Berliner Bärenfreunde e.V.

Freitag, 16. April 2021

„Spurensuche in unserer Nähe“ – 775 Jahre Berlin

Wie hat sich der Bezirk Marzahn/Hellersdorf entwickelt? Wann wurde Biesdorf und Marzahn nach Berlin ingemeindet?

Das geschah in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als viele Dörfer im Randgebiet von Berlin zu Groß-Berlin eingemeindet wurden. Im Ortsteil Biesdorf wurde eine Amtsstelle eingerichtet, die ab 1923 auch für Marzahn zuständig war. Am 21./22. Dezember 1927 kaufte die Stadt Berlin für sechs Millionen Mark Gut, Schloss und Park Biesdorf. Ab Pfingsten 1928 war der rund 14 Hektar große Park der Öffentlichkeit zugänglich. In den unteren Räumen des Schlosses entstanden Diensträume der Polizei, 1929 wurde die Ortsamtsstelle Biesdorf im Schloss eingerichtet. Am 6. November 1928 wurde Biesdorf an das elektrische S-Bahnnetz angeschlossen.

Die Exponate unseres Vereins stellen den Berliner Bären, das Wappentier vom Berlin seit 1280, in allen seinen Facetten dar. Wir haben hier die Möglichkeit an einer Stellwand mit je 20 A 4 Seiten die Geschichte des Berliner Bären darzustellen und auch die Besucher auf die Berliner Bären im Stadtbezirk Marzahn/ Hellersdorf aufmerksam zu machen.

Darunter gibt es figürliche Bären, Werbe-Bären, Schmiedearbeiten und gezeichnete als Wandgemälde. Eine besondere Geschichte ergibt sich zu dem Berliner Bär am ehemaligen Verwaltungsgebäude des Griesinger Krankenhauses. Hier ein Ausschnitt des Artikel von Herrn Gärtner: Der Name „Wuhlgarten bei Biesdorf“ als amtliche Ortsbezeichnung und Postanschrift wurde bereits 1891 von der Stadt Berlin für die noch im Bau befindliche Heil- und Pflegeanstalt verliehen, dabei lag Biesdorf zu diesem Zeitpunkt noch vor den Toren Berlins.

Nach dem 1889 beschlossenen Bauprogramm war es Zweck der städtischen Anstalt, den unglücklichen Kranken, eine geeignete Heimstätte zu bieten.“ Die alte Postkarte aus Biesdorf in dem Artikel hat Frau Junge inzwischen gekauft und für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Sie ist in der rechts neben der Stellwand in der Vitrine zu sehen, genau wie die von der 700. Jahrfeier Berlins mit dem Bär beim Stralauer Fischzug.

In der Vitrine finden Sie u.a. Bierdeckel, Los und ein Kartenspiel der „Bären-Lotterie, Geldscheine, alte Bücher, den UKB-Teddybär, Berliner Bären in Plüsch (Schuco) und aus DDR Zeiten, Werbe Bär aus Holz. Eine Bronzefigur als Pokal, Briefmarken, Münzen, Medaillen, Pins, Button, Schüsselanhänger in großer Auswahl, Zuckerwürfel, Telefonkarten & Kalender, ein Sparkassenbuch von 1935, und ein A6 Heft mit Eintragungen der Aufbaustunden vom Nationales Aufbauprogramm Berlin 1953/1954. Zu sehen ist auch eine alte Postkarte mit Berliner Bär von der Gewerbe-Ausstellung 1896 in Berlin. Hier traf sich die Welt. Er sah sich ganz entspannt an, was die Welt nach Berlin brachte. Schallplatten Cover mit Berliner Bär gibt es einige, zwei sind in der Vitrine zu sehen.

An der Stelltafel wurden u.a. der Bildhauer Hans Füssel aus Mahlsdorf (1897-1989), die Geschichte des Bärenbrunnen im Laubengang des Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz, die Bärenfiguren als Schmuck im Innenhof des PASSAGE-KAUFHAUS Vereinigung erstklassiger Spezialgeschäfte BERLIN, Friedrichstraße 110-112 und die sportlichen Bären am Giebel der Turnhalle des Gymnasiums „Zum Grauen Klosters“ 1930 vorgestellt. Gezeigt wird die Gründungsplakette des UKB. Der Kinderchor „Marzahner Promenadenmischung“ der bei seinen Auftritten das Berliner Bärenlied mit Bär singt, ist uns wichtig und somit auch dabei.

Die Figur der Alexa am Alexanderplatz, Künstler ist Mirko Siakkou-Flodin. Im Inneren des Körpers gibt es ein Herz mit Berliner Bär zu entdecken. In einem Gespräch mit dem Künstler erfuhr ich, dass dieses Herz die Liebe seiner Skulptur zu Berlin zeigen soll und der Berliner Bär in ihrem Herzen symbolisiert diese Liebe.

So kann der Verein noch hunderte, unterschiedliche Berliner Bären vorstellen. Seit 2008 recherchiert unser Verein die Geschichte der Gedenksteine mit Berliner Bär und Km-Angabe und Berliner Bären. Sie wurden zwischen 1953 und 1989 aufgestellt, um die Verbundenheit der westdeutschen Städte mit Berlin zu demonstrieren und die Wiedervereinigung der geteilten Stadt Berlin zu nicht aus den Augen zu verlieren. Ein Beispiel ist der Berliner Bär in Reykjavik Island und der Meilenstein in Emden mit dem Berliner Bären, der auch Dank unseres Vereins inzwischen unter Denkmalschutz steht.

Die Ausstellung wurde interessiert von vielen Kunden des Biedorf-Centers gesehen, es gab die verschiedensten Programme die gut angenommen wurden. Ein voller Erfolg. Gerade als wir am 27. Oktober abends die Ausstellung des Vereins abbauen wollten, kamen noch zwei Studenten die in Berlin Maschinenbau studieren. Das Besondere, sie kommen aus China. Sie schauten sehr interessiert auf unsere Ausstellungsexponate und waren sehr verwundert, wo der Berliner Bär in in der Stadt überall zu finden ist. Ein schöner Abschluss.

Weitere Vereine sind in der Ausstellung vertreten:

  • Volkshochschule Marzahn/ Hellersdorf
  • VfB Fortuna Biesdorf
  • „Ofenmüller“ aus Mahlsdorf Berliner Original
  • Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V.
  • Berlin Archiv
  • Modellpark Berlin/ Brandenburg
  • Mitteldeutscher Kartonverlag
  • Ball e.V.

Veranstalter ist Marketing & Kommunikation R.Gerlach

Christa Junge