschaft leben. Viele der B?ren, die wir retten, hatten zuvor nie die M?glichkeit, die f?nf Phasen zu durchleben, wie sie es eigentlich j?hrlich tun sollten.<\/p>\n<p>Die Phasen sind folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Normale Aktivit?t,<\/li>\n<li>Hyperphagie,<\/li>\n<li>Herbstwandel,<\/li>\n<li>Winterschlaf und<\/li>\n<li>Fasten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat?rlich dauert die normale Aktivit?t vom sp?ten Fr?hling durch den Sommer hinweg an, wenn die B?ren normal leben.<\/p>\n<p>Wenn die Hyperphagie beginnt, nehmen sie zu, um Energie zu speichern. Diese werden sie brauchen, um den Winter zu ?berleben, wenn ihr normales Nahrungsangebot nicht zur Verf?gung steht. In diesem Zeitraum essen und trinken sie exzessiv, um sich f?r den Winterschlaf zu m?sten. B?ren mit uneingeschr?nkten Ressourcen nehmen t?glich enorme Mengen von Nahrung und Wasser zu sich, w?hrend sie ihren K?rper von Giftstoffen entschlacken.<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>Der Herbstwandel beginnt nach der Hyperphagie, wenn die Stoffwechselprozesse eines B?ren sich in Vorbereitung auf den Winterschlaf ver?ndern. Sie fangen an, weniger zu essen, trinken aber weiter, um den K?rper weiter zu entschlacken. Sie werden zunehmend tr?ge und ruhen mindestens 22 Stunden am Tag. Ihre Herzschlagfrequenz sinkt von 80-100 auf 50-60 pro Minute und ihre Ruheherzschlagfrequenz sinkt von 60-70 auf weniger als 22 pro Minute.<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p>Ihre Herzschlagfrequenz kann sogar bis auf 8-21 Schl?ge pro Minute singen, und die Durchblutung der Skelettmuskeln (insbesondere der Beine) kann um 45% oder mehr verringert werden. Das erschwert es manchen B?ren, im Winter aufzuwachen und davonzulaufen.<\/p>\n<p>Als Fasten bezeichnet man die 2-3 Wochen nach ihrem Aufwachen im Fr?hling, wenn ihre Stoffwechselprozesse beginnen, sich auf Sommerniveau zu normalisieren. W?hrend des Fastens essen und trinken B?ren freiwillig weniger, als sie es w?hrend des Sommers tun w?rden und scheiden daher auch weniger Urin, Stickstoff, Kalzium, Phosphor und Magnesium aus.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderDer Winterschlaf beinhaltet eine kontinuierliche Ruhephase mit deutlich verringerter Herzfrequenz und Stoffwechsel. ?berwinternde B?ren k?nnen bis zu 4.000 Kalorien pro Tag verbrauchen, haupts?chlich verlieren sie K?rperfett, aber sie fressen nicht, trinken, urinieren oder entleeren nicht den Darm. Sie reduzieren den Sauerstoffverbrauch um die H?lfte durch nur einmaliges Atmen alle 45 Sekunden.<\/p>\n<p>Daher kann es unerw?nschte Folgen f?r die Gesundheit von B?ren haben, wenn sie in warmem oder hei?em Klima gehalten werden. Nat?rlich k?nnten Atze und B?rolina weiterhin in solch einem anderen Lebensraum ?berleben, aber da B?ren tausende von Jahren gebraucht haben, ihre K?rper an diesen einzigartigen Lebensstil anzupassen, ist es besser, ihnen einen Lebensraum mit stabilen vier Jahreszeiten zu bieten.<\/p>\n<p>Es leben (und schlafen) derzeit fast 200 B?ren in unserem Schutzzentrum, daher haben wir definitiv Pl?tze in der ersten Reihe, wenn es darum geht, die 5 Phasen zu beobachten, die die B?ren durchleben. Man kann definitiv eine Verbesserung ihrer Gesundheit und ihrer Zufriedenheit feststellen, wenn sie endlich so leben k?nnen, wie es von der Natur vorgesehen ist. Deshalb sind wir gro?e Fans davon, B?ren in k?hlerem Klima leben zu lassen!<\/p>\n<p>Wie f?r all unsere geretteten Tiere, begann f?r das Paar nach ihrer Ankunft in unserem Schutzzentrum eine kurze Einf?hrungszeit. Atze und B?rolina wurden vorr?bergehend in K?figen untergebracht, die in ihrem neuen, gro?en Lebensraum standen. So hatten sie Zeit, sich an den Anblick, die Ger?che und die Menschen ihres neuen Zuhauses zu gew?hnen.