{"id":275,"date":"2008-12-16T18:40:41","date_gmt":"2008-12-16T17:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=275"},"modified":"2009-07-05T09:36:31","modified_gmt":"2009-07-05T07:36:31","slug":"aktuelle-anfrage-zum-barenzwinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/aktuelle-anfrage-zum-barenzwinger\/","title":{"rendered":"Aktuelle Anfrage zum B\u00e4renzwinger"},"content":{"rendered":"<p>Wie steht es mit den Haltungsbedingungen der B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger? Immer wieder gibt es Kritik u.a. von Tiersch\u00fctzern. Das Abgeordnetenhaus reagierte nun auf eine kleine Anfrage von Claudia H\u00e4mmerling. Die Antworten k\u00f6nnen Sie hier lesen.<!--more-->Zuletzt wurde in Berlin das Thema B\u00e4renzwinger hei\u00df diskutiert. Grund ist eine Anfrage der Abgeordneten Claudia H\u00e4mmerling (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) an die Senatsverwaltung f\u00fcr Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz. Darin geht es um die aktuellen Haltungsbedingungen der beiden B\u00e4rendamen Maxi und Schnute im B\u00e4renzwinger am K\u00f6llnischen Park.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Mit Genehmigung von Dr. Benjamin-Immanuel Hoff darf an dieser Stelle die Anfrage und die Antwort der Senatsverwaltung ver\u00f6ffentlicht werden. Vielen Dank daf\u00fcr.<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. <\/strong>Ist dem Senat bekannt, dass Tier- und Artenschutzorganisationen sowie zahlreiche Berliner und Berlinbesucher die B\u00e4renhaltung im B\u00e4renzwinger f\u00fcr tierschutzwidrig und nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ansehen &#8211; insbesondere seit der Tierschutz Verfassungsrang hat und die Haltung von Wildtieren nach geltendem EU-Recht neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gen\u00fcgen muss?<\/p>\n<p><strong>Zu 1.:<\/strong><\/p>\n<p>Dem Senat ist bekannt, dass Tierschutz- und Artenschutzorganisationen und einige Berliner und Besucher Berlins die B\u00e4renhaltung im B\u00e4renzwinger kritisch bewerten. Beim zust\u00e4ndigen Veterin\u00e4r- und Lebensmittelaufsichtsamtes gehen pro Jahr ca. 2 Beschwerden ein.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Wie hoch sind die j\u00e4hrlichen Kosten f\u00fcr Unterhaltung des Zwingers sowie Tierpflege, Nahrung und tier\u00e4rztliche Versorgung der beiden B\u00e4rinnen?<\/p>\n<p><strong>Zu 2.:<\/strong><\/p>\n<p>Die j\u00e4hrlichen Kosten f\u00fcr die Unterhaltung des B\u00e4renzwingers, die Tierpflege, die Nahrung sowie die tier\u00e4rztliche Versorgung der Tiere betragen ca. 60.000,- \u20ac.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Wird sich der Senat daf\u00fcr einsetzen, dass die beiden Braunb\u00e4rinnen den Zwinger verlassen k\u00f6nnen, wenn sie von einem der deutschen B\u00e4ren-Schutzzentren mit anerkannt hohem Standard aufgenommen werden, damit sie noch zehn bis zwanzig Jahre ein artgem\u00e4\u00dfes Leben f\u00fchren k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><strong>5. <\/strong>Wie bewertet der Senat den Vorschlag, dass es zeitgem\u00e4\u00dfer w\u00e4re, statt lebender B\u00e4ren k\u00fcnftig eine B\u00e4renplastik und eine Erinnerungstafel auszustellen, um die BesucherInnen \u00fcber den \u201eBerliner B\u00e4ren\u201c und seine Geschichte informieren?<\/p>\n<p><strong>Zu 3. und 5.:<\/strong><\/p>\n<p>Aus tierschutzrechtlichen Gr\u00fcnden besteht nach Auffassung des Senats sowie des zust\u00e4ndigen Veterin\u00e4r- und Lebensmittelaufsichtsamtes keine zwingende Notwendigkeit zur Umsetzung der beiden B\u00e4ren, da sowohl das ihnen zur Verf\u00fcgung stehende Areal, als auch die Einrichtung (environmental enrichment) und Art und Umfang der Besch\u00e4ftigung des Personals mit den Tieren den tierschutzrechtlichen Vorgaben gen\u00fcgen bzw. diese zum Teil \u00fcbersteigen.