Berliner Bärenfreunde e.V.

Donnerstag, 21. November 2019

17. August 1939, 80 Jahre Berliner Bärenzwinger

Vor 80 Jahren,  am 17. August 1939 bekam die Stadt Berlin vier Braunbären geschenkt. Sie wurden im Köllnischen Park im Berliner Bärenzwinger untergebracht.

Die vier Braunbären Jule und Lotte aus dem Berliner Zoo von der
BZ und Urs und Vreni aus dem Berner Bärenzwinger fanden dort ihr neues Heim.

Zur 700. Jahrfeier Berlins entstand in der Bevölkerung ein Herzenswunsch, ein lebendiges Wappentier in der Stadt zu haben. Aus einem ehemaligen Straßenreinigungsgebäude von Ludwig Hoffmann erbaut, entstand 1938/ 1939 u.a. durch Umbau des Architekten Georg Lorenz der Bärenzwinger. Auf der Website des Vereins berichtet seine Tochter Frau Eis, die Zeitzeugin ist, über die Eröffnung des Bärenzwingers 1939 mit vielen interessanten Details.
1940 kam Purzel, der Geschwaderbär, zu den anderen Bären in den Berliner Bärenzwinger.
Vier der Bären starben 1945, nur Lotte überlebte verletzt und halb verhungert, sie kam wieder in den Zoo zurück, dort lebte sie noch bis 1971.

Erst 1949 kamen neue Bären in den Bärenzwinger, es waren Nante und Jette aus Leipzig, die bekanntesten Bären aus dem Bärenzwinger. Sie bekamen 33 Bärenkinder, nicht alle überlebten. Heute wäre so viel Nachwuchs das nicht mehr möglich.

Nach den beiden kam Schnute und ihr Bruder Taps aus Staßfurt nach Berlin. Schnute bekam ein Junges, Maxi. Taps war sehr krank und musste eingeschläfert werden.
Schnute bekam einen jungen Bären an ihre Seite, Tilo aus Bischofswerder.
Er verstand sich super mit den Bärendamen. 1994 überraschte er alle.
Trotz Kastration, gab es 1994 fünf Bärenjunge. Schnutes Kinder heißen
Rieke, Atze und Piefke und Maxis Kinder Bärolina und Alex.

Es gab große Probleme, es war zu eng im Bärenzwinger, aber niemand wollte kleine Bärenkinder. Aber das Unmögliche gelang und Atze, Bärolina und Rieke kamen 1994 nach Buenos Aires, der Partnerstadt Berlins. Rieke wurde weitergegeben, wir haben bis heute nicht herausgefunden, wohin.
Piefke und Alex kamen 1994 in den spanischen Nationalpark Cabarenceo in Nordspanien.

Atze und Bärolina leben seit 2018 in Colorado in einem riesigen Tierschutzgebiet. Über die Bärenkinder in Colorado haben wir schon in diesem Jahre auf unserer Website berichtet.
Ob Piefke und Alex noch leben, können wir nicht 100%ig sagen, da sich die Bären die Ohrmarken an den Bäumen abgescheuert haben. Aber es gibt Fotos von Bären, sie haben eine große Ähnlichkeit mit Tilo.

Nach Schnutes Tod am 11.Oktober 2015 im Alter von 34 Jahren stand der Bärenzwinger leer. Seit 2017 nimmt sich die Kunst, mit wechselnden Ausstellungen, seiner an.


Text & Foto Christa Junge