Berliner Bärenfreunde e.V.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Der Berliner Bärenzwinger bekommt neues Nutzungskonzept

Berlin-Mitte
Der Berliner Bärenzwinger im Köllnischen Park wird nach dem Tod der letzten Stadtbärin Schnute, am 11. Oktober 2015, ein „kultureller Lern- und Lehrort“.

Der Berliner Bärenzwinger wurde nur wenige Tage vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, am 17. August 1939, eingeweiht. Die ersten Bären Jule und Lotte spendete die B.Z. und der Berliner Zoo, Vreni und Urs kamen als Geschenk aus Berner Bärengraben in der Schweiz. Viele Generationen von Berliner Bären bevölkerten in den nächsten Jahren den Bärenzwinger. Der zweite Weltkrieg forderte auch unter den Bären seine Opfer, vier der fünf Bären starben. Purzel, der Geschwaderbär, das Geschenk einer Fliegerstaffel vom 20. Januar 1940, starb ebenfalls. Bärenvater Porath war von Anfang an als Pfleger bei den Bären. Nur die Bärin Lotte überlebte fast verhungert und verschüttet den Krieg und siedelte in den Berliner Zoo um, dort wurde sie wieder gesund gepflegt.

Am 18. November 1949 wurde der Berliner Bärenzwinger vom Berliner Magistrat wieder eröffnet. Nante und Jette, die bisher bekanntesten Bären, kamen aus dem Leipziger Zoo. In ihrer Zeit kamen viele Jungtiere zur Welt. Danach lebten dort Taps, Schnute, Maxi und Tilo, bis im Oktober 2015 die erste und letzte Stadtbärin Schnute, im Alter von 34 Jahren, starb.

Aus Gründen des Tierschutzes, wie schon Jahre zuvor beschlossen, werden dort niemals wieder Tiere gehalten.

Seitdem wurde viel diskutiert und viele Ideen kamen auf den Tisch. Im letzten Jahr beschloss die BVV Mitte den Bärenzwinger kulturell zu nutzen. Senatsbaudirektorin / /Staatssekretärin Regula Lüscher hatte sich Ende 2016 gegen einen Verkauf der einzigartigen Immobilie und für eine „öffentlichkeitswirksame, kulturelle Nutzung“ des Architekturdenkmals von Ludwig Hoffmann ausgesprochen.
Es fiel die Entscheidung, den unter Denkmalschutz stehenden Berliner Bärenzwinger im Köllnischen Park im Bestand des Bezirksamtes Mitte zu belassen und ihn nur zu vermieten. Bis dahin war es ein weiter Weg.
2016 beschloss die BVV den Bärenzwinger kulturell zu nutzen. Die Zeit drängt, da das leerstehende Gehege den Bezirk monatlich Geld kostet.

Es gibt eine Zukunft für den ehemaligen Bärenzwinger. Er wurde im Mai 2017 in die bezirkliche Prioritätenliste der Förderprojekte im Gebiet Luisenstadt aufgenommen, wie die auch für das Grünflächenamt (dem der Zwinger unterstellt ist) zuständige Kulturstadträtin Weißler (58, Grüne) mitteilt.

Die Entscheidung ist gefallen: „Der leere Bärenzwinger wird zum Lern- und Wissenschaftsstandort“. Somit können ab Herbst Absolventen Berliner Kunsthochschulen das „Bärenzwinger-Laboratorium“, so der offizielle neue Name, für ihre Ideen nutzen. Geplant sind Ausstellungen, Workshops und Kunstaktionen. So wird der Bärenzwinger eine Art experimentelle Spielwiese für die Kreativ-Szene Berlins. Die Finanzierung steht.

Berliner können sich, das bisher für die Öffentlichkeit gesperrte Gelände anschauen, wo einst „Schnute“ und andere Berliner Bären lebten. Nach zwei Jahren wird dann neu überlegt, ob die Nutzung greift und wie die weitere Nutzung des Bärenzwinger gestaltet werden soll, sagt Kulturstadträtin Weißler (58, Grüne).

 

Quelle

BVV Mitte / Tiergarten

170622 Berliner Woche Bärenzwinger soll „kultureller Lern- und Lehrort“ werden

170629 B.Z. Alter Bärenzwinger soll Spielwiese für Künstler werden