{"id":1377,"date":"2012-07-25T22:26:20","date_gmt":"2012-07-25T21:26:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=1377"},"modified":"2012-07-31T05:27:26","modified_gmt":"2012-07-31T04:27:26","slug":"rudiger-snay-ein-berliner-bar-unter-wasser-vor-der-insel-elba-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/rudiger-snay-ein-berliner-bar-unter-wasser-vor-der-insel-elba-in-italien\/","title":{"rendered":"R?diger Snay &#8211; Ein Berliner B?r unter Wasser vor der Insel Elba in Italien"},"content":{"rendered":"<p>Ein Berliner B?r unter Wasser in Italien &#8211; R?diger Snay erz?hlt die Geschichte, wie der Berliner B?r nach Italien kam<!--more--><strong>R?diger Snay &#8211; Taucher mit Leidenschaft<br \/>\nund autodidaktischer Bildhauer\u00a0aus Berlin-Zehlendorf<\/strong><\/p>\n<p>R?diger Snay, Jahrgang 1927, blickt f?r uns auf das Jahr 1973 zur?ck. Seit vielen Jahren sind er und seine Taucherkollegen Mitglied im Deutschen Unterwasser Club (DUC).<\/p>\n<p>Im In- und Ausland gab und gibt es viele Berliner B?ren, die in der Zeit des kalten Krieges aufgestellt wurden, um den Zusammenhalt der Bev?lkerung mit dem geteilten Berlin zu demonstrieren.<\/p>\n<p>R?diger Snay, Robert Haberling und weitere Taucherkameraden fuhren oft nach Italien auf dem Campingplatz in Tallinucci um Urlaub zu machen. Es war nur so ein Gedanke, warum gibt es hier keinen Berliner B?ren?<br \/>\n1973 wurde die Idee verwiklicht.<\/p>\n<p>Zuerst war nur eine Gedenkplatte im Gespr?ch, aber die Idee mit dem Berliner B?ren lie? ihn nicht los. Wie stellt man einen Berliner B?r her?<\/p>\n<p>R?diger Snay lie? sich nicht entmutigen. Als Vorbild nahm er den B?ren von Renee Sintenis, aber sein B?r h?lt die rechte Pfote zur Begr??ung von Taucherkameraden nach oben, die Ohren sind gr??er und da er den Stummelschwanz vergessen hatte, wurde dieser nachgearbeitet und es f?llt ?berhaupt nicht auf.<br \/>\nKein Taucher kannte die Kilometer von Elba bis Berlin. Die Kilometerangabe wurde durch einige Tauchkameraden ermittelt, die mit Tacho Null von Berlin Funkturm losfuhren und von den gefahrenen Kilometern wurde der Mittelwert bestimmt, der mit 1.435 km noch heute dem richtigen Wert entspricht. 1973 gab es noch keine Navigationsger?te f?r den PKW.<\/p>\n<p><strong>Doch wie entsteht so ein Berliner B?r?<\/strong><br \/>\nErst formte R?diger Snay aus Ton einen B?ren, der mit Polyester Glasfaser verst?rkt umkleidet wurde. Sp?ter wurde er an den Teilungsfugen aufges?gt.\u00a0Der Ton wurde entfernt, in die Form wurde ein Eisenskelett aus Moniereisen eingepasst und mit 36 Schrauben die Negativ Formteile verschraubt. Die Form wurde eingefettet, Beton gemischt und eingef?llt. Nach einigen Tagen war der Beton ausgeh?rtet, die negativ Form entfernt und der B?r wurde entgratet.<\/p>\n<p>Der 70 cm gro?e Berliner B?r wurde ins Auto verfrachtet und ab ging es auf den Campingplatz Tallinucci. Auch Zement wurde nicht vergessen. Dort wurde mit Hilfe eines Holzkastens 40x40x25 cm der Sockel gegossen. Vorher befestigte man noch je ein Negativschild mit dem Wort BERLIN auf der rechten Seite, links wurde die Anzahl der Kilometer mit 1.435 angegeben. Der Berliner B?r wurde in der Mitte des Sockels unter den Tatzen einbetoniert. Eine Plakette wurde am Fu? des Berliner B?ren angebracht, mit dem Namen der &#8222;beiden Erbauer&#8220;, mit der Jahreszahl 1973 und DUC.<\/p>\n<p>Nun kam die schwerste Arbeit: Der Sockel alleine wog schon 80 kg, der B?r 22 kg.\u00a0Zwei starke M?nner trugen den Berliner B?ren auf dem Sockel ins Boot, welches dadurch sehr tief im Wasser lag. Der B?r wurde noch mit Blumen geschm?ckt. Seile mit Auftriebsk?rper wurden am B?ren befestigt, ihn ?ber Bord zu hieven war nicht einfach, aber dann schwebte er im Wasser. Der Taucher Robert Haberling und das Ehepaar Schering haben den Berliner B?ren auf den Felsengrund gezogen, der vorher mit einer Stahlb?rste gereinigt wurde. Befestigte Zeltheringe wurden im Boden verankert.<\/p>\n<p>R?diger Snay blieb die ganze Zeit im Boot und ?berwachte die Aufstellung des B?ren in 21,5 Meter Tiefe. Er ging erst jetzt tauchen, um zu sehen, wie der Berliner B?r seinen Platz gefunden hat. Einen Platz, wo die Fischer mit ihren Netzen keinen Schaden anrichten k?nnen. Am n?chsten Tag wurde der Sockel mit Beton verfestigt.<\/p>\n<p>Noch heute besuchen Taucher des DUC den Berliner B?ren und reinigen ihn von Algen und Muscheln, die ihm anhaften.\u00a0Kurz danach wurde wieder ein Berliner B?r gegossen und bei einem erneuten Urlaub auf dem Gel?nde des Campingplatzes Tallinucci aufgestellt. Dieser B?r hat reflektierende Augen. Er soll alle Besucher an Berlin erinnern!