{"id":2790,"date":"2014-02-18T20:18:35","date_gmt":"2014-02-18T18:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=2790"},"modified":"2024-03-22T16:50:06","modified_gmt":"2024-03-22T15:50:06","slug":"rettung-des-berliner-baren-in-santiago-de-chile-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/rettung-des-berliner-baren-in-santiago-de-chile-teil-ii\/","title":{"rendered":"Rettung des Berliner B\u00e4ren in Santiago de Chile &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"<p>Berliner B\u00e4r in Chile, 12.500 km von Berlin entfernt, Teil II<!--more--><strong>Wie der B\u00e4r nach Chile kam<\/strong><\/p>\n<p>In Santiago de Chile gab es um 1970 mehrere deutsche Einrichtungen, welche alle an der Stra\u00dfenkreuzung Manquehue und Avenue Kennedy lagen:<br \/>\ndie deutsche Klinik, die deutsche Schule von Santiago, die deutsche Seniorenresidenz, sowie die lutherische Kirche.<\/p>\n<p>Infolge des rasanten Wachstums der Stadt, der bis heute anh\u00e4lt, mussten die Stra\u00dfenkreuzungen dem ansteigenden Stra\u00dfenverkehr angepasst werden, so auch die o. g. Kreuzung. Sie wurde als ebenerdiges Kleeblatt ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der deutsch-chilenische Bund, eine Vereinigung von Gesch\u00e4ftsleuten, \u00c4rzten, Politikern und auch geistlichen W\u00fcrdentr\u00e4gern, hat zum Ziel, die Beziehungen zu Deutschland aufrechtzuerhalten, zu vertiefen und die deutsche Kultur in Chile am Leben zu halten. In diesem Zusammenhang gab es seitens des deutsch-chilenischen Bundes das Bestreben, die vier durch den Umbau der Stra\u00dfenkreuzung entstehenden \u201eKleebl\u00e4tter\u201c nach deutschen St\u00e4dten zu benennen. Sie sollten zum \u00e4u\u00dferen Zeichen mit Skulpturen versehen werden, die einen Bezug zu Deutschland oder zu den Pionieren der deutschen Besiedlung in Chile herstellen. Namen wie Humboldt, Philippi, P\u00e9rez Rosales und Carlos Anwandter seien hier genannt.<\/p>\n<p>In diesem Bestreben nahm Prof. Dr. med. Max M\u00fcller, Vorsitzender des deutsch-chilenischen Bundes, Kontakt auf zu seinem Kollegen Professor Hans Martin in Berlin. Dank seiner Unterst\u00fctzung konnte dieser, mit ihm gemeinsam beim Senat von West-Berlin erreichen, dass eine Kopie der von dem K\u00fcnstler Hildebert Kliem geschaffenen Skulptur des Berliner B\u00e4ren an die Stadt Santiago de Chile geschenkt wurde.<\/p>\n<p>Bei der Stadtverwaltung von Las Condes, dem Verwaltungsbezirk Santiagos, auf dessen Gebiet die besagte Stra\u00dfenkreuzung liegt, wurde durchgesetzt, dass eine Namensgebung erfolgte. Nicht alle vier Pl\u00e4tze wurden benannt, aber zumindest wurde das Kleeblatt an sich benannt und zwar insgesamt zum \u201ePlaza de Berlin\u201c. Dort wurde der B\u00e4r dann auf einem ca. 1,20 m hohen steinernen Sockel an der Nord-Ost-Ecke aufgestellt. Es war urspr\u00fcnglich auch beabsichtigt, auf dem Sockel die Entfernung zur Stadtmitte von Berlin anzugeben, dieses ist aber leider nie realisiert worden.<\/p>\n<p>Am 26. August 1972 wurde der B\u00e4r dann feierlich der Stadt Santiago de Chile \u00fcbergeben. Davon zeugt noch heute die schriftlich vorliegende Rede des Prof. Dr. Max M\u00fcller. Zu der Einweihung erschienen waren Herr Dr. Lothar Hahn, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Ramon Luco, der B\u00fcrgermeister der Verwaltung Las Condes die Ratsherren der Stadt, die Lehrer und Sch\u00fcler der Deutschen Schule, sowie die Mitglieder der 15ten deutschen Feuerwehrkompanie zu Santiago. In seiner Rede betont Professor M\u00fcller, dass der deutsch-chilenische Bund einmal mehr seine wesentliche Mission erf\u00fcllt hatte, die deutsche Kultur zu f\u00f6rdern und die Beziehungen zwischen Deutschland und Chile zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Er bekr\u00e4ftigte die Absicht des deutsch-chilenischen Bundes, die restlichen Fl\u00e4chen mit den B\u00fcsten des Berliners von Humboldt, den Pionieren der deutschen Kolonisierung Philipi, P\u00e9rez Rosales und Carlos Anwandter zu vervollst\u00e4ndigen. Aber auch das ist nie geschehen, so blieb der Berliner B\u00e4r das einzige Symbol Berlins auf dem &#8222;Plaza de Berlin&#8220;.