<\/p>\n<p>Beide waren ein wenig vorsichtig und haben nur langsam Vertrauen zu ihren neuen menschlichen Betreuern gefasst &#8211; damit hatten wir aber gerechnet. Die konstante Versorgung mit Weintrauben, Wassermelone, Erdbeeren, Fisch und Marshmallows konnte die beiden davon ?berzeugen, dass unsere Tierpfleger auf ihrer Seite sind.<\/p>\n<p>Dass in der N?he direkt eine andere Gruppe von Braunb?ren lebt, hat ihre Perspektive auch aufgehellt, denn nebenan war eine aktive Familie syrischer Braunb?ren. Es stellte sich heraus, dass Simon, Paula und Kelly begeistert waren, endlich Nachbarn zu haben, und sie wollten nur zu gern, dass das vorsichtige B?renpaar ihnen beim t?glichen Spielen zuschaut.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p>Nach etwa einer Woche durften Atze und B?rolina ihre kleinen K?fige verlassen. Sie begannen sofort damit, ihren neuen Lebensraum zu erkunden und entdeckten schnell die unterirdischen H?hlen. B?rolina z?gerte kurz, aber nach einem weitern Schn?ffeln tauchte sie in den dunklen, stillen Hohlraum ab.<\/p>\n<p>Atze hatte sie aus der Ferne dabei beobachtet und ihm war klar, dass sie in eine Art von unterirdischer H?hle verschwunden sein musste, also erkundete er die Umgebung, bis er eine eigene H?hle zum auskundschaften gefunden hatte. Er machte sich den Tunnel, der zu einem gem?tlichen Pl?tzchen unter der Erde f?hrt, schnell zunutze und verbrachte die n?chste Stunde mit einem st?ndigen Kommen und Gehen, als wollte er die Logistik seines neuen Schatzes in- und auswendig lernen.<\/p>\n<p>Seit sie im Herbst bei uns ankamen, hatten Atze und B?rolina etwas Zeit, sich an ihr neues Zuhause zu gew?hnen und sich f?r den anstehenden Winter zu m?sten. Ihre Hyperphagie-Phase ist abgeschlossen und beide befinden sich jetzt im Herbstwandel. Man sieht sie jede Woche weniger.<\/p>\n<p>Sie trinken noch mehr als alles andere und werden zeitnah ihren Winterschlaf beginnen. Zu Thanksgiving schlafen all unsere Grizzlyb?ren im Normalfall bereits &#8211; und alle anderen eigentlich auch. Hier und da sind vielleicht noch ein paar Schwarzb?ren unterwegs, die bis Mitte Dezember durchhalten, aber auch das ist eher selten.<\/p>\n<p>&nbsp;Im Fr?hling werden Atze und B?rolina erfrischt aufwachen und sich so gefestigt f?hlen wie bisher noch nie in ihrem Leben. Die verschiedenen Phasen ihres j?hrlichen Zyklus zu durchleben, hat sie auf Weg zu einer vollen Genesung gebracht.<\/p>\n<p>Wir sind unfassbar froh, Atze und B?rolina helfen zu k?nnen, vor allem, weil sie ganz dringend ein gutes Zuhause brauchten. Beide werden den Rest ihres Lebens hier verbringen k?nnen und jeden Winter davon tr?umen zu laufen, zu spielen und all die s??en Fr?chte, Fisch und anderes leckeres Futter zu fressen.<\/p>\n<p>Tr?umt weiter, unsere wundervoll molligen Freunde, tr?umt weiter?<\/p>\nngg_shortcode_5_placeholder\n<p>Anmerkung:<\/p>\n<p>Atze und Rieke wurden am 13.01.1994 und B?rolina am 7.01.1994 in Berlin geboren. Am 22.08.1994 flogen sie nach Buenos Aires. Sie lebten im Zoo bis 2016 und dann im Eco Park. Seit dem 27. Oktober 2018 haben unsere beiden Berliner B?ren Atze und B?rolina, in Colorado einen neues Zuhause gefunden.<\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2018 Berliner B?renkinder von 1994 jetzt in Colorado<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,273,153,23,238,266,3],"tags":[274],"class_list":["post-13270","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-atze-und-baerolina","category-baerenkinder-von-1994","category-berliner-bar","category-hibernation-winterschlaf","category-jahr-2019","category-topthema","tag-wild-animal-sanctuary-colorado"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13270"}],"version-history":[{"count":36,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13350,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13270\/revisions\/13350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}