<\/p>\n<p>Weitere Berliner B?ren entstanden auf Wunsch anderer Tauchkameraden, die bei der Versenkung und Aufstellung des Berliner B?ren beteiligt waren. Inzwischen stehen 15-20 Berliner B?ren deutschlandweit in den G?rten seiner Mitstreiter. Drei der Berliner B?ren erhielten einen Platz im Garten von Herrn Snay. Der Berliner B?r auf dem Foto mit Gartenzwerg steht in Murr\/ Murr bei Frank Haberling. <\/p>\n<p>Hier der Link:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.duc-berlin.de\/archiv.htm\" title=\"Berliner B?r in Italien\" target=\"_blank\">http:\/\/www.duc-berlin.de\/archiv.htm<\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Geschichte trug sich zu, als der Fischer Latendorf R?diger Snay darum bat, ein Fischereihindernis zu beseitigen.<br \/>\nDie Taucher vom DUC unterst?tzten sein Anliegen. Bei Tauchg?ngen stellte sich heraus, dass ein Ziegellastkahn (Kaffenkahn) 30m lang seit ca. 1840 im Schlamm 140 Jahre begraben lag. Er war zu dieser Zeit der Letzte und 1987 der einzig bekannte Kahn dieser Art. &#8222;Kaffe&#8220; bezeichnet den vorderen und hinteren Abschluss des Kahns. Die zum Teil sehr langen Spitzen dienten als Schmuck und dem Schiffer als Orientierungshilfe beim Steuern. Berlin wurde aus dem Kahn gebaut! Alle Ziegel, die hier verbaut wurden, kamen ?ber den Wasserweg.<br \/>\nZuerst musste das Wrack in hunderten von Stunden vom Schlick befreit werden. <\/p>\n<p>Der gesunkene Kahn wurde von der Last der Ziegel befreit. Dazu wurden die Ziegel in ca. 4,5 m Wassertiefe, bei v?lliger Dunkelheit, in die Gitterboxen geladen, unter Wasser gef?llt und von einem Krahn gehoben. Sie wurden sp?ter abtransportiert. 150 Gitterboxen &#8211; aufgereit aufgestellt, ergeben eine L?nge von 180 m.  Insgesamt wurden so  ca. 70 t im nassen Zustand bewegt. Schwerstarbeit f?r die Taucher. Das Vor- und Achterschiff fehlte. Sie wurden wahrscheinlich durch den Munitionsr?umdienst abgerissen.<\/p>\n<p>Das Deutsche Technikmuseum Berlin interessierte sich sehr f?r den Kaffenkahn und wollte ihn f?r das Museum.<\/p>\n<p>Als der Kahn entladen war, schwamm er hoch. Er wurde f?r das Technikmuseum unter Polizeischutz abgeschleppt. Die Schleuse Spandau wurde extra gesperrt. Der alte Kahn galt als Sondertransport und wurde zu einer Werft in Spandau gebracht, aufgeschlippt, getrocknet und zwischengelagert. Im Inneren des Kahns fanden sich hunderte von Handwerks- und Haushaltsger?ten, die ebenfalls dem Technikmuseum ?bergeben wurden. Der Neubau des Museums war schon geplant, aber der Mast des Schiffes passte nicht in das alte Konzept. Die Pl?ne mussten umgearbeitet werden. 1987 war es soweit und der alte Ziegel-Kahn fand seinen endg?ltigen Platz. Der Kaffenkahn war vielseitig einsetzbar, er wurde gesegelt, getreidelt oder gestakt. Er hatte keinen Motor.\u00a0Heute k?nnen Sie den Ziegel-Kahn mit all seinen geborgenen Sch?tzen im Deutschen Technikmuseum Berlin in der Abteilung Schifffahrt sehen.<\/p>\n<p>Es gab noch einen sch?nen Abschluss. Ein gro?er Teil der geborgenen Ziegel (Biberschw?nze), sie stammten von der der Firma Cb und W.Grothe aus Rathenow und wurden im Jahre 2000 im Holl?ndischen Viertel in Potsdam bei der Rekonstruktion eines historischen Geb?udes eingesetzt.<\/p>\n<p>Hier der Link:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sdtb.de\/Schifffahrt.93.0.html\" title=\"Deutsches Technikmuseum Berlin\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sdtb.de\/Schifffahrt.93.0.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaffenkahn\" title=\"Wikipedia Kaffenkahn\" target=\"_blank\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaffenkahn<\/a><\/p>\n<p><em>Christa Junge<\/em><\/p>\n<p>Die Freigabe der Fotos erfolgte durch R?diger Snay Juli 2012<\/p>ngg_shortcode_0_placeholder","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Berliner B?r unter Wasser in Italien &#8211; R?diger Snay erz?hlt die Geschichte, wie der Berliner B?r nach Italien kam<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[31,3],"tags":[],"class_list":["post-1377","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jahr-2012","category-topthema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1377"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1377\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1420,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1377\/revisions\/1420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}