Berliner Bärenfreunde e.V.

Samstag, 31. Juli 2021

Mölln in Schleswig-Holstein, Berliner Meilenstein mit Bär, Inschrift BERLIN und Angabe 243 KM

Mölln ist eine Kleinstadt im Kreis Herzogtum Lauenburg im Südosten Schleswig-Holsteins. Vielen Menschen ist sie auch als Till Eulenspiegelstadt bekannt

Der heutige Stein hatte bereits einen Vorgänger.

Stadtarchiv Mölln © Fotoarchiv

Am heutigen „Tag der deutschen Einheit“ (17. Juni 1960) wurde ein Mühlstein mit einem Bären, der Inschrift BERLIN und der Entfernungsangabe 243 KM an der Einmündung des kurz zuvor fertiggestellten Teilstücks der Berliner Straße in den Grambeker Weg aufgestellt.
Einen Mühlstein hatte man offenbar deshalb ausgewählt, weil die hiesige Stadtmühle in der Geschichte Möllns immer von besonderer Bedeutung war. So findet sich auch im Stadtwappen ein Mühlrad.

Die Ansprache zur Feierstunde 1960 hielt der damalige Möllner Bürgervorsteher Karl Jeckstadt-Borchert. Offizielle Vertreter der Stadt Berlin waren nicht anwesend, wohl aber zahlreiche Berliner Ferienkinder. Der Stein sollte daran erinnern, dass „der Weg nach Berlin einmal wieder frei wird“, wie Jeckstadt-Borchert betonte.

Berlins Regierender Bürgermeister, Willy Brandt, besuchte Mölln im Mai 1961, nur wenige Wochen vor dem Mauerbau. Er trug sich hier in das Goldene Buch der Stadt ein.

Gerade hier in Mölln, unweit der innerdeutschen Grenze, hat man die Verbundenheit mit der geteilten Stadt Berlin besonders intensiv empfunden. Die Straßenbenennung „Berliner Straße“ und die Aufstellung des Steins waren nur ein Ausdruck dieser Verbundenheit. Die in der Folgezeit südlich der Berliner Straße neu entstandenen Straßen wurden, wiederum zum „Tag der Deutschen Einheit“, am 17. Juni 1962 nach Berliner Persönlichkeiten benannt (u. a. Schinkel, Humboldt, Heinrich Zille, Käthe Kollwitz, Paul Lincke).
In den folgenden Jahren wurde am Meilenstein jeweils zum 13. August, dem Tag des Mauerbaus, ein Kranz niedergelegt.
Organisiert wurden die Veranstaltungen vom Möllner Ortskuratorium Unteilbares Deutschland.

Dieser erste „Meilenstein“ wurde 1968 durch den heutigen Findling ersetzt. Vermutlich wies der der Mühlstein Schäden auf.

Stadtarchiv Mölln © Fotoarchiv

Der neue Findling wurde von dem Möllner Bürger Josef Heitplatz gestiftet. Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, welcher Steinmetz die Arbeiten ausgeführt hat.

Erstmals fand an diesem neuen Stein eine Kranzniederlegung am 13. August 1968 statt. Vorausgegangen war eine Feierstunde in der Aula der Volksschule mit einem Festvortrag von Dr. Ulrich Matthée von der Universität in Kiel zum Thema „Der 13. August 1961 und 1968“.
Eine eigentliche Einweihungsfeier für diesen zweiten Stein hat es offenbar nicht gegeben.

Quelle „Stadtarchiv Mölln / Fotoarchiv“.

Am 4. Juli 2019 hat der Verein der Berliner Bärenfreunde e.V. den Antrag auf Denkmalschutz für den BM in Moelln bei der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg gestellt.

Der Antrag wurde abgelehnt:

Der Originalstein existiert nicht mehr

Der Findling mit Bär, Inschrift BERLIN und Angabe 243 KM ist nicht schützenswert.

Wir haben Widerspruch eingelegt, leider erfolglos.

Die Stadt Moelln wird den Findling mit Bär, Inschrift BERLIN und Angabe 243 KM weiterhin gut pflegen.