Berliner Bärenfreunde e.V.

Mittwoch, 18. September 2019

Ein Berliner Bär aus Blexen

Verein aus der Hauptstadt sucht bundesweit nach Erinnerungsstücken für das geteilte Berlin

VON CHRISTOPH HEILSCHER

BLEXEN.
Breslau – 650 Kilometer, Danzig – 750 Kilometer, Königsberg – 950 Kilometer, Stettin – 500 Kilometer.
Das sind Entfernungsangaben.
Auf einem Denkmal aus der Nachkriegszeit ist das aber auch eine politische Botschaft. Breslau, Danzig, Königsberg und Stettin sind Städte in
den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Ein Denkmal mit diesen Kilometerangaben steht in Blexen in der Nähe des Fähranlegers. Auf dem Stein prangt auch der Berliner Bär – und weckt Interesse in der Hauptstadt.

Für dieses Denkmal interessieren sich die Berliner Bärenfreunde. Sie kümmern sich um das Berliner Wappentier. Um die echten Bären im
Berliner Bärenzwinger im Köllnischen Park ebenso wie um die in Stein gehauenen Berliner Wappentiere in ganz Deutschland und darüber hinaus.
Der Verein erfasst die Denkmäler mit dem Berliner Bären, die zwischen dem 17. Juni 1953, dem Tag des Aufstandes gegen die DDR-Diktatur, und dem
Fall der Mauer am 9. November 1989 errichtet wurden. Mehr als 100 Berliner Bären hat die Vereinigung inzwischen bundesweit entdeckt und sich schon mehrfach erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Bären unter Denkmalschutz gestellt werden.

Verein bittet um Mithilfe

„Für uns sind die Bären Ausdruck der engen Verbindung der westdeutschen Städte und Gemeinden mit dem geteilten Berlin“, macht Christa Junge
deutlich, die Vorsitzende der Bärenfreunde. Westberlin war nach der deutschen Teilung eine Stadt in politisch feindseligem Terrain. Nach dem Mauerbau im Jahr 1961 war es zudem eine eingesperrte Stadt.
Die Berliner Bärenfreunde sehen in den zahlreichen Bären- Denkmälern in ganz Deutschland, aber auch in anderen Ländern der Welt ein Zeichen
der Solidarität mit den im Kalten Krieg isolierten Bürgern Berlins.
Im Zuge ihrer Recherchen sind die Bärenfreunde auch auf das Blexer Denkmal gestoßen und hatten gehofft, bei der Stadt Nordenham Näheres
zu erfahren. Doch im Stadtarchiv gibt es laut Auskunft der Stadtverwaltung keine Unterlagen.

Nur soviel weiß der Verein:
Das Denkmal beim Fähranleger soll im Jahr 1957 errichtet worden sein.
Um mehr zu erfahren, bitten die Bärenfreunde die Blexer um Mithilfe. Wer weiß Einzelheiten über das Denkmal. Wer hat es errichtet? Wer finanziert?
Wer Antworten auf diese Fragen geben kann, kann sich Bärenfreunde wenden.
Christa Junge ist zu erreichen unter
www.berliner-baerenfreunde.de

Kreiszeitung Wesermarsch, Stadt Nordenham, 22. Juli 2014

Mit freundlicher Genehmigung von CHRISTOPH HEILSCHER und der Kreiszeitung Wesermarsch