{"id":554,"date":"2009-08-04T00:01:53","date_gmt":"2009-08-03T23:01:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=554"},"modified":"2011-09-22T10:19:29","modified_gmt":"2011-09-22T09:19:29","slug":"diskussion-um-die-zukunft-der-beiden-barendamen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/diskussion-um-die-zukunft-der-beiden-barendamen\/","title":{"rendered":"Diskussion um die Zukunft der beiden B\u00e4rendamen"},"content":{"rendered":"<p>In der Berliner Presse gibt es zurzeit vermehrt eine Diskussion um die Zukunft der beiden B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger. Initiator ist der Landestierschutzbeauftragte Herr L\u00fcdcke.<!--more-->Liebe Besucher der Berliner Stadtb\u00e4ren,<\/p>\n<p><em>(01.08.2009) seit einigen Tagen sind die Berliner Stadtb\u00e4ren ein brandaktuelles Thema in der Presse. Ausl\u00f6ser ist der Berliner Landestierschutzbeauftragte Herr L\u00fcdcke, der beratend und ehrenamtlich t\u00e4tig ist. Seine Forderung: Maxi und Schnute sollen umziehen! In ihrem Zuhause, dem K\u00f6llnischen Park, seien sie nicht artgerecht untergebracht.<\/em><\/p>\n<h2>Keine artgerechte Haltung?<\/h2>\n<p>Was hei\u00dft artgerecht? Artgerechte Haltung bezeichnet eine Form der Tierhaltung, die sich an den nat\u00fcrlichen Lebensbedingungen der Tiere orientiert und ihnen somit erm\u00f6glicht, nat\u00fcrliche Verhaltensweisen beizubehalten. Aus diesem Grund gibt es Richtlinien f\u00fcr die Haltung von gro\u00dfen S\u00e4ugetieren, dort ist alles genau vorgeschrieben. Wie Herr L\u00fcdcke selbst aussagt, bewegt sich die Haltung der Berliner Stadtb\u00e4ren Maxi und Schnute im rechtlichen Rahmen.<\/p>\n<p>Wir, der Verein der Berliner B\u00e4renfreunde, betreuen den B\u00e4renzwinger ehrenamtlich und achten darauf, dass es den B\u00e4rendamen Maxi und Schnute gut geht.<\/p>\n<h2>Experten pro B\u00e4renzwinger<\/h2>\n<p>Wir hatten in der Vergangenheit zahlreiche B\u00e4renexperten zu Besuch am B\u00e4renzwinger, darunter auch Christoph Eberharter. Er war Projektleiter beim Aufbau des B\u00e4renwald M\u00fcritz von der Organisation \u201e4 Pfoten\u201c. Er hat uns best\u00e4tigt, dass es Maxi und Schnute gut geht. Der Leiter des B\u00e4renwald M\u00fcritz, Herr Hertwig, war am 6. Februar 2008 mit einen Fernsehteam vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) bei uns zu Gast am B\u00e4renzwinger, auch er versicherte dem Bezirksamt, dass die B\u00e4ren bis zu Ihrem Ende hier bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich bin oft verwundert, dass viele Experten \u00fcber die Berliner Stadtb\u00e4ren urteilen, obwohl sie sich augenscheinlich nicht einmal den Weg zu den Berliner Stadtb\u00e4ren gemacht haben, um sich ausreichend zu informieren.<\/p>\n<h2>Amtstierarzt kontrolliert Haltung der Tiere<\/h2>\n<p>Der Amtstierarzt von Berlin Mitte ist regelm\u00e4\u00dfig bei den beiden B\u00e4rendamen und auch er sieht keine Beanstandungen gegen\u00fcber der Haltung der beiden Stadtb\u00e4ren.<\/p>\n<h2>B\u00e4renzwinger gr\u00f6\u00dfer als das Gesetz vorschreibt<\/h2>\n<p>Sicherlich, der B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park ist nicht optimal. Aber man darf nicht vergessen, dass dieser deutlich gr\u00f6\u00dfer ist, als es der Gesetzgeber vorschreibt.  Unsere B\u00e4ren f\u00fchlen sich gut. Das kann man u.a. am \u201eoptischen Zustand\u201c der beiden ausmachen. Das Fell und Gangbild sind in Ordnung. Die B\u00e4ren haben je einen Wassergraben an jeder Freifl\u00e4che und auch zus\u00e4tzlich ein kleines Badebecken auf der rechten Seite.<\/p>\n<p>Herr L\u00fcdcke bem\u00e4ngelt die Einstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Wassergraben, die Stufen seien f\u00fcr die B\u00e4ren zu hoch. Wer sich die Zeit nimmt und eine Weile den B\u00e4ren zuschaut, wird erstaunt sein, wie geschickt und schnell die B\u00e4ren in und auch wieder aus dem Wassergraben kommen. Da haben wir Menschen schon gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten damit.