{"id":7285,"date":"2016-07-12T22:21:19","date_gmt":"2016-07-12T20:21:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=7285"},"modified":"2016-11-05T12:47:59","modified_gmt":"2016-11-05T11:47:59","slug":"heinrich-heine-viertel-der-berliner-baerenzwinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/heinrich-heine-viertel-der-berliner-baerenzwinger\/","title":{"rendered":"Heinrich-Heine-Viertel &#8211; Der Berliner B\u00e4renzwinger"},"content":{"rendered":"<p>Kiezportrait des Berliner B\u00e4renfreunde e.V., Berolina Journal 2\/ 2016<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Am Mittwoch, den 31. Mai traf ich mich mit Claudia Mattern am Berliner B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park. Sie ist Journalistin und schreibt f\u00fcr das BEROLINA Journal der WohnungsbauGenossenschaft. Sie suchte f\u00fcr das Heinrich-Heine-Viertel Kiezgeschichten und kam dabei auf unseren Verein zu.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderEs entstand dabei ein gemeinsames Foto am B\u00e4renzwinger und anschlie\u00dfend begann Sie das Interview. Sie stellte viele Fragen, lie\u00df mich aber auch erz\u00e4hlen, da sie\u00c2\u00a0meine &#8222;Leidenschaft&#8220; f\u00fcr den Berliner B\u00e4ren bemerkte. Die Zeit verging sehr schnell und seit einigen Tagen ist das Interview auf der Seite der BEROLINA im Berolina Journal 2\/ 2016 zu finden.<\/p>\n<p>Christa Junge<\/p>\n<p>Aus: Berolina Journal 2\/ 2016<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Kiezportrait<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderngg_shortcode_2_placeholder<br \/>\nWenn Christa Junge \u00fcber ihre Lieblingstiere spricht, hat man das Gef\u00fchl, sie habe sie pers\u00f6nlich jahrzehntelang begleitet. Auf die Vorsitzende der Berliner B\u00e4renfreunde und ihre Vereinsmitglieder trifft das durchaus zu. Vermutlich begegnet kaum ein anderer in Berlin geb\u00fcrtiger Mensch dem Wappentier der Stadt mit so viel Empathie.<\/p>\n<p>So war der 11. Oktober letzten Jahres, als Stadtb\u00e4rin Schnute starb, ein besonders trauriger Tag f\u00fcr den Verein. Schnutes Heimat war bis zuletzt der B\u00e4renzwinger am K\u00f6llnischen Park, wo sich die Berliner B\u00e4renfreunde 1994 gr\u00fcndeten.<\/p>\n<p>Zur\u00fcckzuf\u00fchren ist der B\u00e4renzwinger auf eine 1937 zur 700-Jahr-Feier von Berlin entstandene Idee, die Stadt brauche etwas zum \u201eKuscheln, zum Liebhaben, etwas Lebendiges\u201c, erz\u00e4hlt Christa Junge. Ein Schreiben belegt, dass der Umbau des ngg_shortcode_3_placeholderStra\u00dfenreinigungsgeb\u00e4udes in einen B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park gegen den Willen von Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels umgesetzt wurde. Dass sich Berlin damals durchgesetzt hat, freut die Vorsitzende ganz besonders. Die ersten Berliner B\u00e4ren Urs und Vreni kamen 1939 aus Bern, Jule und Lotte aus dem Berliner Zoo. Es herrschte Krieg, und am Alexanderplatz wurde nicht nur f\u00fcr die Menschen, sondern auch f\u00fcr die B\u00e4ren Gem\u00fcse angebaut. Um den B\u00e4renzwinger zu besch\u00fctzen, wurden sogar Waffen angefordert, \u201eweil die Leute nat\u00fcrlich Hunger hatten und vor Hunger gemaust haben\u201c. Der Zwinger wurde am Kriegsende getroffen, doch wundersamerweise hatte B\u00e4rin Lotte \u00fcberlebt, man fand sie halbverhungert unter Tr\u00fcmmern. Lotte lebte bis 1971 im Berliner Zoo und geh\u00f6rte nach dem Krieg mit zu den ersten Tieren dort.<\/p>\n<p>Die Geschichten \u00fcber die B\u00e4ren aus dem B\u00e4renzwinger sind in der Vereinszeitung \u201eDer Berliner B\u00e4r\u201c nachzulesen: jene \u00fcber die f\u00fcnf B\u00e4renkinder B\u00e4rolina, Atze, Piefke, Alex und Rieke beispielsweise, die erst kein Zoo und kein Tierpark haben wollten und f\u00fcr die die Todesspritze im Raum stand. Die Rettung der B\u00e4ren war einer der Gr\u00fcnde, die zur Gr\u00fcndung der Berliner B\u00e4renfreunde f\u00fchrten. \u201eWir wollten nie wieder, dass ein B\u00e4r bedroht ist, weil keiner ihn haben will.