{"id":5953,"date":"2015-10-08T20:28:07","date_gmt":"2015-10-08T18:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=5953"},"modified":"2015-10-17T10:42:52","modified_gmt":"2015-10-17T08:42:52","slug":"der-streit-um-den-baeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/der-streit-um-den-baeren\/","title":{"rendered":"Der Streit um den B\u00e4ren"},"content":{"rendered":"<p>Aus dem EXBERLINER Magazin &#8211; Berlin in Englisch<!--more-->ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n<p><strong>Schnute ist Berlins letzte \u00dcberlebende Stadtb\u00e4rin, die die sonderbare Tradition fortsetzt, Gl\u00fccksbringer in einem B\u00e4renzwinger in der N\u00e4he des M\u00e4rkischen Museums in der Stadt zu sein. Heute, ist die 34-j\u00e4hrige Pelzdame in der Mitte Berlins Spielball eines Tauziehens bei dem \u201cFreunde\u00e2\u20ac\u009d behaupten, sie ist krank und einsam und muss get\u00f6tet werden. Aber wie, sieht ein ungl\u00fccklicher B\u00e4r aus?<\/strong><br \/>\n<em>Von Jon \u00c3\u02dcrsted<\/em><\/p>\n<p>Vor ein paar Wochen erz\u00e4hlte mir meine Freundin, dass sie einen B\u00e4ren im K\u00f6llnischen Park gesehen hat, direkt hinter dem M\u00e4rkisches Museum, wo sie und ihre Kollegen zu Mittag essen.\u00c2\u00a0\u201cH\u00e4? Gibt es einen Zirkus in der Stadt?\u00e2\u20ac\u009d habe ich gefragt. \u201cNein, er lebt dort &#8211; auf einer kleinen, innen liegenden Insel, ganz allein\u00e2\u20ac\u009d, hat sie gesagt. Das sonderbare Bild, dass ein einsamer, trauriger B\u00e4r im Park lebt, hat einen schnellen Blick zur Suche nach \u201cBerliner B\u00e4r\u00e2\u20ac\u009d online veranlasst. Eine Menge von Artikeln vom April 2015 hat meinen Verdacht best\u00e4tigt: \u201cTieraktivist bittet um Euthanasie des Stadtb\u00e4ren.\u00e2\u20ac\u009d Der Braunb\u00e4r &#8211; eine 34-j\u00e4hrige B\u00e4rin Namens\u00c2\u00a0Schnute &#8211; war anscheinend in solch j\u00e4mmerlicher Verfassung, dass er gefordert hat, sie einzuschl\u00e4fern. Ein Aktivist Namens Stefan Klippstein behauptet, Schnute hat viel Gewicht verloren, Wunden an ihrem Pelz und k\u00f6nnte sich nur einige Meter weit schleppen.\u00c2\u00a0Gem\u00e4\u00df einem anderen Artikel hat Tier\u00e4rztin Maria Elena Kaschubat vom deutschen Tierschutzb\u00fcro \u201ckeine Notwendigkeit f\u00fcr diese Handlung\u00e2\u20ac\u009d gesehen. Schnute hat alle Eigenschaften eines guten Zustandes ihres Alters f\u00fcr eine in Gefangenschaft lebende B\u00e4rin.\u00c2\u00a0Ich war irritiert. Warum will ein Aktivist den Stadtb\u00e4ren euthanisieren, wenn diese\u00c2\u00a0vermutlich bei guter Gesundheit war? \u201cSah sie krank aus oder ungl\u00fccklich?\u00e2\u20ac\u009d Ich habe weiter meine Freundin ausgefragt. Sie wusste es nicht. &#8222;Wie sieht ein ungl\u00fccklicher B\u00e4renblick aus?\u00e2\u20ac\u009d Gute Frage. Ich musste Schnute selbst sehen, bevor es war zu sp\u00e4t war.<\/p>\n<h3>Die Zootierpflegerin<\/h3>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag bin ich zum M\u00e4rkisches Museum gelaufen, entlang der Pf\u00fctzen durch den Platzregen, bis ich den Hinweis sah: &#8222;B\u00e4renzwinger&#8220;. Wie magisch angezogen f\u00fchlte ich mich, als ich mich ihm n\u00e4herte: auf 450m\u00c2\u00b2 in einer ovalen Form, mit einem quadratischen mit Weinlaub bedecktem Geb\u00e4ude im Zentrum und von einer Hecke umz\u00e4unt. Es war keine Sicht durch die Str\u00e4ucher und kein B\u00e4r zu sehen, auch nicht auf der anderen Seite des mit Rindenmulch\/ Sandgemisch gef\u00fcllten ehemaligen Wassergrabens, der die Insel umgibt.