{"id":5165,"date":"2015-08-02T21:57:03","date_gmt":"2015-08-02T19:57:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=5165"},"modified":"2015-10-24T19:17:58","modified_gmt":"2015-10-24T17:17:58","slug":"berliner-baerenstory","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/berliner-baerenstory\/","title":{"rendered":"Berliner B?renstory"},"content":{"rendered":"<p>von der Bildungsst?tte Haus ?Pro-social? Berlin, Blumberger Damm 12 \/ 14<!--more-->Das Haus &#8222;Pro-social&#8220; der urban-social gemeinn?tzige Wohnheimgesellschaft mbH steht f?r interkulturelle Vielfalt und Aktionen in seinen Inhalten und Angeboten.<\/p>\n<p>Die B?renstory soll in keinem Kontext zur eigentlichen Berliner Geschichte stehen.<br \/>\nSie entstand aus dem Versuch heraus, Jugendlichen aus verschiedenen L?ndern der Welt, insbesondere aus Europa, Berliner Geschichte interessant zu nahe zu bringen, sie mit einzubeziehen. Wir haben es hierbei mit jungen Menschen zu tun, die sich als G?ste der urban-social gGmbH zu internationalen Begegnungen und Europ?ischen Projekten in der deutschen Hauptstadt aufhalten und Berlin nat?rlich nicht trocken erkl?rt haben wollen.<\/p>\n<p>Wir erz?hlen diese Geschichte zu jedem Anfang der Stadtf?hrungen am Berliner B?renbrunnen im Nikolaiviertel und jedes Mal gibt es hier riesigen Applaus.<br \/>\nUnd nat?rlich wissen die Jugendlichen, dass die Story eben nur eine Story ist&#8230; aber sie freunden sich sehr schnell damit an, besorgen sich im Anschluss an die Geschichte Pl?schb?ren und entwickeln ein liebevolles Verh?ltnis zum Berliner B?ren. Und darum geht es uns.<\/p>\n<p>Inzwischen erschienen in der Presse Europ?ischer L?nder bereits Artikel, die auf der Wiedergabe der Story durch die Jugendlichen basieren und die Geschichte in ihren Facetten wiedergibt.<br \/>\nInzwischen fanden zu unserer Story schon verschiedene europ?ische Projekte statt (Berliner-B?ren-Story-Tanz, Comicprojekt, Theaterprojekt?) Hier unsere Version, die bei den Jugendlichen sehr gut ankommt, aber nichts mit der originalen Geschichte des Berliner B?ren zu tun hat.<\/p>\n<p>Unsere Story vom B?r, dem B?r als das Tier im Wappen von Berlin, beginnt wie ein M?rchen aus alter Zeit. Es war einmal, vor langer, langer Zeit??<br \/>\nUnd wir blicken weit zur?ck, in eine Zeit, als man in Berlin l?ngst noch nicht begonnen hatte den Fernsehturm zu bauen &#8211; wozu auch, es gab noch kein Fernsehen. Stra?en gab\u00b4s auch nicht, denn sie wurden noch nicht gebraucht, weil weder Bus, Tram oder Autos fuhren. Und ?berhaupt, wo wir heute die Mitte Berlins sehen war nur Wald, Wald, Wald. Wald und die Quelle des Lebens in Berlin, die Spree, damals wie heute die Lebensader der Menschen.<br \/>\nUnd sonst: nichts! Nur dichter Wald, die Spree, nord?stlich gelegen die 30 km lange Wuhle als kleiner Nebenfluss der Spree und wieder nur Wald, Wald, Wald.<br \/>\nGenau dort, wo nichts war als Wald und Spree, in der Mitte der heutigen Hauptstadt Berlin, im heutigen Nikolaiviertel und direkt an der Spree beginnt auch unsere Geschichte.<br \/>\nDie Geschichte des Berliner B?ren.<\/p>\n<p>Sie begann vor ungef?hr 1.600 Jahren. Mitten im Wald und am Ufer der M?ndung der Dahme, eines Nebenflusses der Spree, im heutigen Berliner Bezirk K?penick.<br \/>\nZu dieser Zeit trafen sich hier eine Handvoll Menschen, Slawen, Jung und Alt, alle nach langer Wanderung und auf der Suche nach einem neuen Flecken Landschaft, in dem man sich ansiedeln und leben konnte. Hier fanden sie Wald und Wasser, die Gegend war ganz nach ihrem Geschmack.<\/p>\n<p>Die Spree, war damals noch voller bestem Fisch und der Wald, damals noch ?bewohnt? von vielen Tieren und genau tausend B?ren. So versammelten sich die Menschen hier, anfangs nicht mehr als 100 M?nner, Frauen und Kinder. W?hrend die Kinder in die Waldschule gingen angelten die Jugendlichen in Spree und Wuhle. Die M?nner jagten B?ren um Fleisch gegen den Hunger und Pelze gegen die winterliche K?lte und als Unterlage zum Schlafen zu haben. Die meisten Frauen k?mmerten sich zus?tzlich um die Kinder und besuchten gelegentlich Fortbildungsseminare.