<br \/>\nSollte der verantwortliche Bezirk Mitte beabsichtigen, die Haltung der B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger nach deren Ableben oder aus anderen Gr\u00fcnden aufzugeben und stattdessen eine Erinnerungstafel aufzustellen, w\u00fcrde sich der Senat dem nicht entgegenstellen.<\/p>\n<p><strong>4.<\/strong> Wie bewertet der Senat die Auffassung von Wissenschaftlern, nach der den B\u00e4ren am K\u00f6llnischen Park zwar hinreichend Platz gem\u00e4\u00df S\u00e4ugetiergutachten zur Verf\u00fcgung steht, dass die Tiere aber dennoch ausgepr\u00e4gte Stereotypien zeigen, dass ihr Badebecken ist viel zu klein, verunreinigt und demzufolge tr\u00fcb und zum Baden zu seicht ist, dass regelm\u00e4\u00dfige andere Enrichment-Bem\u00fchungen au\u00dfer der F\u00fctterung fehlen, dass die Stufen zum Wassergraben f\u00fcr die f\u00fcr Arthrose anf\u00e4lligen Zwinger-B\u00e4ren viel zu steil sind, dass im Au\u00dfenbereich R\u00fcckzug- und Versteckm\u00f6glichkeiten sowie M\u00f6glichkeit zum arttypischen Graben fehlen?<\/p>\n<p><strong>Zu 4.:<\/strong><\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des Veterin\u00e4r- und Lebensmittelaufsichtsamtes sind bei den Tieren aufgrund des environmental enrichment Stereotypien nur in begrenztem Ausma\u00df zu beobachten. Das Badebecken erf\u00e4hrt eine regelm\u00e4\u00dfige Reinigung. Die verantwortlichen Tierpfleger haben den B\u00e4ren verschiedene M\u00f6glichkeiten geschaffen, sich zu verstecken. So steht ihnen zus\u00e4tzlich zum Au\u00dfengehege auch tags\u00fcber der Innenk\u00e4fig, als R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit zur Verf\u00fcgung. Durch Erdaufsch\u00fcttungen wurden den B\u00e4ren die M\u00f6glichkeit zum Graben geschaffen. Die F\u00fctterung erfolgt nicht nur direkt, vielmehr wird das Futter f\u00fcr die B\u00e4ren versteckt, um sie zus\u00e4tzlich zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Erg\u00e4nzend m\u00f6chte ich (Anm.: Christa Junge) zu Punkt 4 folgendes feststellen:<\/strong><\/p>\n<p>Die beiden B\u00e4rendamen Maxi und Schnute haben nicht nur das kleine Badebecken auf der rechten Freifl\u00e4che zur Verf\u00fcgung, sondern auch jeweils rechts und links einen Wassergraben, den sie auch intensiv nutzen. Das das Wasser so braun aus sieht, liegt soviel wie mir bekannt ist an der Filteranlage der Wasserpumpe und es sind Schwebeteilchen, die nicht gesundheitsgef\u00e4rdend sind.<\/p>\n<p>Leider ist es noch nicht gelungen, diesen Zustand zu \u00e4ndern. Selbstverst\u00e4ndlich werden die Wassergr\u00e4ben und das Badebecken durch Frau Kutzner und Frau Gnad regelm\u00e4ssig gereinigt und mit neuem Wasser gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Unsere B\u00e4ren haben jederzeit die M\u00f6glichkeit sich zur\u00fcckzuziehen. Ihnen stehen beide Freifl\u00e4chen und das Haus zur Verf\u00fcgung. Durch das Sand-Mulchgemisch auf beiden Freifl\u00e4chen k\u00f6nnen sich die B\u00e4ren Kuhlen graben in denen sie gernen ruhen und entspannen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Weitere Informationen im Internet:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.benjaminhoff.de\/themen\/verbraucherpolitik\/200811281335.html\" target=\"_blank\">Homepage von Dr. Benjamin-Immanuel Hoff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/berlin\/aktuell\/2008\/12\/10\/senat-sieht-keinen-anlass-fuer\/umzug-von-baeren-aus-koellnischen-park.html\" target=\"_blank\">BILD-Zeitung: &#8222;Senat sieht keinen Anlass f\u00fcr einen Umzug der Tiere&#8220;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie steht es mit den Haltungsbedingungen der B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger? Immer wieder gibt es Kritik u.a. von Tiersch\u00fctzern. Das Abgeordnetenhaus reagierte nun auf eine kleine Anfrage von Claudia H\u00e4mmerling. 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