{"id":2736,"date":"2014-01-17T00:42:22","date_gmt":"2014-01-16T22:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=2736"},"modified":"2014-01-19T11:49:38","modified_gmt":"2014-01-19T09:49:38","slug":"rettung-des-berliner-baren-in-santiago-de-chile-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/rettung-des-berliner-baren-in-santiago-de-chile-teil-i\/","title":{"rendered":"Rettung des Berliner B\u00e4ren in Santiago de Chile -Teil I"},"content":{"rendered":"<p>Berliner B\u00e4r in Chile, 12.500 km von Berlin entfernt<!--more-->Vom Sockel gest\u00fcrzt und unbeachtet liegt er im Geb\u00fcsch neben einer Verbindungsfahrbahn der Stra\u00dfenkreuzung Avendia Kennedy \/ Manquehue in Santiago de Chile, \u00fcber 12.500 km von seiner Heimatstadt Berlin entfernt. Er ist nur 85 cm gro\u00df, voller Farbe verschiedener Graffiti-\u201eK\u00fcnstler\u201c, von denen zum Gl\u00fcck niemand seine bronzene Struktur erkannt und zu Geld gemacht hat. Der Sockel, ca. 1,50m hoch, ist besch\u00e4digt, ein Baufahrzeug war unvorsichtig und dagegen gefahren, was ihn von seiner gehobenen Position gest\u00fcrzt hatte. Was soll nun aus ihm werden, hier am Boden, mag sich der kleine Berliner B\u00e4r gedacht haben, irgendwann zwischen Juli 2012 und Februar 2013? Werde ich bald zu Altmetall erkl\u00e4rt und entsorgt, 40 Jahre nach meiner feierlichen Aufstellung 1972?<\/p>\n<p>Aber dazu kam es nicht. Er wurde entdeckt, denn die Angeh\u00f6rigen der deutschen Feuerwehrkompanie zu Santiago bemerkten im Februar 2013 sehr wohl sein Fehlen auf dem Sockel und entdeckten den kleinen Pelztr\u00e4ger dann im Geb\u00fcsch liegend. Da sie sich Sorgen um seine weitere Zukunft machten, entschieden sie sich, ihn erst einmal in Sicherheit zu bringen und verfrachteten den zentnerschweren Brocken auf ihre Feuerwache, wo er ein gutes halbes Jahr unter der Treppe zum Obergescho\u00df stand.<\/p>\n<p>Chile ist ein Einwandererland, schon immer gewesen, und so kam es, dass schon 1851 die erste Kolonialfeuerwehr nach deutschem Vorbild in Valparaiso, 120 km von Santiago entfernt, gegr\u00fcndet wurde. In Santiago de Chile sind heute 7 der 22 Freiwilligen Feuerwehren sogenannte Kolonialfeuerwehren. Es gibt u. a. eine franz\u00f6sische, eine italienische und nat\u00fcrlich auch eine deutsche, die 15. Feuerwehrkompanie, gegr\u00fcndet 1958. Die Verbundenheit der jeweiligen Kolonialfeuerwehren mit ihrem Heimatland wird unter anderem dadurch ausgedr\u00fcckt, dass sie mit Fahrzeugen nach heimischem Muster ausgestattet sind und auch die heimatlichen Traditionen pflegen. So r\u00fcckt die \u201e15te\u201c mit leuchtrot lackierten Fahrzeugen aus, auf denen gro\u00df FEUERWEHR steht und nur deutlich kleiner BOMBEROS DE CHILE.<\/p>\n<p>Der Kommandant der Gesamtfeuerwehr von Santiago, Cristobal Goni, selber aus der deutschen Feuerwehrkompanie hervorgegangen, war k\u00fcrzlich bei der Berliner Feuerwehr zu Gast und erkl\u00e4rte lakonisch: \u201eDieser B\u00e4r darf nicht verkommen!\u201c<\/p>\n<p>Sein Ziel war, eine Erlaubnis zu bekommen, ihn vor der deutschen Feuerwache aufstellen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Als erstes wurde der Deutsch-Chilenische Bund gefragt, auf dessen Initiative der B\u00e4r \u00fcberhaupt nach Chile kam, aber dazu im zweiten Teil mehr. Der Bund erteilte seine Zustimmung.