{"id":7889,"date":"2016-10-11T14:18:09","date_gmt":"2016-10-11T12:18:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=7889"},"modified":"2016-11-05T12:46:48","modified_gmt":"2016-11-05T11:46:48","slug":"schute-ist-seit-einem-jahr-im-baerenhimmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/schute-ist-seit-einem-jahr-im-baerenhimmel\/","title":{"rendered":"Schute ist seit einem Jahr im B\u00e4renhimmel"},"content":{"rendered":"<p>Schnutes Todestag j\u00e4hrt sich am 11. Oktober 2015 zum ersten Mal<!--more-->Heute vor einem Jahr am 11. Oktober starb Schnute mit 34 Jahren an Altersschw\u00e4che. Sie war die erste und auch letzte lebende Stadtb\u00e4rin. Schnute wurde von den Berlinern geliebt, viele B\u00e4renfreunde brachten Ihr Obst aus dem eigenen Garten mit oder zu ihrem Geburtstag Strau\u00dfeneier, Fisch, Melone, Weintrauben, auch mal Schaumk\u00fcsse, die sie besonders gerne mochte.<br \/>\nngg_shortcode_0_placeholderSchnute wurde 2007 zur ersten Stadtb\u00e4rin ernannt, eine sehr fortschrittliche Entscheidung. Deutschland hat eine Bundeskanzlerin, warum nicht auch eine Stadtb\u00e4rin? Als Schnute starb beendet sie eine lange \u00c4ra der B\u00e4renhaltung im B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park. Sie war eine ruhige und besonne, auch eine sehr liebenswerte B\u00e4rin. Sie lebt in unseren Herzen weiter. Sie und die anderen B\u00e4ren wurden tausendfach fotografiert, in vielen Fotoalben werden sie noch lange an die B\u00e4ren im K\u00f6llnischen Park erinnern. In jedem touristischen Berlinf\u00fchrer waren die Berliner Stadtb\u00e4ren zu finden. Viele B\u00e4renfreunde aus aller Welt trafen sich bei den Berliner B\u00e4ren im K\u00f6llnischen Park.<br \/>\nDass es nach dem Ableben der B\u00e4ren im K\u00f6llnischen Park keine weitere B\u00e4renhaltung mehr geben soll, wurde schon 2008 offiziell bekanntgeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Berliner B\u00e4renzwinger im K\u00f6llnischen Park<\/strong><\/p>\n<p>Am 17. August 1939 wurde der Berliner B\u00e4renzwinger er\u00f6ffnet.<br \/>\nDie ersten B\u00e4ren waren Vreni (1939-1945) und Urs (1939-1945) aus Bern und Jule (1939-1945) und Lotte (1939-1971) aus dem Berliner Zoo.<br \/>\nDer \u201eGeschwaderb\u00e4r\u201c Purzel (1940-1945) kam 1941 und er komplettierte die B\u00e4renbande im B\u00e4renzwinger.<\/p>\n<p>Auch in der schweren Zeit des zweiten Weltkrieges brachten die Berliner immer noch Futter zu den B\u00e4ren, welches sie sich vom Munde abgespart hatten. Auf dem Alexanderplatz wurde Gem\u00fcse angepflanzt und mit Gewehren gegen Pl\u00fcnderer verteidigt, denn der Hunger der Menschen war sehr gro\u00df. Der Bombenhagel \u00fcber Berlin hinterlie\u00df seine Spuren.<\/p>\n<p>In den letzten Tagen des Krieges wurden vier der B\u00e4ren erschossen, vermutlich bei Stra\u00dfenk\u00e4mpfen. Dass der Pfleger sie erschossen hat, ist eher unwahrscheinlich, da Lotte \u00fcberlebt hat. Man fand sie nach Tagen v\u00f6llig entkr\u00e4ftet unter dem zerst\u00f6rten B\u00e4renzwinger. Lotte wurde in den neu er\u00f6ffneten Berliner Zoo verlegt und lebte dort bis 1971. Danach wurde der B\u00e4renzwinger zugesch\u00fcttet.<\/p>\n<p>Ein Tierh\u00e4ndler aus Ulm wurde 1949 beauftragt die neuen B\u00e4ren f\u00fcr den Berliner B\u00e4renzwinger in Bern zu kaufen, um die Tradition zur B\u00e4renstadt Bern aufrecht zu erhalten. Er hat viel Geld f\u00fcr diesen Deal erhalten. Es war Betrug, anders kann man es aus heutiger Sicht nicht benennen. Der Magistrat von Berlin er\u00f6ffnete am 29. November 1949 den Berliner B\u00e4renzwinger mit Nante (1949-1979) und Jette (1949-1984). Sie wurden von der Berliner Zeitung gestiftet und kamen aus dem Leipziger Zoo, das konnte durch Recherche in Bern festgestellt werden. Nante und Jette waren die bekanntesten B\u00e4ren aus dem Berliner B\u00e4renzwinger.