Berliner Bärenfreunde e.V.

Montag, 23. Juli 2018

Bär ist wieder da – Auf dem Hepel steht ein Abdruck der Bobeck-Skulptur

Kölner Stadt-Anzeiger, Region Oberberg Hepel

23. Juni 2018

Von Andreas Arnold

Ganz vorsichtig wurde der neue Bär auf den Sockel gesetzt. Er ist dem Original zum Verwchseln ähnlich. Foto – Arnold

Gummersbach –

Alte Bewohner auf dem Gummersbacher Hepel freuten sich, als Donnerstag der Berliner Bär auf seinen Sockel zurückkehrte. Bei der Skulptur handelt es sich allerdings nicht mehr um das 1962 enthüllte Original, das vom Gummersbacher Bauausschuss im Jahr 2016 zum Baudenkmal erklärt worden war. Diese seinerzeit vom Berliner Bildhauers Professor Karl Bobeck geschaffene Bären-Statue war inzwischen aber so angegriffen, dass man sich im Rathaus entschloss, ein Double anfertigen zu lassen, das nun den Berliner Platz ziert.

Im November 2017 war der Bobeck-Bär vom Strombacher Steinmetzbetrieb Grabmale Fuchs demontiert worden. In der Firma wurde die Betonskulptur gereinigt, ehe der Gummersbacher Spezialist für 3D-Scans, die Firma SL3D von Stefanie Schmeling, die Oberfläche des Bären millimetergenau abnahm. Gleichzeitig wurden die Tatzen der Statue rekonstruiert. Denn die waren über die Jahre unter anderem durch Wind und Wetter in Mitleidenschaft gezogen und schließlich ganz abgefallen. Die gewonnen Daten gingen an einen Tischlereibetrieb, der ein Holzmodell erstellte. In eine sechsteilige Negativform wurde schließlich feinporiger Beton gegossen, ehe die Einzelteile zur fertigen Statue zusammengesetzt wurden und nun in einem Stück angeliefert wurden.

Maik und Michael Fuchs waren am Donnerstag erleichtert, als der Bär wieder auf seinem Sockel stand. In ihrem Betrieb hatten sie der Statue noch einen Dübel angepasst, so dass der Betonkoloss nicht verrutschen kann. Im Vorfeld waren auch einige der Buchstaben des Sockels erneuert worden, weil die Originale fehlten. „Die Schrift stammt von einem Berliner Künstler, der Betrieb, der sie damals gefertigt hat, besteht inzwischen aber nicht mehr“, erklärte Maik Fuchs. Zum Glück wurde er bei einem anderem Berliner Unternehmen fündig, so dass jetzt auf zwei Seiten des Sockels wieder „Berliner Platz“ zu lesen ist.

Das „Mahnmal der Verbundenheit“ war am 17. Juni 1962 auf dem Berliner Platz eingeweiht worden. Und damit symbolträchtig am damaligen Tag der Deutschen Einheit. Dieser Festakt hatte allerdings eine Vorgeschichte. Der Beschluss des Gummersbacher Rates vom 9. März 1962, den zentralen Platz auf dem Hepel „Berliner Platz“ zu nennen, war in Berlin auf derart viel Beachtung gestoßen, dass Gummersbach als Würdigung dieses Votums die Plastik des Berliner Bären geschenkt bekam.

Folgende weitere Informationen stellte uns Siegfried Frank, Fachdienstleiter, Pressesprecher, STADT GUMMERSBACH auf unsere Fragen zur Verfügung:

Die Kosten für die Erstellung der Kopie des Bären belaufen sich auf rund 15.000 Euro.

Der Original-Bär wurde durch die Firma Fuchs, Grabmale aufgearbeitet und gereinigt. Er steht nun gut  geschützt auf einem eigens dafür angefertigten Sockel im Gummersbacher Rathaus im Bereich des Fachbereichs Stadtplanung, Verkehr und Bauordnung in der 3. Etage.