Berliner Bärenfreunde e.V.

Das war die Plauderei über den Berliner Bären

Plauderei über den Berliner Bären im Nachbarschaftszentrum „RuDi“

Am Dienstag, den 2. Juni 2009 ab 10:00 Uhr, gab es im Nachbarschaftszentrum „RuDi“ eine Plauderei über den Berliner Bären.

Frau Koch und Frau Brandt begrüßen Frau Junge herzlich und zeigten ihr, wo sie alles aufstellen konnte. Es gab auch gleich Hilfe von zwei kräftigen Herren, die schnell eine Anrichte verrückten und einen Tisch herbeizauberten, damit alle Unterlagen und Souvenire gut zur Geltung kamen.

Aber zuerst gab es ein gemeinsames zweites Frühstück mit den anwesenden Gästen, was dort so üblich ist. Eine angenehme Art empfangen zu werden. Das Besondere an diesem Tag war ein 79-jähriges Geburtstagkind in der Runde, welchem herzlich gratuliert und ein Blumenstrauß überreicht wurde.

Man kam ins Gespräch, und nachdem alle mit dem Essen fertig waren, schauten sich die Besucher die Unterlagen und Berlin Souvenire an, die Frau Junge mitgebracht hatte. Darunter waren auch verschiedene Ausgaben unserer Vereinszeitungen, alte Postkarten vom Bärenzwinger und Berlin mit Berliner Bären, der Umschlag mit Tilo (Plusbrief Individuell aus der Testphase Jan. 2008), Zeitungsartikel und Fotos von Berliner Bären im Stadtbild Berlins. Die meisten davon sind von Herr Bathe entdeckt und fotografiert worden.

Anschliessend lauschten die Zuhörerinnen aufmerksam den Worten von Frau Junge. Sie berichtete, dass sich zwei Bären seit 1280 auf dem Siegel der Kürschnergilde befinden und dies als Geburtsstunde des Berliner Bären gilt. Allen Gästen war der Bärenzwinger am Köllnischen Park bekannt, viele haben ihn auch schon einmal besucht. Nante und Jette sind auch ein Begriff für die Berliner. Die vielen Bärentaufen im Berliner Tierpark Friedrichsfelde durch Prof. Dr. Dr. h.c. Dathe sind noch in guter Erinnerung. Die jungen Bären wurden damals viel zu früh von der Mutter getrennt. In der Natur bleiben sie bis zu zwei Jahren bei der Mutter. In der heutigen Zeit wäre das nicht mehr möglich, man denkt heute mehr an das Wohl der Tiere.

Frau Junge erzählte von der Entstehungsgeschichte des Bärenzwingers, der am 17. August 1939 eröffnet wurde. Zwei der Bären, Jule und Lotte kamen aus dem Berliner Zoo und die beiden anderen, Urs und Vreni, waren ein Geschenk der Stadt Bern nachträglich zur 700-Jahrfeier der Stadt Berlin. Purzel, der Geschwader Bär, kam 1941 in den Bärenzwinger. Es war eine sehr schwere Zeit, da die Bevölkerung Not litt. Das Futter für die Bären zu beschaffen war nicht einfach. Viele Berliner brachten trotzdem das Wenige, was sie hatten, für die Bären vorbei.

Bei den Straßenkämpfen 1945 kamen bis auf Lotte alle Bären um. Diese wurde sehr entkräftet vorgefunden. Sie wurde im Juni 1945 dem Berliner Zoo übergeben, wo sie sich gut erholte und noch bis 1971 lebte.

In der Zeit nach dem Krieg wurde der Zwinger zugeschüttet, es gab Wichtigeres zu tun. 1949 gab es wieder viele Berliner, die ein lebendiges Wappentier haben wollten. Nante und Jette waren erneut ein Geschenk der Stadt Bern, aus dem dortigen Bärengraben. Die beiden bekamen zusammen 33 Bärenkinder, aber nur ihre Tochter Julchen blieb im Bärenzwinger. Nante verstarb 1979. Taps und Schnute, Bärengeschwister aus Staßfurt, kamen 1981 nach Berlin. Taps wurde sehr krank und musste 1990 eingeschläfert werden.

Nur wenige Monate später kam Tilo als sein Nachfolger 1990 aus Bischofswerda nach Berlin. Nun lebten Maxi, Schnute und Tilo im Bärenzwinger am Köllnischen Park. Es war für die Bären und die Berliner eine ereignisreiche Zeit. 1989 fiel die Berliner Mauer, viele Berliner, die ihre Bären liebten und Gäste aus aller Welt besuchten das wunderschöne Kleinod an der Wiege Berlins. Aber keiner wusste, wie es weiter gehen sollte. Zu DDR-Zeiten gehörte der Bärenzwinger zum Berliner Tierpark Friedrichsfelde. Nach der Wende fehlte das Geld und der Tierpark wollte ihn wegen nicht artgerechter Haltung der Bären schließen.

