{"id":4341,"date":"2015-01-31T17:44:31","date_gmt":"2015-01-31T16:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=4341"},"modified":"2015-04-28T21:41:23","modified_gmt":"2015-04-28T19:41:23","slug":"rettung-des-berliner-baeren-in-rastatt-baden-wuerttemberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/rettung-des-berliner-baeren-in-rastatt-baden-wuerttemberg\/","title":{"rendered":"Rettung des Berliner B\u00e4ren in Rastatt\/ Baden-W\u00fcrttemberg"},"content":{"rendered":"<p>Rettung der Skulptur des Berliner B\u00e4ren &#8222;Bruno&#8220; der Firmal Fernkabel , ehemals Berlin-Charlottenburg<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als wir in der Ausgabe II\/ 2013 \u00fcber den BM in Rastatt berichteten, wussten wir schon seit Februar 2013 von dem Berliner B\u00e4r mit Kabeltrommel auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Firma Fernkabel (aus Berlin stammend, heute eine Nachfolgefirma) am s\u00fcdlichen Ortsausgang von Rastatt am Firmensitz (Kehler Str.\/B 36). Das Gel\u00e4nde stand zum Verkauf.<\/p>\n<p>Was passiert mit dem Berliner Kabel-B\u00e4r? Ist er inzwischen doch schon ein &#8222;kleines Denkmal&#8220; f\u00fcr die Stadt Rastatt geworden. Er ist ein Symbol f\u00fcr die lange Zeit, in der die Berliner Firma Fernkabel gewirkt und bis zu 600 Arbeitspl\u00e4tze geschaffen hat.<br \/>\nUnsere Bedenken waren, dass die Skulptur eingelagert bzw. sogar bei den Entkernungsarbeiten zerst\u00f6rt, von Bauarbeitern f\u00fcr den eigenen Garten privat entsorgt wird, sollten keine klaren Anweisungen f\u00fcr die Rettung der Skulptur Kabel-B\u00e4r vorliegen. Vielleicht ist es m\u00f6glich, dass der B\u00e4r doch in Rastatt bleiben kann?!<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder Das brachte uns auf die Idee, den B\u00e4ren f\u00fcr die Stadt zu erhalten.<br \/>\nHerr Walter, Kreisarchivar im Landratsamt Rastatt, fand sie gut, unterst\u00fctzte uns und die Stadt professionell. Als Erstes suchte ich den jetzigen Besitzer des Grundst\u00fccks, auf welchen sich der B\u00e4r befand.<\/p>\n<p>Im Jahr 2008 ist die Deutsche Fernkabel Gesellschaft in Nokia Siemens Networks GmbH &amp; Co.KG aufgegangen. Es stellte sich heraus, dass die Nokia Siemens Networks Services das Gel\u00e4nde nur gemietet hat und nicht entscheiden konnte, ob der Berliner B\u00e4r verkauft wird. Nach vielen Telefonaten, vielen freundlichen Menschen am anderen Ende der Leitung, die der Idee aufgeschlossen gegen\u00fcber standen, gelangte ich schlie\u00dflich an die richtige Stelle. Die Telekom AG ist Eigent\u00fcmer der Immobilie und ihr geh\u00f6rt der Berliner B\u00e4r der Firma Fernkabel. Nach mehreren Telefonaten wurden wir an die Abteilung an &#8222;Kunst am Bau&#8220; der Telekom, verwiesen. Geplant war, den Berliner B\u00e4r mit der Liegenschaft zusammen zu ver\u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Christa Junge, Vorsitzende der Berliner B\u00e4renfreunde e.V. ist eine sehr engagierte Sch\u00fctzerin von &#8222;Berliner B\u00e4ren&#8220; schrieb Frau B. einer Kollegin.<\/p>\n<p>Nach R\u00fccksprache mit der Stadt Rastatt und Unterst\u00fctzung durch Herrn Wolf und Frau Dr. Stamm (Historischer Verein) Rastatt und Frau Weber (Rastatter Regionalgruppe der Badischen Heimat), wurde auf Grund unserer Argumente der Verbleib des Berliner B\u00e4ren in Rastatt, mit einem symbolischen Kauf von der Deutschen Telekom AG mit einem Euro besiegelt. Was f\u00fcr ein Erfolg!<\/p>\n<p>Nun begann erst die richtige Arbeit!<\/p>\n<p>Als neuer Standort wurde der Stadtpark festgelegt, dort steht er gesch\u00fctzt. Der Fernkabelb\u00e4r wurde aus Kunststein gefertigt und weist doch einige Besch\u00e4digungen auf. Der Transport gestaltete sich schwieriger als gedacht. Der Untergrund\u00c2\u00a0 hielt einige \u00dcberraschungen\u00c2\u00a0 bereit. Nachdem zwischenzeitlich entsprechende Befestigungsanker an den Betonsockel angebracht wurden, sollte die Skulptur angehoben werden.