\u00c2\u00a0Ich bin einer Frau mit einem M\u00fcllbeh\u00e4lter vor dem B\u00e4renhaus begegnet. \u201cKennen Sie Schnute? \u201cHabe ich gefragt. \u201cJa\u00e2\u20ac\u009d, hat sie ein bisschen \u00e4rgerlich geantwortet, unter ihrem Regenmantel.<br \/>\n\u201cIch kenne sie seit 22 Jahren.\u00e2\u20ac\u009d Seit den letzten zwei Jahrzehnten, waren sie und ihre Kollegen\u00c2\u00a010 Stunden pro Tag im B\u00e4renzwinger t\u00e4tig, das mehrmalige F\u00fcttern am Tag und das sich K\u00fcmmern um Schnute, das S\u00e4ubern des K\u00e4figs und &#8211; die am meisten zeitaufwendige Aufgabe &#8211; das Antworten auf Fragen von neugierigen Besuchern. In diesen Tagen, ist der gr\u00f6\u00dfte Teil der gestellten Fragen \u201cWo ist der B\u00e4r?\u00e2\u20ac\u009d sagte die Pflegerin mit einem schmalen L\u00e4cheln. Als ich sie \u00fcber die wirkliche Gesundheit von Schnute fragte, war ihr L\u00e4cheln verschwunden. Nein, sie sieht keinen Grund Schnute\u00c2\u00a0einzuschl\u00e4fern, und sie m\u00fcde ist von Leuten \u201cdie immer alles besser Wissen\u00e2\u20ac\u009d. Sie hat die \u201cSchnauze voll\u00e2\u20ac\u009d (hat es \u201cbis hier\u00e2\u20ac\u009d) von der Presse und ihren \u201cQuatsch\u00e2\u20ac\u009d, und lehnt es ab namentlich erw\u00e4hnt zu werden. Pl\u00f6tzlich erschien Schnute auf ihrem 10m\u00c2\u00b2 Betonweg, als w\u00e4re sie gerade vom Winterschlaf aufgewacht.<\/p>\n<h3>Der letzte Stadtb\u00e4r<\/h3>\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p>Schnute hielt ihre gro\u00dfe Nase in die Luft, mit einer langsamen Bewegung, hat ihren etwas abgetragenen Pelz gesch\u00fcttelt und angefangen, die Freifl\u00e4che sehr langsam zu umkreisen und schn\u00fcffelnd und an den B\u00e4ume\/ Str\u00e4uchern schnuppernd, anscheinend nach dem Sommerregen. An diesen Tagen, bei dieser Hitze bleibt sie gr\u00f6\u00dftenteils im Hause, hat mir die Pflegerin erz\u00e4hlt, zur gro\u00dfen Entt\u00e4uschung der Besucher. \u201cSie wollen sie sehen, aber wenn sie sie sehen, beklagen sie sich dar\u00fcber wie schrecklich es ist einen einzelnen B\u00e4ren alleine in Gefangenschaft leben zu lassen.\u00e2\u20ac\u009d B\u00e4ren sind von Natur aus Einzelg\u00e4nger. 34 Jahre ist ein fast biblisches Alter f\u00fcr einen B\u00e4ren &#8211; sie sterben gew\u00f6hnlich im Alter von zwanzig Jahren in der Gefangenschaft, und erreichen selten 10 in der Wildnis. Das Leben im B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park scheint kein schlechtes Leben zu sein. Der Pfleger hat Schnute mit einer 90-J\u00e4hrigen Dame verglichen. \u201cW\u00fcrde die Euthanasie richtig sein nur weil sie alt ist?\u00e2\u20ac\u009d, hat sie rhetorisch gefragt. Schnute ist zweifellos ein echtes Wunder in Gefangenschaft, und sie hat ein gutes Leben gelebt, um so zu sein. Geboren 1981 in einem kleinen Zoo im Osten.<\/p>\n<p>In der Stadt Sta\u00dffurt geboren wurde Schnute (\u201cSchmollmund\u00e2\u20ac\u009d), genannt so durch die Stimme eines Berliner der in einer Zeitung einen Wettbewerb gewann. Schnute und ihr Bruder Taps sind die dritte Generation B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger geworden, der seit 1939 ge\u00f6ffnet wurde. Bis 1989 hatte das Paar neun Jungtiere, die meisten kamen in Zoos; nur die Erstgeborene Tochter Maxi blieb bei ihnen im B\u00e4renzwinger. Taps wurde 1990 ernstlich krank und verstarb. Ein neuer B\u00e4r m\u00e4nnlichen Geschlechts, Tilo, wurde schnell der Liebling Besucher.