{"id":8121,"date":"2016-10-21T16:49:39","date_gmt":"2016-10-21T14:49:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/?p=8121"},"modified":"2016-10-21T18:07:07","modified_gmt":"2016-10-21T16:07:07","slug":"der-baer-vom-berliner-platz-in-essen-ist-jetzt-ein-denkmal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berliner-baerenfreunde.de\/web\/der-baer-vom-berliner-platz-in-essen-ist-jetzt-ein-denkmal\/","title":{"rendered":"Der B\u00e4r vom Berliner Platz in Essen ist jetzt ein Denkmal"},"content":{"rendered":"<p>WAZ\u00c2\u00a0Sonntag, 16. Oktober 2016<!--more--><strong>Berlin-Konflikt<\/strong><\/p>\n<p>Essen. Das Kunstwerk am\u00e2\u20ac\u0160Berliner Platz erinnert seit\u00e2\u20ac\u01601959\u00e2\u20ac\u0160an die sp\u00e4ter \u00fcberwundene Teilung der Stadt und steht unter Schutz. Es gibt aber Diskussionen.<\/p>\n<p>Viele Jahre galt er als Problemb\u00e4r, mit dem Essen nicht immer viel anzufangen wusste, und dessen Los lange ein tristes Exil auf einem st\u00e4dtischen Werkhof war. Nach dem Umbau des Berliner Platzes kehrte die \u00fcber zwei Meter gro\u00dfe B\u00e4ren-Skulptur des ber\u00fchmten Essener Bildhauers Herbert Lungwitz aber wieder an ihren angestammten Ort zur\u00fcck, und vor kurzem wurde der Koloss sogar geadelt und ganz offiziell in die Liste der st\u00e4dtischen Denkm\u00e4ler eingetragen.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Das h\u00e4ngt sehr ma\u00dfgeblich mit deutschen Geschichte und der Inschrift auf seinem Sockel zusammenh\u00e4ngt: \u201eDenkt an Berlin\u201c, hei\u00dft es da.Warum denn das?, mag nun mancher fragen. Nun, der Berliner B\u00e4r erinnert an eine Zeit, als (West-)Berlin kein sehr angesagtes Reiseziel und erst recht keine Hauptstadt war, sondern eine jederzeit bedrohte Insel der Freiheit mitten in der DDR.<\/p>\n<p>J<strong>ede westdeutsche Stadt sollte ein Denkmal haben, das an Berlin erinnert<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ein Regierungsprogramm sah vor, dass m\u00f6glichst jede westdeutsche Stadt ein Berlin-Denkmal besitzen soll\u201c, wei\u00df Essens Chef-Denkmalpflegerin Petra Beckers. Das sollte Solidarit\u00e4t ausdr\u00fccken, denn ohne den R\u00fcckhalt der West-Republik und ihrer B\u00fcrger w\u00e4re Berlin wohl kaum zu halten gewesen &#8211; weder politisch noch psychologisch noch finanziell. Der B\u00e4r als uraltes Wappentier der Stadt bot sich da als Symbol f\u00fcr Durchhaltewillen an.<\/p>\n<p>Das tonnenschwere Kunstwerk von Lungwitz strahlt diesen Geist aus. Der aufgerichtete B\u00e4r mit seinen erhobenen Tatzen wirkt nicht unbedingt aggressiv, aber doch wehrhaft und erinnert ein wenig an einen Boxer, der die Deckung hochnimmt. Ab 1959 bereicherte die angekaufte Skulptur zun\u00e4chst die Sammlung der Gruga, bevor sie 1964 schlie\u00dflich an den damals neuen Berliner Platz kam.<\/p>\n<p><strong>Umzug von der Gruga an den Rand der Innenstadt<\/strong><\/p>\n<p>Ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Umzug an die deutlich belebtere Stelle war eine Initiative der Kreisverbands Essen des \u201eBundes der Berliner und Freunde Berlins e.V.\u201c. Dieser meinte nicht zu Unrecht, dass ein politisches Kunstwerk im Herzen Essens eine andere Wirkung entfalten k\u00f6nne, als im eher beschaulichen Grugapark. Und die Sorgen um Berlin waren nach dem Mauerbau 1961 ja auch nicht gerade kleiner geworden.<\/p>\n<p>Wie man wei\u00df, ging die Geschichte gut aus. Die Halbstadt blieb Schaufenster des Westens und ein Stachel im Fleisch, und 1989\/90 geschah das, was sich B\u00e4ren-und Berlin-Freunde auch in Essen selbst in ihren k\u00fchnsten Tr\u00e4umen wohl kaum erhofft hatten. Die Wiedervereinigung wurde erreicht, und die Skulptur vom Berliner Platz geriet mehr und mehr in Vergessenheit.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6glich, dass die Skulptur irgendwann mal mitten im Verkehrsget\u00fcmmel steht<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong>Das, zumal die Wiese vor dem Arbeitsamt kein Parade-Ort am riesigen Verkehrskreisel ist, sondern eher eine Randlage. Und auch die Substanz aus Dolomitgestein hatte unter Wind und Wetter gelitten. Der dreizeilige Schriftzug auf dem Sockel ist zwar noch zu entziffern, doch das Wort \u201eBerlin\u201c heute bereits nur noch schwer. Eine Sanierung ist aber nicht geplant, Denkmal hin oder her.<\/p>\n<p>Immerhin: F\u00fcr Petra Beckers steht der B\u00e4r am richtigen Ort. Im zust\u00e4ndigen Ausschuss f\u00fcr Stadtplanung hatte man daran j\u00fcngst allerdings Zweifel. \u201eWir haben die Skulptur unter Schutz gestellt, aber nicht den Standort\u201c, warb Ratsherr Thomas Rotter (SPD) f\u00fcr Flexibilit\u00e4t. \u201eIch k\u00f6nnte mir vorstellen, dass wir ihn irgendwann mitten auf die Verkehrsinsel stellen.\u201c<\/p>\n<p>Aufrecht mitten im automobilen Get\u00fcmmel &#8211; f\u00fcr diesen ganz besonders sturmerprobten Meister Petz w\u00e4re auch das gar kein \u00fcbler Ort.<\/p>\n<p>Frank Stenglein<\/p>\n<p><strong>WAZ.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sonntag, 16. Oktober 2016<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/essen\/der-baer-vom-berliner-platz-in-essen-ist-jetzt-ein-denkmal-id12273794.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/essen\/der-baer-vom-berliner-platz-in-essen-ist-jetzt-ein-denkmal-id12273794.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WAZ\u00c2\u00a0Sonntag, 16. 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