{"id":6505,"date":"2015-12-31T12:07:38","date_gmt":"2015-12-31T11:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=6505"},"modified":"2016-01-23T12:24:58","modified_gmt":"2016-01-23T11:24:58","slug":"schnute-der-letzte-berliner-stadtbaer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/schnute-der-letzte-berliner-stadtbaer\/","title":{"rendered":"Schnute &#8211; der letzte Berliner Stadtb\u00e4r"},"content":{"rendered":"<p>von Gabriele Kadenbach, Mitglied des Vorstands Freunde Hauptstadtzoos, F\u00f6rdergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V.<!--more-->Die Berliner Stadtb\u00e4rin Schnute wurde am 11. Oktober 2015 im hohen Alter von 34 Jahren eingeschl\u00e4fert. Wie die Obduktion im IZW (Institut f\u00fcr Zoo- und Wildtierforschung) ergab, litt Schnute an einer schweren Deformation der Gelenke und Herzinsuffizienz. Schnute lebte als letzter B\u00e4r mit dem Titel \u201eStadtb\u00e4r\u201c im B\u00e4renzwinger am K\u00f6llnischen Park, direkt neben dem M\u00e4rkischen Museum. ngg_shortcode_0_placeholder<br \/>\nDer B\u00e4r und Berlin sind eng verbunden. Das \u00e4lteste bekannte Berliner Stadtsiegel, welches zwei B\u00e4ren zeigt, stammt aus dem Jahr 1280. Noch heute ziert der B\u00e4r das Berliner Wappen, Berlins Flagge und ist als Brunnen und Skulptur im gesamten Stadtbild anzutreffen. Lebendige B\u00e4ren konnten die Berliner in der Menagerie auf der Pfaueninsel, dem Vorl\u00e4ufer des Zoologischen Gartens, sehen. Im 1844 er\u00f6ffneten Zoologischen Garten bezogen die Braunb\u00e4ren 1937 ihre Felsenfreianlage nahe dem L\u00f6wentor.<br \/>\n1937 wurde dann die Idee geboren, den B\u00e4ren auch im Stadtbild einen Platz einzur\u00e4umen. Es entstand der B\u00e4renzwinger am K\u00f6llnischen Park. Daf\u00fcr wurde das dort befindliche, urspr\u00fcnglich von der Stadtreinigung genutzte Geb\u00e4ude, f\u00fcr die Haltung der B\u00e4ren umgestaltet. 1939 wurde die Anlage mit vier Braunb\u00e4ren er\u00f6ffnet.<br \/>\nInsgesamt 55 Braunb\u00e4ren wurden zwischen 1939 und 2015 auf der Anlage gehalten, die zwischen 1964 und 1991 vom Tierpark Berlin betreut wurden. Die letzten auf der Anlage am K\u00f6llnischen Park lebenden B\u00e4ren waren Tilo, Schnute und Maxi.<br \/>\nSchnute, am 18. Januar 1981 geboren, kam gemeinsam mit ihrem Bruder Taps aus dem Tierpark Sta\u00dffurt nach Berlin. Am 1. Juni 1986 wurden zwei Jungb\u00e4ren geboren, von denen nur einer \u00fcberlebte. Er erhielt den Namen Max. Erst sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass Max ein weibliches Jungtier war. So wurde kurzerhand der Name in Maxi ge\u00e4ndert. Maxi blieb in Berlin.<br \/>\nNach dem fr\u00fchen Tod von Taps kam Tilo, geb. am 8. Januar 1990, aus Bischofswerda nach Berlin. 1994 gab es noch einmal reichlich B\u00e4rennachwuchs im Zwinger. F\u00fcnf kleine B\u00e4ren wurden geboren. Maxis B\u00e4renkinder erhielten die Namen B\u00e4rolina und Alex, Schnutes Nachwuchs wurde auf die Namen Rieke, Atze und Piefke getauft. F\u00fcr die kleinen B\u00e4ren musste unter gro\u00dfen Schwierigkeiten eine neue Heimat gefunden werden. Im August 1994 konnten B\u00e4rolina, Rieke und Atze in den Zoo nach Buenos Aires reisen, und im November 1994 fanden Alex und Piefke ihre neue Heimat im Naturpark in Cabarceno (Nordspanien).<br \/>\nTilo starb am 12. April 2007. Schnutes Tochter Maxi starb am 23. August 2013. Schnute blieb allein zur\u00fcck und trug seit 2007 nun den offiziellen Titel \u201eStadtb\u00e4r&#8220;. ngg_shortcode_1_placeholder<br \/>\nInsbesondere in den letzten Jahrzehnten, seit wissenschaftliche Erkenntnisse das Bewusstsein f\u00fcr artgerechte Wildtierhaltung ver\u00e4ndert haben, war die Haltung der B\u00e4ren am K\u00f6llnischen Park umstritten. Trotz der Umbauten im Jahr 1992, als u.a. im Innenbereich eine Fu\u00dfbodenheizung eingebaut wurde und die Au\u00dfenanlagen naturnah umgestaltet wurden, wurde die Anlage als nicht artgerecht bem\u00e4ngelt. Die \u00dcberf\u00fchrung der B\u00e4ren in einen B\u00e4renpark in Mecklenburg-Vorpommern wurde erwogen. Doch letztendlich blieben die B\u00e4ren in Berlin. Der Stadtb\u00e4rin Schnute wollte man einen Umzug im hohen Alter aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden und weil sie an ihre langj\u00e4hrigen, vertrauten Pflegerinnen gew\u00f6hnt war, nicht mehr zumuten.<br \/>\nSchnute wird &#8211; und das ist unumstritten &#8211; die letzte Stadtb\u00e4rin am K\u00f6llnischen Park gewesen sein. Der B\u00e4renzwinger wird als Informations- und Erinnerungsort, m\u00f6glicherweise in der Verantwortung des M\u00e4rkischen Museums, bestehen bleiben.<\/p>\n<p>Gabriele Kadenbach<\/p>\n<p>Mitglied des Vorstands<br \/>\nFreunde Hauptstadtzoos<br \/>\nF\u00f6rdergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. V.<\/p>\n<p>Literatur: Unger, Bernd D.W.: Der Berliner B\u00e4r: ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart; Waxmann Verlag GmbH 2000<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gabriele Kadenbach, Mitglied des Vorstands Freunde Hauptstadtzoos, F\u00f6rdergemeinschaft von Tierpark Berlin und Zoo Berlin e. 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