\u00c2\u00a01991, nach der Wende sollte der B\u00e4renzwinger geschlossen werden &#8211; der neue Direktor des Berliner Tierparks (im ehemaligen Ostberlin), der offizielle Eigent\u00fcmer, konnte das notwendig geforderte Umstrukturieren nicht finanzieren. Aber die Berliner protestierten, haben Briefe an Politiker geschrieben und Zeitungen berichteten und sammelten Geld: Sie wollten ihre geliebten B\u00e4ren behalten. Der Berliner Senat hat die Kosten \u00fcbernommen und der B\u00e4renzwinger wurde dem Bezirk Mitte 1993 \u00fcbergeben.<br \/>\n1994 war die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung gro\u00df, Schnute und Tilo hatten Drillinge &#8211; die nicht dort bleiben konnten.<\/p>\n<h3>Die besten Freunde der B\u00e4ren<\/h3>\n<p>Im selben Jahr, am 10. November, gr\u00fcndete sich der gemeinn\u00fctzige Verein Berliner B\u00e4renfreunde e.V., er wurde mit der Absicht gegr\u00fcndet den Berliner B\u00e4r als das Wappen der Stadt &#8211; und damit auch die B\u00e4ren im B\u00e4renzwinger in K\u00f6llnischen Park von au\u00dfen zu sch\u00fctzen. Sie haben die alte Tradition, wie die B\u00e4rengeburtstage und den Geburtstag der Stadt Berlin zu feiern wiederbelebt, viele Berliner und G\u00e4ste haben Fr\u00fcchte und Geschenke f\u00fcr die B\u00e4ren gebracht, w\u00e4hrend die Presse, das Radio und das Fernsehen \u00fcber das fr\u00f6hliche Ereignis berichtet haben. Die Drillinge und Zwillinge sind nicht mehr hier und die Jahre sind vergangen, es ist eine \u201calte\u00e2\u20ac\u009d B\u00e4renfamilie, um Besucher zu unterhalten.<\/p>\n<p>2007, war Tilo sehr krank und wurde eingeschl\u00e4fert. Sein Tod hat ein Zeichen gesetzt um die B\u00e4ren im K\u00f6llnischen Park weiterhin zu unterst\u00fctzen.\u00c2\u00a02010 hat sich der Verein daf\u00fcr entschieden die Geburtstage \u201cin Anbetracht des Alters der B\u00e4ren\u00e2\u20ac\u009d nicht mehr zu feiern, sagt die Vorsitzende der Berliner B\u00e4renfreunde e.V. Christa Junge. Aber gem\u00e4\u00df Frau Junge, \u201cwollen sie auch keine unn\u00f6tigen Konflikte\u201c indem sie zu viel Aufmerksamkeit auf den B\u00e4renzwinger lenken.<br \/>\nDie Tierrechtorganisationen kritisieren die B\u00e4renhaltung seit Jahrzehnten, aber niemand war so beharrlich wie das Berliner B\u00e4renb\u00fcndnis (Berliner B\u00e4renverbindung), gegr\u00fcndet im Oktober 2012 durch mehrere Tierschutzorganisationen unter der Devise \u201cFreiheit f\u00fcr Maxi und Schnute\u00e2\u20ac\u009d. Innerhalb ihres ersten Monats der Existenz, demonstrierten sie vor dem B\u00e4renzwinger, zogen sich B\u00e4renkost\u00fcme an, organsierten nationale Unterschriften, erstatteten Anzeige gegen offizielle Tier\u00e4rzte und sammelten 23.000 Unterschriften f\u00fcr die Befreiung von Schnute und ihrer Tochter Maxi.<\/p>\n<p>Am 20. November 2012 in der Morgend\u00e4mmerung, kamen sechs Aktivisten aus dem B\u00e4renb\u00fcndnis &#8211; zogen sich B\u00e4renkost\u00fcmen an &#8211; und lehnten eine 10-Meter hohe Leiter an das Dach des B\u00e4renhauses und kletterten aufs Dach. Zwanzig Minuten sp\u00e4ter, war jeder Journalist und Fotograf der Stadt dort. Nachricht vom Sprecher der Tiersch\u00fctzer, Stefan Klippstein, es war klar: Sie erreichten nicht den Bezirksstadtrat, der f\u00fcr den B\u00e4renzwinger verantwortlich ist, sie haben ein neues Haus f\u00fcr Schnute und Maxi gefunden. Schlie\u00dflich hat die Polizei zugegriffen. Ein Kran brachte die Tiersch\u00fctzer vom Dach. Das B\u00e4renb\u00fcndnis hat sich bereit erkl\u00e4rt, den Transport durch \u00f6ffentliche Finanzierung zu \u00fcbernehmen und die