{"id":18464,"date":"2023-09-29T17:33:31","date_gmt":"2023-09-29T15:33:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=18464"},"modified":"2024-10-17T10:31:06","modified_gmt":"2024-10-17T08:31:06","slug":"berlin-mitte-gaststaette-zur-letzten-instanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/berlin-mitte-gaststaette-zur-letzten-instanz\/","title":{"rendered":"Berlin-Mitte Gastst?tte &#8222;Zur Letzten Instanz&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p>Geschichte &#8222;Zur Letzten Instanz&#8220; in Berlin Mitte <\/p>\n\n\n\n<p>Zur letzten Instanz ist der Name einer der ?ltesten Berliner Gastst?tten. Sie entstand im 16. Jahrhundert in einem Wohnhaus als Branntweinstube und erhielt mehrfach neue Namen. Der heutige denkmalgesch?tzte Geb?udekomplex ist ein Wiederaufbau nach Zerst?rungen im Zweiten Weltkrieg. Die Gastst?tte befindet sich in der Waisenstra?e im Ortsteil Mitte unmittelbar in der N?he eines St?cks erhaltener mittelalterlicher Stadtmauer. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Waisenstra?e im Ortsteil Mitte ist Bestandteil des als Klosterviertel bezeichneten Teils von Alt-Berlin. Dazu geh?ren der Molkenmarkt, die Grunerstra?e, Stadtbahn (ehemaliger Festungsgraben)und die Spandauer Stra?e. Die Gastst?tte, Adresse Waisenstra?e 14-16, steht in der N?he des ehemaligen Bullenwinkels, einer von der Stadtmauer begrenzten Stichstra?e, in der Fleischer noch im 19. Jahrhundert das Vieh zur Nacht oder zur Schlachtung zusammentrieben.  <br \/><\/p>\n\n\n\n<p>1550-1990<br \/>Das Haus, dessen R?ckwand gleichzeitig die Berliner Stadtmauer bildete, wurde erstmals 1561 urkundlich erw?hnt. Die Bauweise, unter Nutzung vorhandener Mauern, bezeichnete man sp?ter als Wiekhaus, von denen keine weiteren im Alt-Berliner Stadtbild erhalten sind. Das H?uschen, f?r zwei bis drei Familien ausgelegt, stand in dem Verkehrsweg parallel zur Stadtmauer, der zu dieser Zeit Stralauer Mauer hie?. Als Trinkstube genutzt wurde das Haus erstmals 1621. In diesem Jahr er?ffnete ein Reitknecht des damaligen Kurf?rsten eine Branntweinstube im Erdgeschoss. Um 1715 nannten die Eigent?mer die Schankwirtschaft Zum Bierst?bchen am Glockenspiel in Anlehnung an das in diesem Jahr in der benachbarten Parochialkirche installierte Glockenspiel. Eine wirtschaftliche Nutzung scheint sich ?ber Jahrzehnte erhalten zu haben, im Jahr 1822 findet sich im Adressbuch beispielsweise diese Eintragung: Eigent?mer Hr. Junge, Nutzung als Wirtschaftshof durch (Hrn.) Schr?der. Als die Stra?e im Jahr 1861 ihren Namen nach dem in der benachbarten Stralauer Stra?e errichteten Waisenhaus erhielt, bewirtschaftete ein Gastwirt namens Runge die Schankstube.<br \/>Erst im Jahr 1924 erhielt die Gastst?tte durch den damaligen Besitzer                                                         G. Hoffmann den heutigen Namen. Um das Jahr 1930 ?bernahm das Ehepaar Rechenberg die Bewirtschaftung der Gastst?tte. Die Eigenbezeichnung &#8222;?lteste Gastst?tte Berlins&#8220; ist nicht ganz exakt, sie trifft lediglich auf die Nutzung des Hauses zu, nicht jedoch auf den aktuellen Namen Letzte Instanz. Die Alte Waldsch?nke in Berlin-Tegel tr?gt ihren Namen seit 1650 jedoch ununterbrochen.                                                                                Das Haus Waisenstra?e 15 wurde im Zweiten Weltkrieg stark besch?digt, vom Berliner Magistrat aber als wiederaufbauf?hig angesehen. Nach dem Krieg befand sich das Haus durch die seinerzeitige alliierte Aufteilung der Stadt in Ost-Berlin. Im November 1961 beschloss die Stadtverwaltung, die Letzte Instanz als Touristenmagnet in Form einer HO-Gastst?tte wieder zu er?ffnen. Aufgrund des zus?tzlichen Platzbedarfs wurde das ?u?erlich klassizistische Geb?ude Waisenstra?e 15 zusammen mit den Nebenh?usern 14 und 16 bis auf die Grundmauern abgetragen und als neues Bauensemble                 HO-Gastst?tte Zur letzten Instanz im Januar 1963 wieder er?ffnet. Hierbei ging die mittelalterliche Substanz sowie die historische Raumaufteilung der drei Bauwerke im Wesentlichen verloren.  <br \/>Die hinzugenommenen Geb?ude stammen ebenso aus dem 16. Jahrhundert wie das Haus Nummer 15. Die Waisenstra?e 14 diente vier Familien als Bleibe, von denen viele kleine Handwerker waren (mehrfach sind Schneider genannt), das Haus Nummer 16 war ein Wohnmietshaus, in welchem etwa sechs bis acht Mietparteien untergebracht waren.                                                                                                          Diese Rekonstruktion nach dem Originalhaus f?hrte zu einer Erweiterung der Gastst?tte, die seitdem drei Gastr?ume f?r bis zu 120 G?ste, acht Hotelzimmer mit 13 Betten und eine Zweizimmerwohnung f?r den Wirt bereith?lt. Die nachempfundenen Teile der Stadtmauer zieren noch immer die R?ckseite des Geb?udes.<\/p>\n\n\n\n<p>1990-heute<br \/>Die Innenr?ume haben mit der Originalgastst?tte der 1920er Jahre nur noch in Details Verwandtschaft, zeugen allerdings von Alt-Berliner Gasthauskultur. Wieder aufgestellt wurde der historische Kachelofen aus Majolika-Kacheln, an dem schon Prominente wie Napoleon Bonaparte gesessen haben sollen.<br \/>Der franz?sische Staatspr?sident Jacques Chirac besuchte die Gastst?tte am 24. Februar 2003 anl?sslich eines Staatsbesuches mit Bundeskanzler Gerhard Schr?der. Einige Einrichtungsgegenst?nde aus der Zeit der Entstehung des Geb?udes sind erhalten. Vor 1924 hie? die Alt-Berliner Kneipe kurzzeitig Maria Beil, wohl nach dem Vornamen des P?chters H. Beil, Gastwirt um 1900 hier selbst. In den folgenden Jahren wechselten die Gastwirte noch h?ufig, so weist das Adressbuch 1910 einen H. Liebig und eine Schankwirtin L. Idakowski aus.<br \/>Die Namensfestlegung auf Letzte Instanz im Jahr 1924 wird auf die Einweihung des Gerichtsgeb?udes in der Neuen Friedrichstra?e, der heutigen Littenstra?e, zur?ckgef?hrt.<br \/>Einer Legende zufolge sollen an diesem Gericht zwei Bauern einen langwierigen und erfolglosen Rechtsstreit gef?hrt haben. In der Gastst?tte bei einem Glas Bier konnten sie aber &#8211; sozusagen &#8222;in letzter Instanz&#8220; &#8211; Frieden schlie?en. Zu DDR-Zeiten befand sich in der Littenstra?e neben anderen Gerichten auch das Oberste Gericht der DDR &#8211; tats?chlich die letzte Instanz. <br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Nutzung <br \/>Zu dem Ensemble geh?rt ein Biergarten (50 Pl?tze) mit Blick auf die letzten verbliebenen Reste der ?ltesten Stadtmauer aus Lesesteinen, deren Gr?ndung bis zu 3,50 Meter dick sein soll. Die Speisekarte erz?hlt eine kurze Geschichte eines m?glichen vor Gericht ausgetragenen Nachbarschaftsstreits in Berliner Mundart und nennt dabei die angebotenen Speisen. Diese haben damit einen Bezug zur Rechtsprechung wie die Berliner Bulette &#8222;Verhandlungspause&#8220;, die gebratene Kalbsleber &#8222;Kreuzverh?r&#8220; oder ein Kabeljaufilet &#8222;Justizirrtum&#8220;.<br \/><\/p>\n\n\n\n<p>Medien<br \/>Das Restaurant war Drehort in verschiedenen Spiel- und Fernsehfilmen.<br \/>&#8220; 1973 &#8211; einer der Drehorte f?r den sowjetischen Spionagefilm Siebzehn Augenblicke des Fr?hlings. Dort hie? es allerdings ?Zum groben Gottlieb&#8216;,<br \/>&#8220; 2003 &#8211; Drehort des Kinofilms Liegen lernen von Hendrik Handloegten,<br \/>&#8220; 2014 &#8211; namensgebender Drehort der Folge Die letzte Instanz der Rechtsanwalt-Joachim-Vernau-Reihe mit Jan Josef Liefers<br \/>Quelle WIKIPEDIA<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,667,664,3,663],"tags":[],"class_list":["post-18464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-berliner-stadtmauer","category-eine-der-aeltesten-gaststaetten-in-berlin","category-topthema","category-zur-letzten-instanz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18464"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19426,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18464\/revisions\/19426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}