Berliner Bärenfreunde e.V.

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Sandra Krupp schrieb am 14. August 2014
Sehr geehrte "Bärenfreunde",

ich schließe mich teilweise dem Kommentar von Frau Pamela Schäfer an. Es gibt nichts daran schönzureden, dass die Haltung von Bären in Zwingern generell Tierquälerei ist.

Leider haben Sie jedoch Recht damit, dass der armen Schnute in ihrem hohen Alter eine Umsiedlung in artgerechtes Gelände nicht mehr zuzumuten ist.

Sind Sie aber wirklich der Meinung, dass einem Bären 480qm gerecht werden? Ich denke, Sie wissen selbst, welch riesige Reviere die Tiere in Freiheit ihr Eigen nennen...

Bedenklich finde ich außerdem, dass Sie in Ihrer Antwort auf den Kommentar von Franziska Insel, die sich generell (und richtigerweise!) gegen die Haltung von Tieren in Zoos und Tierparks ausspricht, behaupten, "Zoos und Tierparks sind aber wichtig für die Menschen. Nicht jeder kann in die Länder fahren, wo die Tiere leben."

Dem entnehme ich, dass es Ihrer Meinung nach wichtiger ist, dass der Mensch jederzeit jede Art von Tier begaffen kann, nach dem ihm gerade der Sinn steht, als die Tatsache, wie es diesen Tieren damit geht.

Halten Sie es denn tatsächlich für eine Notwendigkeit, dass ich mir in Deutschland z.B. Löwen, Elefanten oder Giraffen anschauen kann?
Auf jeden Fall spricht aus dieser Aussage deutlich, dass Sie die (Freizeit) Interessen von Menschen über die Lebensqualität von Tieren stellen und das stimmt mich traurig!

Weiter argumentieren Sie "Auch die Arterhaltung ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt für Zoos und Tierparks."

Was hat denn das Einpferchen und Gefangenhalten mit der realen Arterhaltung zu tun? Wir müssen uns darum bemühen, dass die Tiere in freier Wildbahn als stolze unabhängige Geschöpfe erhalten bleiben und nicht als einzelne Ausstellungsstücke in eingezäunten Gehegen...

Ihre Aussage "Wo sollen Ihrer Meinung die Tiere hin? Aussetzen geht nicht, auch das Töten wäre nach Tierschutzrecht nicht möglich!" empfinde ich, obwohl sie nicht an mich gerichtet war, schon fast als Provokation. Dass die Tiere, die sich jetzt noch in der Gefangenschaft von Zoos, Tierparks oder auch Zirkussen befinden, nicht mehr in die Freiheit entlassen werden können, ist klar. Aber von töten spricht hier sicherlich niemand.

Es geht doch vielmehr darum, derartige "Tierknäste" nicht weiter zu bevölkern und zumindest mittelfristig "aus dem Verkehr zu ziehen". Aber dafür müsste der Mensch erst mal erkennen, dass seine eigenen Interessen nicht über allem anderen stehen und wir auch als vermeintliche "Krone der Schöpfung" nicht mehr wert sind, als die anderen Lebewesen dieser Erde. Und davon sind wir anscheinend noch weit, weit entfernt...

Ich wünsche Schnute von Herzen alles Gute für die Zeit, die ihr noch bleibt und freue mich mit ihr, dass nach ihrem Ableben kein anderer Bär mehr ein solch karges, nicht artgerechtes Leben führen muss - zumindest nicht in diesem Zwinger.

Mit freundlichen Grüßen
Sandra Krupp

Sehr geehrte Frau Krupp,

wir wissen selbst, dass die Unterbringung von Bären in Zwingern nicht ideal ist. 1949 als der Zwinger neu mit Bären besetzt wurde, kannte man das Wort Tierschutz im heutigen Sinne noch gar nicht. Fakt ist auch, dass das Umdenken der Menschen durch viele Dokumentationen im TV und Reisen in andere Länder ein anderes Bild von Tieren bewirkt haben. Man sieht das Tier nicht mehr als nur Tier, sondern auch seine Bedürfnisse und Interessen. Das ist auch gut so.

Schnute hat jetzt durch den "altersgerechten" Umbau über 500 m" Fläche zum Laufen, kein anderer Zoo oder Tierpark hat diese Fläche für nur einen Bären. Das diese nicht mit der Natur zu vergleichen ist, ist allen bewusst.
Es ist gut zu lesen, dass Sie es als richtig ansehen, dass Schnute in ihrem hohen Alter eine Umsiedlung in ein artgerechteres Gelände nicht mehr zuzumuten ist.

Da es in einiger Zukunft Zoos und Tierparks in der "heutigen" Form nicht mehr geben wird, denke ich auch. Aber es werden sicherlich ein bis zwei Generationen vergehen, bis die artgerechte Haltung in allen Belangen durchgesetzt ist.
Die Frage nach der Unterbringung war schon provokativ gemeint. Man kann nicht jedes Tier aus Zoo und Tierpark auswildern oder eine Wildtierstation bauen, dazu ist Deutschland nicht groß genug. Wenn es nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten gibt, da bliebe nur die Tötung um das Tier aus seiner Not zu erlösen, da ja alles schnell gehen soll. Das hat wirklich nichts mit Tierschutz zu tun.

Dieses Wort "begaffen" gefällt mir nicht. Wenn Sie in einem Bärenpark sind schauen Sie, aber in einem Zoo oder Tierpark gaffen Sie? Liegt das nicht immer am Betrachter selbst?

Wie Sie richtig feststellen wird es in diesem Zwinger keinen neuen Bären mehr geben, das ist aber schon seit einigen Jahren bekannt.
Wünschen wir Schnute noch eine gute Zeit.....

Christa Junge
Vorsitzende
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