<br \/>\nLeider ohne Erfolg. Der Grund wurde ersichtlich, nachdem die Mitarbeiter den Sockel freigelegt hatten. Der 1,80 Meter gro\u00dfe Berliner B\u00e4r hat ein<\/p>\n<p>ca. 1,20 m tiefes Betonfundament mit einem Gewicht von sch\u00e4tzungsweise um die 4 Tonnen. Da konnte nur ein Kran helfen.<\/p>\n<p>Am Donnerstag, den 16. Oktober 2014 ab ca. 08.30 Uhr, wurde die B\u00e4renskulptur in ihr neues Domizil im Stadtpark mit Blickrichtung Berlin transportiert. Daf\u00fcr musste teilweise auch die B36 gesperrt werden. Die beauftragte Kranfirma hat die Skulptur zun\u00e4chst angehoben und auf einen LKW verladen. Von dort wurde sie in eine vorbereitete Grube am neuen Standort platziert.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich einfach an, wurde aber ein logistisches Meisterwerk. Bei der Ausf\u00fchrung liefen bei Herrn Junger, Fachbereich Zentrale Steuerung und Gemeindeorgane, Kundenbereich Gemeindeorgane und Repr\u00e4sentationen, alle F\u00e4den zusammen, er hatte alles im Blick, so konnte nichts schief gehen.<\/p>\n<p>Ein besonderes Dankesch\u00f6n gilt Herrn Reibelt vom Fachbereich Stadt- und Gr\u00fcnplanung f\u00fcr die planerische Umsetzung und Begleitung, sowie die noch folgenden Arbeiten (Schrifttafel) und geht an Herrn Burster vom Fachbereich Technische Betriebe,\u00c2\u00a0 der unkompliziert die Planung unterst\u00fctzt hat. Danke auch an die \u00fcbrigen Beteiligten wie z.B. die Firma Mohr, die fachkundig den Transport durchgef\u00fchrt hat, Herrn Boeckmann, als sachkundigen Restaurator, sowie die Mitarbeiter der Pressestelle f\u00fcr die kompetente und professionelle Berichterstattung und Betreuung der \u00f6rtlichen Presse. Der Dank geht nat\u00fcrlich ebenfalls an die vielen Helfer, Unterst\u00fctzer und Entscheider, die diese Ma\u00dfnahme erst m\u00f6glich gemacht haben.<\/p>\n<p>Es ist sch\u00f6n, dass dieser B\u00e4r nun in der N\u00e4he des Kehler Tores steht und den Blick in Richtung Berlin wendet. Die Skulptur ist zudem ein wichtiger Teil der Rastatter Stadt- und Industriegeschichte. Mit Unterst\u00fctzung des Historischen Vereins und der Rastatter Regionalgruppe der Badischen Heimat lie\u00df die Stadt Rastatt die Fernkabelb\u00e4renskulptur, in den Stadtpark in die N\u00e4he des Kehler Tors transportieren und dort aufbauen. Dadurch bleibt der B\u00e4r in der N\u00e4he seines vorherigen Standorts.<\/p>\n<p>Das ehemalige Firmenmaskottchen erinnert an die Deutsche Fernkabel-Gesellschaft, die viele Jahre in Rastatt aktiv war. 1921 wurde sie in Berlin Charlottenburg gegr\u00fcndet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Rastatt der Sitz der Gesch\u00e4ftsleitung und anderer Abteilungen. Nach der deutschen Wiedervereinigung erfolgte die teilweise R\u00fcckverlagerung nach Berlin. Sie wurde umbenannt und ging 2008 in der Siemens Networks Services auf.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholder<br \/>\nSymbol und Maskottchen der Fernkabel Gesellschaft war der Berliner B\u00e4r mit Kabeltrommel. Er wurde schon mehrfach aufwendig restauriert. Eine Miniaturausgabe des Berliner B\u00e4ren gibt originalgetreu von der Karlsruher Majolika Keramik-Manufaktur. Sie ist vermutlich ein Entwurf des Karlsruher K\u00fcnstlers Walter Bosse. Recherchen ergaben, dass das DFKG-Maskottchen als besonderes Geschenk an langj\u00e4hrige Mitarbeiter verliehen wurde. Die knapp 30 Zentimeter hohe Arbeit weist die typischen Netzaufbr\u00fcche in der Glasur auf.<\/p>\n<p>Quelle: Kreisarchivar Martin Walter, Pressestelle Rastatt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach Abschluss der Umsetzungsarbeite des Berliner B\u00e4ren gab es im Badischen Tagblatt einen Leserbrief von Eberhard Klimek, der die Geschichte des Berliner B\u00e4ren abrundete. Wir nehmen Kontakt zu\u00c2\u00a0 Herrn Klimek auf und von ihm erfuhren wir noch folgende Details zu Bruno.:<\/p>\n<p>Eberhard Klimek ist der Sohn des ehemaligen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der Berliner Fernkabel-Gesellschaft. Der Bericht beruht auf pers\u00f6nlichen Erinnerungen, er war damals im jugendlichen Alter.