Berliner Bärenfreunde e.V.

Dienstag, 18. Juni 2019

Paul und die Bären von Berlin

Kinderbuch nach historischen Ereignissen in Berlin, spannend erzählt

Mitte Mai konnte ich Frau Bänninger persönlich kennenlernen. Wir trafen uns an der Infobox Unter den Linden und fuhren mit den Fahrstuhl hinauf. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf Berlin und den Neubau des Humboldt-Forums. Sie hat die folgende Geschichte in einem Kinderbuch nach wahrhaft historischen Ereignissen erzählt.

Der Familie Ihres Mannes ist es zu verdanken, das die vier Bärenköpfe an der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Brücke (heute die Karl-Liebknecht-Brücke) im zweiten Weltkrieg nicht eingeschmolzen wurden, wie es eigentlich gefordert wurde. Wäre das herausgekommen, wäre das Hochverrat und die Familie zum Tode verurteilt worden.

Die Firma Carl Bänniger (der Schwiegervater) kaufte in den Jahren 1941/42 eine Wagenladung Metallschrott zum Einschmelzen. Bei der Durchsicht erkannte man den künstlerischen Wert der vier Bärenköpfe, eine Krone und schwere Girlanden und brachte sie in einer Nacht und Nebelaktion in Sicherheit, niemand sprach mehr darüber.
Die Ornamente und die vier Bärenköpfe wurden in de Katakomben der Firma versteckt und überdauerten so den Krieg. Auch die schweren Bombardierungen, welche 80 Prozent der Stadt Gießen und 50 Prozent der Firma Bänninger zerstörten.

Wie sich bei späteren Recherchen herausstellte, waren dies Oranmente der Kaiser-Wilhelm-Brücke aus dem wohl historischen repräsentativen Stadtkern Berlins. Schon bei der Demontage war man sorgsam umgegangen, wohl um sie auszulagern, sie waren und blieben unbeschädigt.

Nach dem Krieg kehrten sie an das Licht der Öffentlichkeit zurück und sie waren u.a. in der Kantine der Firma und auf internationalen Sanitärausstellungen zu sehen. Man wusste trotz der bestehenden Eigentumsverhältnisse, das man nur Treuhänder auf Zeit war und die Bärenköpfe an ein vereinigtes Berlin übergeben würde.

Durch die Übernahme der amerikanischen Nibco, Elkhart, Indiana gab es Anstrengungen die Bären, die ohne Genehmigung der Firma Bänninger mit in die USA genommen wurden, wieder an Berlin zurückzugeben. 1994 kamen sie nach Berlin zurück und am 30. Oktober 1997 wurden sie der Stadt Berlin übergeben.

Für unseren Verein sind die vier bronzenen Bärenköpfe an der Fußgängerunterführung der Karl-Liebknecht-Brücke, mit dieser wirklich interessanten und historisch auch wertvollen Geschichte, ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte Berlins. Ohne den Fall der Berliner Mauer hätte es eine Rückgabe der vier Bärenköpfe nicht gegeben.

1997 hat der Regierende Bürgermeister von Berlin Herr Diepgen die Bärenköpfe enthüllt.

Frau Bänninger und ich sind dann noch zur Fußgänger-Unterführung der Karl-Liebknecht-Brücke gegangen und haben uns als Abschluss die traumhaften Bärenköpfe angeschaut.

Ich bin der Meinung, dass jeder sich für die Geschichte vor seiner Haustür interessieren sollte. Dieses Buch ist für Kinder ab 11 Jahre, für Alt und Jung geeignet, sehr spannend geschrieben. Paul, ist ein fiktiver Junge, er steht für eine Kriegsgeneration die überlebt hat. Es ist besonders für Kinder in Grundschulen geeignet, Frau Bänninger liest auch gerne selbst aus Ihrem Buch vor.

Christa Junge
Vorsitz

„Paul und die Bären von Berlin“

Eine Zeitgeschichte für Kinder über die Bronzebären der Kaiser-Wilhelm-Brücke – wider das Vergessen – ins Gespräch mit Zeitzeugen kommen – Empathie für Kriegskinder damals und heute.

„Paul und die Bären von Berlin“, eine wahre historische Geschichte die von einer Kindheit während des Zweiten Weltkrieges erzählt – und auch von den Bronzebären, dem stattlichen Brückenschmuck der einstigen Kaiser-Wilhelm-Brücke in Berlin-Mitte.

Um Metall für Kriegszwecke zu gewinnen 1941 von Hitler zum Einschmelzen verurteilt, überdauerten die Bärenköpfe die kommenden Kriegsjahre versteckt in Gießen unserer Gießerei (bis 1983)– um schließlich in den achziger Jahren nach Amerika verschifft zu werden. 1991 sind sie endlich nach Berlin zurückgekehrt und es brauchte noch weitere sechs Jahre, bis die Bären an einer Brücke wieder Heimat fanden.
Historische Tatsachen, die mich zu einem Roman für Kinder inspirierten, in der der kleine Paul aus Berlin-Mitte eine besondere Beziehung zu einem der Bären aufbaut – auf seinem täglichen Schulweg freunden sie sich an, und Paul, der um seinen Vater, der als Soldat an der Front kämpft, bekümmert ist, hat mit einem Mal jemanden, dem er alle seine kleinen und großen Sorgen anvertrauen kann.

Ja, Pauls Bär ist heimgekehrt in sein Berlin, in seine vertraute Gegend und er wünscht sich, dass seine Geschichte nun auch bei Berlinern, ob jung oder alt, ankommen möge.

Noch wissen zu wenige von diesen spannenden Begebenheiten. Meine Hoffnung ist, dass diese Herzensangelegenheit nun über Mundpropaganda zu den Kindern gelangt. Diese wissen doch wenig über die schweren Zeiten im Zweiten Weltkrieg – und auch über die Not von Kindern aus heutigen Kriegsgebieten, welche durch Flucht und Vertreibung zu ihnen stoßen. Vielleicht kann mein Roman dazu beitragen, Empathie und Verständnis zu mehren und ebenso das Interesse für die Vergangenheit. Es sind manchmal die kleinen Geschichten, die die Menschen anrühren.

Mit freundlicher Genehmigung von Anita Bänninger
ISBN: 978-3-7322-6197-0