Berliner Bärenfreunde e.V.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Berliner Bär in Heilbronn / Baden-Württemberg

Seit 2013 versuchten wir alles zu diesem Berliner Bären heraus zu bekommen. Am 27. Januar 2011 wurde der Bär, der bis dahin auf dem Mittelstreifen der Allee beim Berliner Platz stand, entfernt und in der Heilbronner Stadtgärtnerei auf den Böllinger Höfen eingelagert. Gleichzeitig wurden die Bäume auf der Allee gefällt um das Baufeld für die Stadtbahnerweiterung frei zu machen.                                     

Der Bär samt Brunnenschale für den 1959 benannten Berliner Platz ist eine Schöpfung des Stuttgarter Künstlers Ernst Kibler (1901-1976). Es sollten sich nicht nur die Menschen am kühlen Nass erfreuen, er wurde mit einer Überlaufrinne versehen, damit sich auch Hunde ihren Durst stillen können. Brunnenfiguren und Trog bestehen aus je einem Stück Heilbronner Sandstein. Dessen Entwurf  in Betonwerkstein wurde in der Stuttgarter Bildhauerwerkstätte Schönfeld ausgeführt.

Bei seinem Heilbronn-Besuch, am  Freitag, den 13. Mai 1960 hat Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von Berlin, sich zur Einweihung des Bärenbrunnens eingefunden. Hunderte von Heilbronnern waren schon vor ihm gekommen. Es gab stürmischen Applaus als der Regierende Bürgermeister mit dem OB eintraf. Im Allgemeinen sei die Namensgebung einen Platzes oder Straße für die Öffentlichkeit kaum von Interesse, sagte der OB Meyle. Er dankte allen Berlinern, dass sie in der Stunde der Bewährung stark und mutig geblieben seien Der Berliner Platz solle zugleich eine Mahnung sein an die Bevölkerung, sich immer daran zu erinnern, dass sich in Berlin das deutsche Schicksal entscheide.

Willy Brandt begrüßte die Heilbronner und ging auf die Situation Berlins ein. Wir Berliner sind weder die besseren noch die schlechteren Deutschen. Er drückte seinen Dank für die Verbundenheit mit Berlin aus. Er mahnte, den Sinn zu bewahren für die verbindenden Aufgaben, fest zusammenzustehen bei Fragen der Nation und der Freiheit. Dann werde man mit Gotteshilfe sein Ziel erreichen.

„Wir wissen alle um die Not in Ihrer Stadt. Wir wissen, welchen Mutes und Gottvertrauen es bedarf um das durchzustehen“, erklärte Oberbürgermeister Meyle.

Wer noch einen Funken vaterländischen Denkens in sich habe, müsse sich mit dieser Stadt verbunden fühlen. OB Meyle gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, dass Berlin wieder die Hauptstadt eines geeinten Deutschlands werden möge. Bewegt bedankte sich Willy Brandt für die freundliche Aufnahme. Hier in Heilbronn werde man sich dessen bewusst, was in den letzten 15 Jahren in den deutschen Städten alles geschaffen worden sei.

Willy Brandt drückte aufs Knöpfchen und munter plätscherte das Wasser in das Brunnenbecken, während die Zuschauer gemeinsam das Volkslied sangen „Wenn alle Brünnlein fließen“.

Nach der Feierstunde besuchte er den vom Bund der Berliner aufgestellten Stein mit der Entfernungsangabe 625 km nach Berlin und den Alten Friedhof, wo 1954 eine gepflanzte Kiefer, die aus der Märkischen Heide bei Berlin stammt und Dank der alten Reichshauptstadt für eine große Baumspende aller deutschen Städte zur Wideraufforstung des in den Notjahren nach dem Krieg abgeholzten Parkgeländes „Tiergarten“ beim Brandenburger Tor gewesen war.

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Der Standort am nördlichen Ende der Sülmerstrasse musste mit der 1978 begonnen Umgestaltung des Berliner Platzes für den Theaterneubau aufgegeben werden. Nach der Einweihung des Theaters 1982 fand der Berliner Bär auf dem Mittelstreifen der Allee seinen neuen Standort, bis er 2011 erneut weichen musste.

Die Straße ist fertig und der Berliner Bär fand am 21. Dezember 2016 seinen alten Standort auf den Berliner Platz zurück auf einem Sockel am Eingang des neuen Stadttheaters.

Quelle – Pressestelle Stadt Heilbronn