\u201c<\/p>\n<p>ngg_shortcode_4_placeholder<br \/>\nSymbole, Skulpturen, Reliefs, Plakate, Wandmalereien, Wappen und Brunnen mit Berliner B\u00e4ren sind \u00fcberall in der Stadt und weltweit zu finden. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, sie ausfindig zu machen, zu katalogisieren und zu archivieren. Inzwischen sind es 672 nur in Berlin. Die privaten Sammlungen der Mitglieder sind umfangreich und wurden bereits in mehreren Ausstellungen pr\u00e4sentiert. Daneben feierte der Verein die Geburtstage der B\u00e4ren, und j\u00e4hrlich am 22. M\u00e4rz den Tag des Berliner B\u00e4ren. Das \u00e4lteste Berliner Wappen n\u00e4mlich stammt aus dem Jahr 1280 und wird als Geburtsstunde des Berliner B\u00e4ren bezeichnet. Als Schnute im Mai 2007 zur Stadtb\u00e4rin ernannt wurde, war in der Presse h\u00e4ufig das Zitat zu lesen: \u201eWir haben eine Kanzlerin, warum nicht auch eine Stadtb\u00e4rin?\u201c. Es stammte von Christa Junge.<\/p>\nngg_shortcode_5_placeholder\n<p>Bis heute wundern sich nicht nur Berlin-Touristen, warum weit und breit kein B\u00e4r im B\u00e4renzwinger mehr zu sehen ist. Mit Schnutes Tod endete auch die B\u00e4renhaltung in Berlins Stadtmitte. Zwar wurde nach der Wende der Zwinger modernisiert und um einen Lichthof erweitert, doch lebendige B\u00e4ren wird es dort nicht mehr geben. Nach Ansicht des Vereins ist das durchaus die richtige Entscheidung, schlie\u00dflich hat sich die Haltung zum Tier ja grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndert. \u201eMan hat mehr auf die Rechte und Bed\u00fcrfnisse der Tiere gesehen und h\u00e4tte dem B\u00e4renzwinger sehr viel mehr Fl\u00e4che geben m\u00fcssen\u201c erkl\u00e4rt die Vorsitzende. \u201eDas w\u00e4re auch aus finanziellen Gr\u00fcnden \u00fcberhaupt nicht m\u00f6glich gewesen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_6_placeholder\n<p>Zwischenzeitlich gab es \u00dcberlegungen, ob die R\u00e4ume des B\u00e4renzwingers vom M\u00e4rkischen Museum genutzt werden k\u00f6nnten. Dass das Museum abgelehnt hat, findet sie sehr schade. Schlie\u00dflich brauche es jemanden, der sich regelm\u00e4\u00dfig darum k\u00fcmmert und ihn instand h\u00e4lt. Der Bezirk Mitte\/Tiergarten hat noch nicht \u00fcber eine weitere Nutzung entschieden.<\/p>\n<p>Anfragen zum Berliner B\u00e4ren erh\u00e4lt der Verein bis heute. Ein besorgter Besucher hatte vor eingen Jahren auch mal gefragt, ob die B\u00e4ren fr\u00fchmorgens, wenn Berlin noch schl\u00e4ft, ausgef\u00fchrt w\u00fcrden, weil sie doch so wenig Platz h\u00e4tten. Ja klar, antwortete Christa Junge. \u201eWir fahren extra mit ihnen an den M\u00fcggelsee.\u201c<\/p>\n<p>Eine kleine B\u00e4renskulptur im Heinrich-Heine-Viertel vermisst der Verein noch immer. Sie befand sich bis zur Wende auf dem Gel\u00e4nde eines Wohnkomplexes in der Annenstra\u00dfe, ist seitdem aber verschwunden.<\/p>\n<p>Claudia Mattern<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Mattern<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/berolina.info\/webseite\/journal\/\" target=\"_blank\">http:\/\/berolina.info\/webseite\/journal\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiezportrait des Berliner B\u00e4renfreunde e.V., Berolina Journal 2\/ 2016<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,2,36,23,34,59,48,12,96,49,52,44,3,47],"tags":[],"class_list":["post-7285","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-barenzwinger","category-berlin-bar","category-berliner-bar","category-berliner-zoo","category-bildhauer","category-bildhauerin","category-fragen_und_antworten","category-jahr-2016","category-kunstler","category-markische-museum","category-maxi-und-schnute-2","category-topthema","category-wappentier"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7285"}],"version-history":[{"count":67,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7644,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7285\/revisions\/7644"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}