Nach dem Mauerfall

Es ging ein Protestschrei durch die Bevölkerung, alle wollten ihre lebendigen Berliner Bären behalten. Die Berliner Morgenpost und die BZ richteten Spendenkonten ein und es wurde überlegt, was man tun kann. Die Anlage mit den Bären wurde der Stadt Berlin geschenkt. Die Verantwortung wurde dem Stadtbezirk Mitte übertragen. Das Grünflächenamt des Bezirkes betreut seitdem den Bärenzwinger. Es wurde Geld zur Verfügung gestellt, zwei feste Stellen für die „Bärenmütter“ eingerichtet und für den Umbau des Bärenzwingers gesorgt. Die Bären wurden in dieser Zeit im Winterquartier der Zirkus Union in Hoppegarten bei Berlin untergebracht. Es dauerte nicht lange und die Bären konnten zurück. Nun gab es eine Fußbodenheizung für sie, ein Oberlicht im Deckenbereich und auch neue Elektro- und Wasserleitungen.

Wenn man die Entwicklung des Zwingers betrachtet, muss man sagen, dass unsere Bären heute gut und vom Gesetz her artgerecht leben. Früher gab es nur Beton, heute Rindenmulch mit Erde gemischt, viel Grün, Rückzugsmöglichkeiten, Spielmöglichkeiten, zwei Wassergaben und ein kleines Badebecken in der Freianlage rechts. Die beiden Bärenmütter Frau Kutzner und Frau Gnad betreuen unsere Bären sehr liebevoll. Es ist gut, dass der Tierschutz sich sehr zum Positiven für unsere Bären ausgewirkt hat.
Im Januar 1994 bekam Schnute von Tilo drei Bärenjunge (Rieke, Atze, Pieke) und auch Maxi bekam zwei Bärenkinder (Bärolina, Alex). Diese wurden unter großer Begeisterung der Berliner Bevölkerung besucht und getauft. Aber sie konnten dort auf Dauer nicht bleiben, der Bärenzwinger ist für so viele Bären nicht eingerichtet. Die Todesspritze stand drohend im Raum, aber die Berliner Bevölkerung und die Presse machte Druck und so konnten nach vielen Verhandlungen die Bärenkinder in den Zoo von Buenos Aires in Argentinien und in den Nationalpark in Cabarceno in Nordspanien übersiedelt werden. Dort leben unsere „Berliner Bärenkinder“ noch heute und wir als Verein halten Kontakt zu ihnen.

Der Verein Berliner Bärenfreunde e.V.

Unser Verein wurde am 10. November 1994 gegründet. Ziel unserer Mitglieder ist es, die Geschichte des Berliner Bären seit 1280 zu erforschen. Wir unterstützen das für den Berliner Bärenzwinger im Köllnischen Park zuständige Bezirks- und Grünflächenamt Berlin Mitte/ Tiergarten bei der Unterhaltung und Popularisierung dieser bedeutenden Berliner Sehenswürdigkeit, dazu sammeln wir alles über den „Berliner Bären“. Unser Herr Bathe geht auf „Bärenjagd“ mit der Kamera. Er (Dias) und Frau Junge (digital) suchen alles in Form von Skulpturen, Reliefs, Brunnen, Firmenlogos und Glasfenstern, die mit dem Bären zu tun haben.
Auch suchen wir neue Mitglieder für unseren Verein. Frau Reiher unterschrieb heute spontan einen Aufnahmeantrag. Das ist für uns ein voller Erfolg.
Das war ein kurzer Abriss zu dieser kleinen Plauderei, mehr hätte den Rahmen gesprengt. Als Dankeschön gab es einen wunderschönen Strauß Rosen von Frau Koch überreicht.
In persönlichen Gesprächen gab es anschließend noch Fragen und die alten Postkarten vom Bärenzwinger wurden mit viel Interesse angeschaut.
Es war ein unterhaltsamer Vormittag und alle gingen mit neuem Wissen über den Berliner Bären nach Hause.

(Christa Junge)

Bärengedicht

Bärengedicht 1 - Plauderei über den Berliner Bären

Bärengedicht 2 - Plauderei über den Berliner Bären

Plakat zum Download: Plauderei über den Berliner Bären im Nachbarschaftszentrum „Rudi“