Berliner Bärenfreunde e.V.

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Franziska Insel schrieb am 31. Oktober 2013
Erst am letzten Wochenende war ich zum wiederholten Male im Bärenwald Müritz und ich habe es wieder sehr genossen, diese friedliche Atmosphäre und wie glücklich die Bären wirkten! Einige schliefen direkt am Gehegezaun, andere machten einen Spaziergang, ein dreibeiniger Bär angelte mit seiner einen Vorderpfote in einem Baumloch nach Leckerlies... diese An- und Augenblicke zeigen deutlich, wie wichtig solche Bärenwälder sind!!! Auch meiner kleinen Tochter zeige ich viel lieber solche Bären als Zoo-Bären, die den ganzen Tag nur Menschen sehen und kaum Platz zum Umherstreifen und ihre typischen langen Wanderungen zu machen.
Es mag sein, dass Schnute die lange Narkose, die für einen Transport nötig wäre, nicht übersteht. Aber was ist, WENN sie sie übersteht und vielleicht noch 3, 4 oder sogar 5 Jahre durch die Wälder streifen kann, sich an unzähligen Bäumen schubbeln und auch nochmal die Gesellschaft anderer Bären erleben dürfte???
Meiner Meinung nach ist der Bärenzwinger eine Schande für die Stadt Berlin. Ja, es ist unser Wappentier- aber sollte man nicht genau deshalb unser Wappentier mit Respekt behandeln und ihm ein artgerechtes Leben ermöglichen (womit auch die armen Zoo-Bären gemeint sind!)?
Wie würden WIR uns vorkommen, wenn wir unser Leben lang nur in unsere Wohnung eingepserrt sein würden, mit Balkon zum frische-Luft-schnappen? Genau so muss sich doch Schnute fühlen. Manche mögen sagen, sie kennt ja eh nichts anderes... aber wir Menschen sehnen uns doch auch in den Urlaub, ans Meer, auf die Gipfel und letzten Zipfel der Welt, ohne einmal dort gewesen zu sein.
Vielleicht träumt sie schon ihr ganzes Leben vom Bärenparadies?
Nun ja, spätestens wenn sie auch über die Regenbogenbrücke geht, wird sie es wohl erleben dürfen...
Und dann hoffe ich von ganzem Herzen, dass es keinen neuen Bewohner für den Bärenzwinger geben wird!!! Vielleicht eines unserer "geliebten" Denkmäler für Maxi und Schnute, die Bären, die so lange den "Stolz" unserer Stadt darstellen mussten...
Bis dahin denke ich mir, dass die Pfleger alles tun, damit es Schnute gut geht... und die zuständigen Behörden in ihrem nächsten Leben in einem Bärenzwinger landen!

Franziska Insel, eine Tierschützerin


Hallo Franziska Insel,

es entsteht der Eindruck, dass Sie sich mit der Berliner Bärin Schnute nicht auseinander gesetzt haben. Ansonsten wäre Ihnen bekannt, dass es nach Schnute keine weiteren Bären mehr im Berliner Bärenzwinger geben wird. Diese Entscheidung steht seit vielen Jahren fest.

Das Bärenparks für gequälte Bären aus sehr schlechter Haltung wichtig sind, ist unumstritten, aber auch Bärenparks sind Auslaufmodelle.
Es gibt in Deutschland noch einige Bären aus schlechter Haltung, die im Bärenpark Müritz auf der Warteliste stehen, die viel jünger als Schnute sind.

Der Satz „Es mag sein, dass Schnute die lange Narkose, die für einen Transport nötig wäre, nicht übersteht“ erschüttert mich. Sie nehmen also billigend in Kauf, dass etwas mit Schnute passiert kann! Was ist das für ein Tierschutz? Wie wollen Sie das Ihrer Tochter erklären?

Aus Ihrem Schreiben muss ich entnehmen, das Sie gegen Tiere in Gefangenschaft sind. Zoos und Tierparks sind aber wichtig für die Menschen. Nicht jeder kann in die Länder fahren, wo die Tiere leben. Auch die Arterhaltung ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt für Zoos und Tierparks. Wo sollen Ihrer Meinung die Tiere hin? Aussetzen geht nicht, auch das Töten wäre nach Tierschutzrecht nicht möglich!

Es ist schon erstaunlich, dass Sie schreiben, wie „glücklich“ die Bären wirkten. Das ist alleine Ihr persönliches Empfinden. Bären zeigen keine Mimik, das ist von vielen Experten bestätigt. Bären sind weder glücklich, einsam, noch traurig. Sie passen sich ihrer jeweiligen Lebenssituation an. In der Natur sind Bären Einzelgänger, so könnte Schnute auch alleine leben.

Auch Jette eine Bärin in Calbe, die Tierschützer im letzten Jahr befreien wollten, bleibt bis zu ihrem Lebensende in ihrem Gehege. Es wurde vor Ort etwas für sie getan. Das ist auch für Schnute möglich.

Wir möchten uns gar nicht vorstellen, wenn es nach den Tierschützer zu einem Umzug gekommen und Maxi, 27 Jahre alt, auf dem Transport verstorben wäre!

Der Bezirk Mitte/ Tiergarten wird entscheiden, ob die im Frühjahr 2014 33jährige Bärin in Berlin bleiben kann oder in einen Bärenpark verlegt wird.

Christa Junge
Vorsitzende
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