<br \/>\nBevor die ersten H?tten gebaut wurden, vom Plattenbau war man ja noch ?ber Eineinhalbtausend Jahre entfernt, versammelten sich die slawischen Ureinwohner Berlins abends am Lagerfeuer. Sie tanzten zu slawischen Liedern, veranstalteten fr?hliche Partys, organisierten Lagerfeuer-Discos f?r die Teenies. Der neueste Modetrend seinerzeit war der B?renpelz f?r die Herren sowie das Fischschuppen-Kleid und der B?ren-Tanga f?r die Dame. Dazu trugen die Frauen B?renpelzschuhe mit hohen Abs?tzen aus B?renknochen.<\/p>\n<p>Es lebte sich gut hier. Fr?chte, Holz, Fleisch, Wasser &#8211; alles war zur Gen?ge vorhanden.<br \/>\nUnd so begannen sich die slawischen Familien zu vermehren. Sie rodeten den Wald und legten die ersten Siedlungen an. Reste dieser slawischen Siedlungen wurden erst vor wenigen Jahren in dieser Gegend, im Verlauf des kleinen Spree-Nebenflusses Wuhle bis hin in das s?dliche Marzahn, in Biesdorf, gefunden.<br \/>\nBis zur ersten binationalen Jugendbegegnung von slawischen mit, ?stlich der Oder, also gerade mal in 4-Tages-Wanderung entfernt lebenden ostgermanischen M?dchen und Jungen, sollten nur ein paar Jahre vergehen. Um sich verst?ndigen zu k?nnen, wurde rechtzeitig Gotisch als Fremdsprache in den Waldschulen der slawischen St?mme gelehrt. Die Jahre gingen ins Land?<\/p>\n<p>Immer mehr Siedlungen entstanden und irgendwann, 800 Jahre sp?ter, also vor 800 Jahren, erreichten die Menschen in ihrem Siedlungsbau die heutige Berliner Innenstadt.<br \/>\nIn den zur?ckliegenden 800 Jahren hatte sich vieles ge?ndert: die W?lder ?stlich der Innenstadt waren nun zum gro?en Teil abgeholzt, es waren viel weniger und viel kleinere Fische in Spree und Wuhle und auch die Anzahl der B?ren war um 999 B?ren reduziert. Ja, es blieb wirklich nur noch ein einziger B?r ?brig. Um ihn zu sch?tzen erlie? die oberste Landschafts- und Naturschutzbeh?rde in Absprache mit der Berliner Gesellschaft f?r Urbanistik e.V. ein Gesetz ?zum Artenschutz des letzten B?ren in B?rlin?.<\/p>\n<p>Mit ihrem Siedlungsbau vor 800 Jahren in der heutigen Berliner Mitte angekommen, war er unter ihnen: der einzige und letzte B?r. Die Menschen hatten ihn mitgebracht. Er sollte einer von ihnen sein: ein Berliner!<br \/>\nNicht genug. In einer geheimen Sitzung der Stadtverordneten mit dem bereits 1209 gegr?ndeten Franziskaner-Orden, bei dem auch der Bau der Nikolaikirche mit seinen zwei Kircht?rmen und mit dazugeh?rigem Brunnen mit der Fertigstellung f?r das Jahr 1220 beschlossen wurde, ernannten die Parlamentarier\/innen und M?nche den B?r, eben den einzigen und gesch?tzten B?ren, zum K?nig der Berlinerinnen und Berliner.<br \/>\nIn einer Volksabstimmung bekannten sich dann auch die Menschen zu diesen Beschl?ssen.<br \/>\nDer B?r als K?nig! ?Es lebe unser K?nig B?r!? riefen die Menschen nach der ?ffentlichen Verk?ndigung dieses Beschlusses in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Analoge wie digitale Medien richteten ihr Augenmerk auf den K?nig. Der Regierende B?rgermeister spendierte im gro?z?gigen Sponsoring eines nicht benannten Berliner Unternehmens eine Krone, DIE GOLDENE KRONE!<\/p>\n<p>Und so begann vor 800 Jahren die Neuzeit der Berliner und Berlinerinnen mit einem K?nig, mit ihrem K?nig, mit dem B?renk?nig! Sie verehrten ihn sehr. Sie brachten ihm Honig und andere Leckereien. Sie tanzten f?r ihn auf dem B?renplatz vor der Nikolaikirche. Er bekam Honigmilch und<br \/>\nman veranstaltete B?renseminare, B?ren-Symposien und B?ren-Tagungen f?r ihn. Er wurde f?r die Berliner Ehrengalerie des Abgeordnetenhauses portr?tiert.