<br \/>\nIn seiner Rede beschreibt Prof. M\u00fcller die Entstehung Berlins, den freiheitlichen Geist seiner Bev\u00f6lkerung, sowie die besonderen Pers\u00f6nlichkeiten, die hier wirkten, sowie ausgew\u00e4hlte Bauwerke und Leistungen.<\/p>\n<p>Er zitiert den Diplomaten Prof. Salvador Madariaga: &#8222;Berlin ist heute die geistige Hauptstadt der freien Welt gegen\u00fcber der versklavten Welt. Die Hauptstadt der freien Welt liegt auf versklavtem Territorium. Wie die freie Welt durch die hartn\u00e4ckige Weltmacht des Kommunismus belagert ist, so leidet Berlin unter der st\u00e4ndigen Belagerung durch den Feind der Gattung Mensch.&#8220; Er zitiert weiter den Peruaner Luis Alberto Sanchez: &#8222;Berlin ist eine Flagge, nicht eine Stadt, ein Anfang wie ein geographischer Punkt, ein Symbol, nicht eine einfache Tatsache.&#8220;<\/p>\n<p>Ferner geht er auf die Aussagen des Spaniers Prof. Americo Castro ein: F\u00fcr ihn ist Berlin Glaube an die G\u00fcltigkeit der internationalen Vertr\u00e4ge, die in Freiheit bestimmt und unterschrieben wurden. Berlin ist Bestreben nach einem Leben ohne Angst, Bestrebung, das es ein unbekanntes Verbrechen sei, zu reden, zu schreiben, sich zu bewegen und zu arbeiten in der Form wie es jeden einzelnen interessiert. Berlin ist Ablehnung der bestialischen und unf\u00e4higen Form der Deutschen Regierung zwischen 1933 und 1945 und von jedem diktatorischen System. Berlin ist Hoffnung, dass eines Tages die zivilisierten V\u00f6lker, nicht die ertragen m\u00fcssen, derer Legitimit\u00e4t sich auf die Macht zu knebeln, zu foltern und umzubringen gr\u00fcndet. Eine Macht, verflochten mit falschen und betr\u00fcgerischen Weltanschauungen \u00fcber den Mensch und die Geschichte. Berlin ist Sicherheit, dass Dank des Geistes derer, die im freien Berlin fest bleiben und derer, die wie sie f\u00fchlen, unsere Welt Tage kennenlernen wird, die besser sind und w\u00fcrdiger, gelebt zu werden. Prof. M\u00fcller schlie\u00dft seine Rede mit den Worten: &#8222;Dies ist die Bedeutung von Berlin und von diesem Platz, der unsere Gemeinde und unseren demokratischen Geist schm\u00fccken wird. Machen wir uns zu eigen die Sehns\u00fcchte von Johannes XXIII: Wir w\u00fcnschen, dass Berlin sein Leben strukturieren und sich in Freiheit und Recht organisieren kann.&#8220;<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wurde die Kreuzung erneut umgebaut in ein h\u00f6henunterschiedliches Stra\u00dfenkleeblatt. Dadurch befand sich der Standort des B\u00e4ren nun an einem nahezu unzug\u00e4nglichen Ort, umgeben von z. T. dichter Vegetation und im Wesentlichen unbeachtet.<\/p>\n<p>Bei den 2012 beginnenden Arbeiten zu einer weiteren Vergr\u00f6\u00dferung der Kreuzung kam es irgendwann zu dem Zusammensto\u00df eines Baufahrzeuges mit der S\u00e4ule des B\u00e4ren, welches ihn von seinem Standort st\u00fcrzte. Der Rest steht in meinem ersten Teil der Geschichte der Rettung des Berliner B\u00e4ren in Santiago de Chile.<\/p>\n<p>Helge Weber<br \/>\n<em>Brandamtsrat der Berliner Feuerwehr<\/em><\/p>\n<p><strong>Bilder und Text \u00a9 Helge Weber, Brandamtsrat der Berliner Feuerwehr<\/strong><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berliner B\u00e4r in Chile, 12.500 km von Berlin entfernt, Teil II<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[53,3],"tags":[],"class_list":["post-2790","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jahr-2014","category-topthema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2790"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18876,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2790\/revisions\/18876"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}