<\/p>\n<p>Der Direktor der dt. Feuerwehrkompanie, Jorge Tapia Castillo, trat gemeinsam mit Dietrich Angerstein, Gr\u00fcndungsmitglied der dt. Feuerwehrkompanie, an die Stadtverwaltungen von Las Condes und Vitacura heran, deren gemeinsame Verwaltungsgrenze genau an dieser Kreuzung liegt. Beide Verwaltungen zuckten mit den Schultern und wussten so recht nichts mit der Anfrage anzufangen. Man war sich gar nicht bewusst, dass man diesen B\u00e4ren an der Kreuzung zu stehen hatte. Unter dem Strich waren die Stadtverwaltungen wohl froh, ihn loszuwerden und so erhielt die dt. Feuerwehrkompanie die Erlaubnis, ihn vor ihrer Feuerwache aufstellen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Mit Hilfe von Spendengeldern konnte der B\u00e4r wieder sch\u00f6n hergerichtet werden. Er wurde von den Farbspr\u00fchereien befreit und vor der Feuerwache an der Apoquindo 8115 wurde ein Marmorsockel gesetzt, 1,50m hoch und 2m in den Boden gehend!<\/p>\n<p>Auf einer Rasenfl\u00e4che vor der Feuerwache, umgeben von einigen Blumen, nachts angestrahlt und sichtlich stolz und zufrieden, steht er nun da oben, unser kleiner B\u00e4r, 12.512 km von Berlin entfernt, auf einem Sockel, der sch\u00f6ner kaum sein kann. Hinter ihm prangt der Bundesadler an der Hauswand und man hat den Eindruck, dass er ein bi\u00dfchen gewachsen ist, unser Meister Petz.<\/p>\n<p>Die feierliche Einweihung seines neuen Standortes fand am 28. November 2013 im Beisein des deutschen Botschafters Herrn Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, Vertretern des Deutsch-Chilenischen Bundes, der Berliner Feuerwehr, der Feuerwehr Santiago, des Pr\u00e4sidenten des deutsch-chilenischen Feuerwehrverbandes und den B\u00fcrgermeistern der Gemeinde Vitacura Raul Torrealba del Pedregal und der Geminde Las Condes Francisco de la Maza Chadwick, sowie den Angeh\u00f6rigen der 15. Deutschen Feuerwehrkompanie um 20:00 Uhr statt.<\/p>\n<p>Die Geschichte, wie dieser B\u00e4r an seinen jetzigen Standort kam, steht auf zwei Metallplatten geschrieben, einmal auf spanisch und das andere Mal auf deutsch. Selbst der Hinweis auf den K\u00fcnstler Hildebert Kliem (21.3.1927 &#8211; 22.3.1986) und das Entstehungsjahr 1967 fehlt nicht.<\/p>\n<p>Die Hauptfigur dieser Geschichte mit Happy End, f\u00fchlt sich dort sichtlich wohl und die Floriansj\u00fcnger der dt. Feuerwehrkompanie werden auf ihn aufpassen, genau so wie der kleine B\u00e4r sein Auge auf die Feuerwache h\u00e4lt.<\/p>\n<p><em><strong>Text und Fotos:<\/strong><strong> \u00a9 Helge Weber, Brandamtsrat, Berliner Feuerwehr<\/em><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berliner B\u00e4r in Chile, 12.500 km von Berlin entfernt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[53,3],"tags":[],"class_list":["post-2736","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jahr-2014","category-topthema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2736","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2736"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2736\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2753,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2736\/revisions\/2753"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2736"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2736"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}