<\/p>\n<p>Die Namen der beiden B\u00e4ren wurden von Kinder vorgeschlagen und Nante und Jette wurden von ausgesuchten Kindern getauft. Jette brachte 33 B\u00e4renkinder zur Welt. Als sie alt genug waren, wurden sie mit Pferdwagen durch die Stra\u00dfen bis in den Berliner Tierpark gefahren, dort gab es B\u00e4rentaufen. Sie wurden Weltweit in Zoos vermittelt, auch in Zirkusse und einige starben.<\/p>\n<p>Nur ein B\u00e4renkind von beiden blieb im B\u00e4renzwinger, es war Julchen (1953-1990). Nante starb 1979. Taps (1981-1990) und seine Schwester Schnute (1981-2015), aus Sta\u00dffurt kamen 1981 in den Zwinger im K\u00f6llnischen Park.<\/p>\n<p>Beide bekamen Maxi (1986-2013), die erst als Max getauft wurde, sie blieb im B\u00e4renzwinger. Taps starb 1990, sein Nachfolger wurde Tilo (1990-2007) aus Bischofswerda.<\/p>\n<p>Tilo, Schnute und Maxi bekamen 1994 b\u00e4rigen Nachwuchs. Es war das B\u00e4renjahr! Eine kleine Sensation und viele Menschen wollten die B\u00e4renkinder sehen. Es war ein Hype wie bei Knut, auch wenn es die Social Media wie heute noch nicht gab.<\/p>\n<p>Schnutes Kinder waren Rieke, Atze und Piefke, Maxis Kinder waren B\u00e4rolina und Alex. Soviel B\u00e4ren konnten nicht im B\u00e4renzwinger bleiben, es war einfach zu eng. Aber niemand wollte die kleinen B\u00e4renkinder haben. Die Todesspritze stand im Raum. Dann die L\u00f6sung. Berlin schenkte der Partnerstadt Buenos Aires die B\u00e4renkinder Atze, B\u00e4rolina und Rieke, ein wenig bekamen sp\u00e4ter Piefke und Alex eine neue Heimat im Naturpark Cabarceno, in der N\u00e4he der Stadt Santander in Nordspanien.<\/p>\n<p>Tilo starb \u00fcberraschend 2007, Maxi und Schnute blieben alleine zur\u00fcck. Sie vermissten Tilo noch lange. Er hat seine Spuren hinterlassen.<br \/>\nNun gab es auch mehr Platz f\u00fcr die beiden B\u00e4rendamen. Mutter und Tochter verstanden sich sehr gut, Futterneid gab es nicht, das best\u00e4tigen auch die Pflegerinnen. In den letzten Jahren waren viele Schulklassen bei den Stadtb\u00e4ren, sie malten die B\u00e4ren, fragen was sie f\u00fcr Futter bekommen und die Pflegerinnen oder Mitglieder des Vereins Berliner B\u00e4renfreund hielten kleine Vortr\u00e4ge zu den Berliner Stadtb\u00e4ren und dem Berliner Wappentier im allgemeinen. Seit 2008 gab es immer wieder mal Anfragen zu den Haltungsbedingungen der Berliner Stadtb\u00e4ren, aber sie bewegte sich im gesetzlichen Rahmen. Auch die Amtstier\u00e4rzte bescheinigen den B\u00e4ren Gesundheit.<\/p>\n<p>2012 gab es eine Protestaktion vom BMT am B\u00e4renzwinger, die aber wegen der anstehen Winterruhe der B\u00e4ren ins Leere verlief.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Jahr gab es intensivere Proteste der Tiersch\u00fctzer, aber B\u00e4renexperten waren gegen den Transport von Maxi und Schnute in einen B\u00e4renpark, die Amtstier\u00e4rzte hielt das ebenfalls f\u00fcr kritisch, den Transport k\u00f6nnten die B\u00e4ren nicht \u00fcberstehen. Maxi starb \u00fcberraschend am 23. August 2013. Was w\u00e4re passiert, wenn Maxi oder Schnute beim Transport verstorben w\u00e4re?<\/p>\n<p>Schnute trauerte und sie hatte den B\u00e4renzwinger f\u00fcr sich alleine. Im Juni 2014 wird ihr Gehege Seniorengerecht umgebaut, sie bliebt bis zu ihrem Ende in Berlin. Am 11. Oktober 2015 musste Schnute eingeschl\u00e4fert werden.<\/p>\n<p>Sie ist jetzt wieder im B\u00e4renhimmel bei Tilo und Maxi, ihrer B\u00e4renfamilie.<\/p>\n<p>Christa Junge<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnutes Todestag j\u00e4hrt sich am 11. 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