<\/p>\n<p>Der B\u00e4r der Berliner Fernkabel-Gesellschaft hat einen Namen &#8211; Bruno. Er wurde Ende der 30er Jahre hergestellt und vor dem Verwaltungsgeb\u00e4ude der Fernkabel GmbH aufgestellt. Als die Alliierten in Berlin einmarschierten, interessierte sich ein britisches Fernmelde-Bataillon (es hatte einen Braunb\u00e4ren als Maskottchen) f\u00fcr den B\u00e4ren und er wurde kurzerhand beschlagnahmt.<br \/>\nBruno galt seit dem als verschollen. Ende der 40er Jahre wurde das Fernmelde-Bataillon zur\u00fcckverlegt und nahm Bruno mit in die Heimat. Mitte der 50er Jahre bereiste ein schon betagter Mitarbeiter der Firma Fernkabel GmbH Gro\u00dfbritannien. Als er bei einem Kasernengel\u00e4nde vorbeifuhr, erblickte er auf dem Innenhof, auf einem Holzgestell, den lang vermissten Bruno. Er traute sich nicht, direkt Kontakt aufzunehmen, machte ein Foto von Bruno und brachte die frohe Botschaft nach Rastatt. Nach schwierigen Verhandlungen gelang es, die Erlaubnis zur R\u00fcckholung des B\u00e4ren zu erhalten. Eine Bedingung musste erf\u00fcllt werden: Der Tausch gegen einen Abguss des Original-B\u00e4ren. Bruno reiste 1958 nach Rastatt, um vor der damaligen Zentrale der DFKG, die sich in der Kanalstra\u00dfe befand, seinen neuen Standort zu finden. Nach der Umzug der Firma in die Kehler Stra\u00dfe zog Bruno mit um. Jetzt fand er seinen Altersruhesitz an prominenter Stelle im Stadtpark.<\/p>\n<p>Von ihm erhielten wir zwei historische Fotos aus dem Privatbesitz seines Vaters, die zur Ver\u00f6ffentlichung freigeben sind.<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p>Bruno (so war sein Spitzname bei den \u201eFernkablern\u201c), ges\u00e4ubert und in voller Pracht vor der Villa Metz in der Kanalstra\u00dfe. Die Begr\u00fc\u00dfungsrede h\u00e4lt Herr Dipl. Ing. Stefan, der ihn schon in Berlin betreute. Das Schriftst\u00fcck zeigt den Startschuss zum Beginn in Rastatt. Der Unterzeichnete, Herr Gerwig und mein Vater, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Berliner Firma DFKG, kannten sich aus einer langen und freundschaftlichen Zusammenarbeit, die etwa 1930 begann. M\u00f6glicherweise hatten die beiden den Standort schon &#8222;ausgekungelt&#8220;.<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p>Ganz vorne rechts, Herr Dipl. Ing. Fritz M\u00fchl, der von AEG als Nachfolger meines Vaters als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DFKG entsandt wurde. In der ersten Reihe ganz links au\u00dfen Herr Persitzky. Er war wohl von Anfang an der Chef-Fahrer aller Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. In der ersten Reihe die dritte von links die Ehefrau von Herrn M\u00fchl.<\/p>\n<p>Quelle: Eberhard Klimek, Rastatt<\/p>\n<p>Es gab noch eine interessante B\u00e4renfigur in meiner Privat-Sammlung. Eberhard Klimek, best\u00e4tigte schriftlich:\u00c2\u00a0 &#8222;Klar, diesen B\u00e4ren kenne ich. Habe ihn von der Witwe eines Fernkablers&#8220;.<\/p>\n<p>Also ist mein Kabelb\u00e4r, ein Dublikat des Berliner B\u00e4ren, der jetzt in Rastatt seinen endg\u00fcltigen Standort gefunden hat. So ist die Geschichte eine rundum runde Sache geworden.<\/p>\n<p>Christa Junge, Berlin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rettung der Skulptur des Berliner B\u00e4ren &#8222;Bruno&#8220; der Firmal Fernkabel , ehemals Berlin-Charlottenburg<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,36,23,55,12,56,3,47],"tags":[],"class_list":["post-4341","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-berlin-bar","category-berliner-bar","category-berliner-mauer","category-fragen_und_antworten","category-jahr-2015","category-topthema","category-wappentier"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4341"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4535,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4341\/revisions\/4535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}