B\u00e4ren zum Wildpark Johannism\u00fchle zu bringen, aber die B\u00e4ren bleiben. Im August 2013 ist die Tochter von Schnute Maxi im Alter von 27 Jahren gestorben. Hunderte Leute sind mit Blumen zum B\u00e4renzwinger gekommen, um den Verlust zu betrauern. Das Bezirksamt in Mitte hat gedacht, den Hinterbliebenen 32-J\u00e4hrigen B\u00e4r umzusiedeln. Mutter und einsame \u00dcberlebende, aber schlie\u00dflich wurde entschieden, den B\u00e4renzwinger umzubauen und zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<h3>Der K\u00f6llnische Park<\/h3>\n<p>Die entscheidende Neuerung: der Wassergraben, der die Freifl\u00e4che umflie\u00dft, wurde mit einem Rindenmulch\/ Sandgemisch gef\u00fcllt damit Schnute ringsherum auf in den letzten Tagen ihres Lebens mehr spazieren gehen kann. Der Teich wurde auch vergr\u00f6\u00dfert, mehr Raum f\u00fcr Schnute, um zu baden. Die Kosten f\u00fcr den Umbau 2014 waren 21,000 \u20ac. Inzwischen ist Schnute der gl\u00fcckliche Mieter von einem 480-m\u00c2\u00b2-Raum, weit \u00fcber den Standard, der durch das Bundesministerium f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft festgelegt wurde, die 500 m\u00c2\u00b2 pro drei B\u00e4ren verlangt. Sie erinnern sich an Knut? Sein Gehege im Zoologischen Garten war gerade 300 m\u00c2\u00b2 gro\u00df.<\/p>\n<h3>Der einsame \u201eKreuzritter\u201c<\/h3>\n<p>Und bitte! Schnute ist noch lebendig und \u201clebt gut\u00e2\u20ac\u009d in ihrem umgebauten Haus, gem\u00e4\u00df offizieller Aussage von Carsten Spallek, Bezirks Stadtrat f\u00fcr Stadtentwicklung, am 9. April 2015: \u201cDer Gesundheitszustand ist entsprechend dem Alter des B\u00e4ren. Zeichen von Arthritis k\u00f6nnen gesehen werden an ihrer Gangart und sie wird durch einen Tierarzt seit Monaten kontrolliert.\u00e2\u20ac\u009d<\/p>\n<p>Jeder, einschlie\u00dflich des Berliners B\u00e4renb\u00fcndnis wei\u00df, es gibt keine Pl\u00e4ne f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Wiederansiedlung von B\u00e4ren nach Schnute, die Zeit ist abgelaufen.<br \/>\nEs gab einen Streit, ob sie eingeschl\u00e4fert werden sollte. Der am meisten stimmliche Bef\u00fcrworter der Euthanasie &#8211; Stefan Klippstein, derselbe der im B\u00e4renkost\u00fcm Protestierende, der bei Demonstrationen vom B\u00e4renb\u00fcndnis dabei war.\u00c2\u00a0Als ich Klippstein am Sonnenfreitagsmorgen am B\u00e4renzwinger traf sagte er mir, dass er sich vom B\u00e4renb\u00fcndnis zur\u00fcckgezogen hat, \u201cweil sie nicht die Wahrheit sagen und sie haben Angst davor, ihr Image zu zerst\u00f6ren. Sie m\u00f6chten Schnute auch \u201eewige Ruhe\u201c geben, sie sind aber erschrocken, es \u00f6ffentlich auszudr\u00fccken.\u00e2\u20ac\u009d<\/p>\n<p>Klippstein &#8211; er hat einen Hintergrund als Tierpfleger &#8211; ist oft zitiert worden. Die Boulevardpresse reagiert auf ihn, sie hat schnell reagiert, wann immer sie eine gute Story \u00fcber Tierrechtverletzungen witterten. Er behauptet, er hat die \u201cPelzmafia\u00e2\u20ac\u009d in seinem R\u00fccken, und dass er abgehalten wurde, bis zum Schwedischen Circus Krone zu gehen. Er verursachte einen Tumult, als er in die Gourmetabteilung des KaDeWe bekleidet mit einem Hummerkost\u00fcm ging, um gegen das Kochen der noch lebenden Schalentiere zu protestieren (das Warenhaus verkauft keinen frisch gekochten Hummer mehr). Zurzeit bereitet er sich vor, als verkleideter Bettler mit einem Hund durch die Stra\u00dfen zu ziehen, um auf die Zust\u00e4nde in Rum\u00e4nien und Bulgarien aufmerksam zu machen &#8211; auf ein Verbot hoffend, wie in den St\u00e4dten M\u00fcnchen und Schwerin.