{"id":2899,"date":"2014-04-14T19:30:46","date_gmt":"2014-04-14T17:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=2899"},"modified":"2024-03-22T17:18:03","modified_gmt":"2024-03-22T16:18:03","slug":"meilensteine-deutscher-geschichte-zwischen-rhein-und-saar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/meilensteine-deutscher-geschichte-zwischen-rhein-und-saar\/","title":{"rendered":"Meilensteine deutscher Geschichte &#8211; Zwischen Rhein und Saar"},"content":{"rendered":"<p>Berlin-Gedenksteine in pf?lzischen Orten sind fast in Vergessenheit geraten &#8211; Zeichen der Verbundenheit<!--more--><strong>Berlin-Gedenksteine in pf?lzischen Orten sind fast in Vergessenheit geraten &#8211; Zeichen der Verbundenheit<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Aus: <\/strong>Evangelischer Kirchenbote 12\/2014, Seite 21<\/em><\/p>\n<p>Neustadt, Frankenthal und Ludwigshafen haben einen, Kaiserslautern und Landau auch, Speyer hat sogar drei: Berliner B?ren oder Berliner Meilensteine mit einem B?renmotiv und der Kilometerangabe bis nach Berlin, die zwischen 1953 und 1989 deutschlandweit als Zeichen der Verbundenheit mit der geteilten Stadt gesetzt wurden.<\/p>\n<p>Doch seit dem Fall der Mauer, der Deutschen Einheit und dem Umzug der Regierung nach Berlin sind die Steine und B?renskulpturen zunehmend in Vergessenheit geraten, mancherorts sogar ganz verschwunden, ohne dass dieses dokumentiert wurde. Der Verein der Berliner B?renfreunde hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Berlin-Gedenksteine deutschland- und weltweit aufzusp?ren, ihre Geschichte zu recherchieren und daf?r zu sorgen, dass sie unter Denkmalschutz gestellt werden. ?Es ist so wichtig, die Berliner Meilensteine und Berliner B?ren nicht dem Vergessen zu ?berlassen. Sie sind lebendige Geschichte vor unserer T?r?, erkl?rt Christa Junge von dem Berliner Verein. Die Kleindenkmale der Solidarit?t mit Berlin aus der ?ra des Kalten Krieges d?rften nicht sang- und klanglos untergehen. Seit 2008 sind die B?renfreunde daher auf Spurensuche und konnten schon ?ber 200 Standorte von Sylt bis Konstanz ausfindig machen.<\/p>\n<p>Auch in der Pfalz ist das Berliner Wappentier noch zu finden. In Neustadt steht seit 1965 ein B?renstein am Bahnhofsvorplatz. Zus?tzlich zum B?ren und der Inschrift ?Berlin? sind auf der Seite noch zwei verschlungene Ringe zu finden &#8211; Symbol f?r die unl?sbare Verbindung zwischen Berlin und Neustadt und Ausdruck des Wunsches der Wiedervereinigung. Der Pf?lzer Bildhauer Otto Rumpf gestaltete den 1,50 Meter hohen Meilenstein, der am 26. September 1965 im Beisein des Bezirksb?rgermeisters Heinz H?fer aus Berlin-Steglitz eingeweiht wurde.<\/p>\n<p>Den 17. Juni 1958 suchten sich die Speyerer aus, um ihren Berlin-Gedenkstein zu enth?llen. Wie wichtig diese Solidarit?tsbekundungen mit der Inselstadt damals waren, unterstreicht die Anwesenheit des damaligen Ministerpr?sidenten Peter Altmeier. Der rote Vierkant-Sandstein fand vor dem Dom seinen Platz. ??ber den B?renbrunnen am Berliner Platz und den zweiten Speyerer B?renstein vor der Stadthalle in der Sch?tzenstra?e fehlen uns noch Informationen?, sagt Christa Junge.<\/p>\n<p>Der Ludwigshafener B?renstein steht seit der Neugestaltung des Berliner Platzes 1991 im dortigen Platanenhain. Vor der Fertigstellung des Areals war der 1,50 Meter hohe Stein am 27. August 1965 im Norden der Stadt, am Autobahnzubringer in Edigheim, aufgestellt worden.<\/p>\n<p>Die Frankenthaler Stadtverwaltung stand zun?chst einmal vor einem R?tsel, als sich die Berliner B?renfreunde bei ihr nach dem Meilenstein im Norden der Stadt an der Zufahrt zur Autobahn erkundigten. Mittlerweile wei? man, dass der behauene Sandstein am 17. Juni 1964 aufgestellt und vom Frankenthaler Bildhauer Georg Schubert (1899 bis 1968) gestaltet wurde. Auftraggeber war die Stadt, um ein Zeichen f?r die Hauptstadt und gegen die deutsche Teilung zu setzen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Wie diese Beispiele bereits verdeutlichen, sind die B?rensteine durchaus unterschiedlich. ?Es gibt genormte und individuelle Steine, mal aus Sandstein oder auch aus Beton, die B?renmotive variieren ebenfalls?, wei? Christa Junge. Aber eines haben sie alle gemeinsam: ?Der Berliner B?r muss immer nach links laufen, sonst ist es kein Berliner B?r?, so die B?renfreundin. Das urspr?ngliche Motive, ein niedlich und verspielt wirkender junger B?r, auf den Hinterbeinen stehend und die Nase frech in die H?he gestreckt, stammt von der Berliner K?nstlerin Ren?e Sintenis (1888 bis 1965). Der stilisierte B?r soll das Berliner Stadtwappen symbolisieren. Die Steine mit Sintenis B?ren wurden meist von der Dyckerhoff Portland- Zementwerke AG Wiesbaden hergestellt und vom Berliner Senat kostenlos zur Verf?gung gestellt.