<br \/>\nDie erste Stadtb?ckerei im Nikolaiviertel entwickelte zu Ehren des B?ren das Rezept f?r einen Pfannen-Kuchen: den ?B?rliner? heute weltweit bekannt als ?Pfannkuchen? oder ?Berliner?.<br \/>\nDie erste Tombola erhielt damals den Namen ?B?rliner B?renlotterie? und das erste Bier den Namen ?B?rliner B?ren-Br?u?.<\/p>\n<p>Der B?r ist unser K?nig, sangen die Menschen! Er war allgegenw?rtig. Und wie es so oft ist in der Geschichte der Menschen und der B?ren, besonders aber der K?nige, ?berkam unserem B?r die Arroganz. Er wurde ?berheblich und lie? sich feiern.<br \/>\nKameras gab es noch nicht. Es fehlte ihm ein Spiegel! Ein kleiner Spiegel n?tzte ihm, dem gro?en B?ren-K?nig, nichts. Ein riesiger Spiegel musste es sein. Seiner B?rliner Majest?t zu Ehren hatten die Menschen im heutigen Berliner Nikolaiviertel, gleich neben der Kirche, einen gewaltigen B?ren-Brunnen gebaut. Das Wasser im Brunnen sollte dem B?renk?nig nun als Spiegel dienen.<\/p>\n<p>Nun stampfte der B?r mit der Krone auf dem Kopf zum Brunnen vor der Kirche.<br \/>\nVor der Brunnenwand richtete er sich, in seinen beeindruckenden 3 m H?he auf und rief den Menschen zu: seht mich an! Ich habe die Krone, die goldene Krone! Ich bin Euer K?nig! Nur ich, denn ich habe die goldene Krone! Und nur, wer die goldene Krone hat, kann K?nig der B?rliner sein.<br \/>\nUnd nun war es f?r ihn auch an der Zeit, sich selbst mit der goldenen Krone zu bewundern.<br \/>\nDer B?r beugte sich ?ber den Brunnen und erblickte sich im Spiegelbild des Wassers. Er war begeistert. Eitel und arrogant. Er sch?ttelte und drehte seinen Kopf, bewunderte sich mit der Krone.<\/p>\n<p>Und, es geschah was geschehen musste. Wie sich der B?r im Wasser des Brunnens, im Spiegelbild, mit seiner Krone auf dem Kopf, bewunderte, immer wieder den Kopf von der einen zur anderen Seite drehte und verz?ckt rief: ?Ich sehe die Krone, sie ist auf dem Kopf des K?nigs! Ich bin der K?nig!? fiel sie herab, in den Brunnen. Die goldene Krone. Sie war weg. Sie fiel in den Brunnen.<\/p>\n<p>Da es zu dieser Zeit noch keine funktionierende Infrastruktur gab, konnten die Menschen nat?rlich auch keine Feuerwehr alarmieren um das Wasser abzupumpen und die goldene Krone aus dem Brunnen zu holen.<br \/>\nDer B?r aber, er sch?mte sich pl?tzlich. Ihm wurde in Sekunden klar, dass er das Vertrauen der ersten Berlinerinnen und Berliner missbraucht hatte. Eine Schande! Und so sprang er vom Brunnenrand und jammerte und rannte, rannte, rannte&#8230;<br \/>\nEr lief so schnell ihn seine Pfoten trugen, war er doch nun nicht mehr der einzige B?r, den die Menschen als ihren K?nig anerkannten. Er war nur noch: ein B?r.<\/p>\n<p>Der B?r lief in die Richtung, aus der sich einst, vor 800 plus 800 Jahren, eine Gruppe Slawen an Dahme und Spree, im heutigen K?penick und Marzahn, direkt an der Wuhle, angesiedelt hatten.<br \/>\nVon dort aus rannte er ins Brandenburgische, orientierte sich in Richtung Polen, kam ?ber Zielona G\u00f3ra, dann vorbei an Wroc\u0142aw, \u0141\u00f3d\u017a, Warschau und Bia\u0142ystok, pausierte in Minsk und verschwand dann in die weiten Gegenden Russlands, nach Sibirien.<\/p>\n<p>Seit dieser Zeit ist der B?r, mit oder ohne Krone, im Ged?chtnis der Berlinerinnen und Berliner geblieben. Er ist seit 1280 das Berliner Wappentier und heute in jedem Souvenir-Shop in Berlin in verschiedenen Varianten erh?ltlich. Die Berliner erinnern sich an ihren B?r. Sie haben ihn nie vergessen. Der Berliner Bezirk hat sich einige der Orte, die er bei seiner Flucht durchquerte, zu ihren St?dtepartnern auserw?hlt. So die polnische Stadt Tychy und den Minsker Stadtbezirk Oktober.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir danken Herrn Hans-J?rg Muhs, Mitglied der Gesellschaft f?r Urbanistik, f?r die interessante Berliner B?rengeschichte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von der Bildungsst?tte Haus ?Pro-social? 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