Berliner Bärenfreunde e.V.

Montag, 21. Juni 2021

Theatervorstellung im Berliner Bärenzwinger

Wir freuen uns über jede Aktivität, die im Bärenzwinger stattfindet.
Zeigt sie doch; das Gebäude wird genutzt und jemand kümmert sich.
Am Dienstag, den 30. Juli 2019 war es wieder mal soweit, der Schinkel Pavillon war zu Gast im Bärenzwinger. Das Stück „Pigeon Feather Stick“
wurde in einem offenen Teil des Zwingers aufgeführt.
Es war erstaunlich wie viele Interessenten vorbeigekommen waren.
So viele, wie früher zu einer Bärenfütterung.

Das Theaterstück im Bärenzwinger wurde zum Schauplatz des Wahnsinns
menschlichen Daseins. Der Hauptdarsteller des Stückes zeigte uns in einer
Traumlandschaft seine eigene Herkunft und körperlichen Daseinsform –
teils Aussätziger und Urmensch, teils Kriegsveteran (deshalb musste
unbedingt ein Gewehr mitspielen) und Vogel (er hatte nämlich
Rieseneier gelegt). Er war also eine wild undefinierte Mischung
aus Mensch und Tier. Sehr schwer zu verstehen und für uns waren
seine Aktivitäten nicht immer nachvollziehbar. Der Hauptdarsteller
des Theaterstücks hat einen Freund; ein fleischiges Steak (im wahrsten
Sinne des Wortes), ein Stück Fleisch am Haken.

Ein Hase mischt das Geschehen auf, eine feine Damestolziert über die
Natur und aus dem Boden wurde ein Kind „geboren“. Diese Traumwelten
des Protagonisten sind eben seine Traumwelten und der Besucher muss
nicht alle verstehen und nachvollziehen können.
In widerspenstiger Manier warnt uns das Stück vor den allgegenwärtigen
Tücken unserer Selbstwahrnehmung.

Der Schinkel Pavillon ist eine Veranstaltungsreihe, die durch den
Hauptstadtkulturfonds und die Spartenoffene Förderung der Stadt Berlin
gefördert wird.
Wir waren schon sehr erstaunt, was man alles so fördern kann und was
man so alles „darstellen“ kann, es ist ein Teil der der multi-kulturellen
Lebensweise unserer Stadt.
Die Begeisterung von Christa Junge und mir für das Kunstwerk hielt sich
sehr in Grenzen; aber es war eine Veranstaltung die den Bärenzwinger in das öffentliche Interesse bringt.

Sigrid Schuldt