<\/p>\n<p>Die B\u00e4ren haben auf den Freifl\u00e4chen Rindenmulch mit Sand vermischt zum Graben, auch Steine bzw. Beton werden zum Abwetzen der Krallen ben\u00f6tigt. Es ist sehr risikoreich einen B\u00e4ren zu narkotisieren, um seine Krallen zu bearbeiten.<\/p>\n<h2>R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit f\u00fcr die B\u00e4ren<\/h2>\n<p>In den tiefen Kuhlen l\u00e4sst sich der hei\u00dfe Sommer gut ertragen.<br \/>\nHerr L\u00fcdcke hat ebenfalls bem\u00e4ngelt, dass sich Maxi und Schnute keine H\u00f6hle f\u00fcr den Winter graben k\u00f6nnen. Das brauchen sie auch nicht, da ihre H\u00f6hle das Haus ist. Maxi und Schnute k\u00f6nnen sich jederzeit ins Haus zur\u00fcckziehen. Im Jahr 1992 wurde das Haus zus\u00e4tzlich mit einer Fu\u00dfbodenheizung versehen, was die B\u00e4ren gegen Arthrose sch\u00fctzt. Viele B\u00e4ren im gleichen Alter m\u00fcssen schon wegen starker Arthrose eingeschl\u00e4fert werden.<\/p>\n<h2>F\u00fctterung von Maxi und Schnute<\/h2>\n<p>Das Futter f\u00fcr die B\u00e4ren wird versteckt, es werden Rollen und Holztafeln mit L\u00f6chern versehen, in denen Leckerbissen f\u00fcr die B\u00e4ren zu finden sind. An den Laub\u00e4sten wird das Obst in verschiedenen H\u00f6hen aufgespie\u00dft, so dass die B\u00e4ren sich bem\u00fchen m\u00fcssen, heran zu kommen. Manchmal gibt es N\u00fcsse und Rosinen einfach im Rindenmulch ausgestreut. Dank der feinen Nase der B\u00e4ren finden sie auch diese Leckereien. Die B\u00e4ren werden nicht von den Besuchern gef\u00fcttert, das mitgebrachte Futter wird bei den B\u00e4renpflegerinnen abgegeben.<\/p>\n<h2>Mangelt es an Platz f\u00fcr die B\u00e4ren?<\/h2>\n<p>Ein Punkt, den Herr L\u00fcdcke noch anspricht, ist der Platz. B\u00e4ren in Freiheit durchwandern ein gro\u00dfes Territorium. Aber Sie sind dort auf Futtersuche und auf der Suche nach einem Partner. In Gefangenschaft werden B\u00e4ren gef\u00fcttert und ich glaube den Begriff auf \u201eder faulen B\u00e4renhaut liegen\u201c kennt wohl jeder.<\/p>\n<h2>Gutachten von 12\/2008 pro B\u00e4renzwinger<\/h2>\n<p>Mit der Anfrage beim Senat vom 16. Dezember 2008 wird best\u00e4tigt, dass die B\u00e4ren bis zu ihrem Lebensende im B\u00e4renzwinger bleiben k\u00f6nnen. Aus tierschutzrechtlichen Gr\u00fcnden besteht nach Auffassung des Senats sowie des zust\u00e4ndigen Veterin\u00e4r- und Lebensmittelaufsichtsamtes keine zwingende Notwendigkeit zur Umsetzung der beiden B\u00e4ren, da sowohl das ihnen zur Verf\u00fcgung stehende Areal, als auch die Einrichtung (environmental enrichment) und Art und Umfang der Besch\u00e4ftigung des Personals mit den Tieren den tierschutzrechtlichen Vorgaben gen\u00fcgen bzw. diese zum Teil \u00fcbersteigen.<\/p>\n<h2>Neues S\u00e4ugetiergutachten<\/h2>\n<p>Am 31. Juli 2009 gab es eine Pressekonferenz mit Herrn L\u00fcdcke, leider ohne das zust\u00e4ndige Bezirksamt. Es wurde ein neues S\u00e4ugetiergutachten in Auftrag gegeben, auf dessen Ergebnis man nun gespannt wartet, so der Grundtenor dieser Pressekonferenz.<\/p>\n<h2>Es mangelt an Geld<\/h2>\n<p>Gerne w\u00fcrde ich unseren B\u00e4ren mehr Raum geben, aber auch Herr L\u00fcdcke schreibt, dass es wohl am Geld scheitern wird.<\/p>\n<h2>Und was sagen die Berliner?<\/h2>\n<p>Was sagen Sie als Berliner, als B\u00fcrger dieser Stadt zu der Situation? Haben Sie Ideen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Christa Junge<br \/>\n&#8211; Vorsitz &#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Berliner Presse gibt es zurzeit vermehrt eine Diskussion um die Zukunft der beiden B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger. 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