<\/p>\n<p>Die Kilometerangaben auf den Meilensteinen geben die Entfernung zu dem preu?ischen ?Null-Meilenstein? an, der seit 1730 auf dem ehemaligen Berliner D?nhoffplatz stand. Als der ?Palast der Republik? erbaut wurde, musste der historische Referenzpunkt weichen. Als Ersatz errichtete man 1979 eine Kopie des Meilensteins in der N?he der Spittel-Kolonnaden an der Leipziger Stra?e.<\/p>\n<p>Die Initiative zu dem Solidarit?ts- und Erinnerungszeichen geht auf den CDUPolitiker und Hamburger Verleger Gerd Bucerius zur?ck, der damals der Bundesbeauftragte f?r die F?rderung der Berliner Wirtschaft war. ?1953 hatte Gerd Bucerius die Idee, alle 100 Kilometer auf den Autobahnen Kilometersteine<\/p>\n<p>Kilometersteine mit dem von Ren?e Sintenis gestalteten B?renmotiv mit Kilometerangabe aufzustellen?, erz?hlt Christa Junge. Der Bund der Berliner und Freunde Berlins griff Bucerius? Idee auf und setzte sich daf?r ein, dass die Solidarit?tsund Erinnerungszeichen auch in vielen St?dten der Bundesrepublik aufgestellt wurden. Was die Kommunen schon damals gefreut und den Entschluss f?r einen B?renstein erleichtert haben d?rfte: Die Steine wurden aus Bundesmitteln finanziert und den St?dten kostenfrei zur Verf?gung gestellt. Lediglich die Aufstellkosten mussten die Kommunen, an den Autobahnen die L?nder, tragen.<\/p>\n<p>Wie wichtig die Gedenksteine von den Zeitzeugen genommen wurden, verdeutlicht die Einweihung des ersten Meilensteins im Januar 1954 an der Autobahn K?ln &#8211; Frankfurt, etwa 25 Kilometer von Bonn entfernt. An der Feierstunde nahm damals neben vielen anderen Repr?sentanten aus Politik und Wirtschaft auch Bundespr?sident Theodor Heuss teil. Kein anderer Ort au?er Berlin k?nne Deutschlands Kapitale sein, und solange sie es nicht sei, werde die Bundesrepublik in einem viel tragischeren Sinne ein Fragment bleiben, als es die V?ter des Grundgesetzes gemeint h?tten, zitierte die Wochenzeitung ?Die Zeit? damals aus der Rede von Carlo Schmid, dem Vizepr?sidenten des Bundestags. (Anette Konrad)<\/p>\n<p><strong>Die Berliner B?renfreunde freuen sich ?ber Hinweise zu den Steinen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h2>Sch?pferin des Berliner B?ren<\/h2>\n<p>Sie mochte Pferde, Ziegen und Hunde, Rehe und Elefanten. Nur Katzen und Federvieh konnte sie nichts abgewinnen. Die 1888 in Schlesien geborene Ren?e Sintenis, die als eine der bekanntesten Tierplastikerinnen ihrer Zeit gilt, modellierte bereits 1915 die ersten Tierplastiken. Bis zu ihrem Tod 1965 schuf sie ?ber 100 Plastiken verschiedener Tiere.<\/p>\n<p>Dabei hatten es ihr besonders die tapsigen Jungtiere angetan. Bestes Beispiel ist die Skulptur des Berliner B?ren, der bei der Berlinale verliehen wird. Die lebensgro?e, bronzene Plastik, die seit 1957 auf dem Mittelstreifen der A115 beim ehemaligen Grenz?bergang Dreilinden den Autofahrern zuwinkt, stammt ebenfalls von ihr. Der Prototyp f?r den kleinen B?ren auf den Berliner Meilensteinen steht vor der nach der K?nstlerin benannten Grundschule in Berlin-Frohnau.<\/p>\n<p>1,80 Meter gro?, sch?n, androgyn, emanzipiert und glamour?s &#8211; Ren?e Sintenis passte gut in das quirlige Berlin der Weimarer Republik. Als erste Bildhauerin und zweite weibliche K?nstlerin nach K?the Kollwitz ?berhaupt wird sie in die Preu?ische Akademie der K?nste aufgenommen. Unter Hitler wurde die K?nstlerin aus der Akademie der K?nste ausgeschlossen &#8211; sie hatte j?dische Gro?eltern. Ein ranghoher SS-Offizier hielt seine Hand sch?tzend ?ber sie, sodass sie weiterarbeiten konnte.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg wurde sie als Professorin an die Kunstakademie berufen und erhielt den Auftrag, einen B?ren f?r Berlin zu gestalten. Einen B?ren, der offiziellen Berlin-Besuchern wie John F. Kennedy ?berreicht wurde und der zum Symbol f?r die geteilte und eingemauerte Inselstadt wurde. Zum 125. Geburtstag der Bildhauerin zeigte das Georg-Kolbe-Museum in Berlin eine Werkschau ihrer Arbeiten, die ab April im Museum Kulturspeicher in W?rzburg zu sehen ist. (rad)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin-Gedenksteine in pf?lzischen Orten sind fast in Vergessenheit geraten &#8211; Zeichen der Verbundenheit<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[53,3],"tags":[],"class_list":["post-2899","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jahr-2014","category-topthema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2899"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2899\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18895,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2899\/revisions\/18895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}