<\/p>\n<p>Hinsichtlich Schnute gibt es nichts mehr was er tun kann. Kurz nachdem er sich vom B\u00e4renb\u00fcndnis zur\u00fcckgezogen hat, schrieb Klippstein eine Beschwerde an das Tier\u00e4rztliche B\u00fcro Berlin-Mitte mit der Bewertung, dass Schnute so sehr leidet, dass sie sofort euthanasiert werden muss. \u201cDie Monotonie und der kleine Raum, lassen Schnute durch die Bewegungen geistig abbauen.\u00e2\u20ac\u009d, erkl\u00e4rt er. Das B\u00e4renb\u00fcndnis von Klippstein hat im April 2015 eine offizielle Pressemeldung herausgegeben, in der sie ihre Unzufriedenheit mit ihm betont. Sie empfehlen keine Euthanasie. \u201cSie haben Angst, als B\u00e4renm\u00f6rder gesehen zu werden, wie Carsten Spallek, er hat davor Angst\u00e2\u20ac\u009d, erz\u00e4hlt Klippstein mir. \u201cDer Stadtrat hat immer gesagt, dass alte Leute nicht das Altersheim verlassen k\u00f6nnen, aber diese &#8218;Vermenschlichung\u201c des Tieres ist genau das Problem.\u00e2\u20ac\u009d Sonderbar genug f\u00fcr den Mann, der das Dach des B\u00e4renzwingers bestiegen hat, der wie ein B\u00e4r denkt. Klippstein denkt, es sind die Euthanasiegegner, die Schnute anthropomorphising (vermenschlichen). \u201cEs ist als wenn, ihre alte Katze krank wird. Wir wollen Schnute von ihrem Leiden erl\u00f6sen. \u00e2\u20ac\u009d<\/p>\n<h3>Ich habe mich mit Klippstein und der Zoopflegerin getroffen.<\/h3>\n<p>Es war das erste Mal, dass ich zum B\u00e4renzwinger gegangen bin, und es ist ebenso deprimierend mit dem Humanisieren von Schnute. Beide stimmen nicht gerade stark \u00fcberein, wenn es dazu kommt \u00fcber den Gesundheitszustand von Schnute zu reden und was man mit ihr tut. Pers\u00f6nlich habe ich keine Schwermut bemerkt oder Schmerz in den Augen des B\u00e4ren. Sie schien zufrieden und gl\u00fccklich mit den gegeben Verh\u00e4ltnissen. Aber was wei\u00df ich?<br \/>\nBevor wir den B\u00e4renzwinger verlassen, blickt Klippstein \u00fcberrascht auf sein Telefon. \u201cDer B\u00e4r in meiner Heimatstadt ist gerade gestorben\u00e2\u20ac\u009d, erkl\u00e4rt er. Freiburgs letzter B\u00e4r, ein 29-J\u00e4hriger genannt Joschi, wurde am selben Tag eingeschl\u00e4fert.\u00c2\u00a0Schnute lebt bis zu Ihrem Lebensende in dem Berliner B\u00e4renzwinger, auch diesen Sommer. Aber vor der Winterzeit k\u00f6nnte es den B\u00e4ren im K\u00f6llnischen Park nicht mehr geben.<\/p>\n<p>Berlin, 23. Juni 2015<\/p>\n<p><em>Aus dem &#8222;EXBERLINER&#8220; Magazin &#8211; Berlin in English since 2002<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.exberliner.com\/features\/lifestyle\/battle-of-the-bear\/\" target=\"_blank\">Zum Orginal-Artikel in englischer Sprache (dieser Artikel wurde zwischenzeitlich wegen des Todes von Schnute aktualisiert).<\/a><\/p>\n<p><strong>Mit freundlicher Genehmigung des &#8222;EXBERLINER&#8220; Magazin<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem EXBERLINER Magazin &#8211; Berlin in Englisch<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,2,36,23,51,3,47],"tags":[],"class_list":["post-5953","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-barenzwinger","category-berlin-bar","category-berliner-bar","category-stiftung-stadtmuseum-berlin","category-topthema","category-wappentier"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5953"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6135,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5953\/revisions\/6135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}