Berliner Bärenfreunde e.V.

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Hildegard Pannen schrieb am 21. November 2010
Sehr geehrte "Bärenfreunde"!

Ich bin bestürzt über die Ansichten vieler Menschen in Ihrem Gästebuch, die diese Bärenhaltung immer noch so vehement verteidigen und befürworten! Der Zwinger existiert jetzt schon seit über 70 Jahren. Es hat sich aber seit damals an der Größe des Zwingers nichts geändert! Ist es nicht langsam an der Zeit, darüber nachzudenken, dass die Anlage für große Raubtiere wie Braunbären schon lange nicht mehr geeignet ist? Die Erkenntnisse über Bärenhaltung haben sich längst weiterentwickelt. Wie kann man glauben, die Bären würden sich dort wohlfühlen? Sie haben ja keine andere Wahl und können sich nicht mitteilen! Es mag ja sein, dass sie gut versorgt werden, aber das alleine reicht nicht! Und sie würden sich bestimmt auch schnell in eine Bärengruppe integrieren können. Das zeigen die positiven Beispiele in Worbis oder Müritz. Vielleicht gibt es ja auch eine andere Möglichkeit, die Bären zu behalten und etwas artgerechter zu halten. Das zeigt das Beispiel in Bern. Dort hat man dem "Berner Wappentier" eine viel großzügigere Anlage gebaut. Vielleicht ist so etwas im "modernen" Berlin auch möglich? Das würde sich bestimmt auch positiv vermarkten lassen! Zur Zeit ist es bestenfalls ein abschreckendes Beispiel!
Darüber sollten Sie, die sich Bärenfreunde nennen, einmal nachdenken!
Schauen Sie sich doch die positiven Beispiele mal genauer an und handeln Sie, bevor es zu spät ist.
Das würde Schnute und Maxi wirklich glücklich machen!!

Mit freundlichen Grüßen
Hildegard Pannen

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Antwort:

Sehr geehrte Frau Pannen,

vielen Dank für Ihre Mail.
Der sogenannte Zwinger wurde nicht als Zwinger erbaut, niemand wollte die Bären zu etwas zwingen, das einmal zur Vorgeschichte dieses Bärengeheges. Sie sagen, dass sich in den 71 Jahren des Bestehen nichts geändert hat. Das kann ich nicht so stehenlassen. Zur Eröffnung 1939 waren es offiziell vier Bären, später sogar fünf, die dort lebten. Nach dem Krieg lebten bei den Bären noch Jungtiere für einen begrenzten Zeitraum, bis sie von dem Muttertier getrennt wurden. Insofern hat sich schon etwas geändert, da sich heute Maxi und Schnute alleine den Platz von 480m² teilen. Es sind Mutter und Tochter, die sehr aneinander gewöhnt sind.

Das Bärengehege wurde auch mehrmals umgebaut, auch im Haus selbst wurde vieles für die Bären geändert,
das alles können Sie auf unserer Website lesen. Sie haben Recht, seit 1939 hat sich der Umgang mit dem Tier sehr zum Positiven verbessert. Ohne die Fussbodenheizung hätten die Berliner Stadtbären schon Arthrose, wie auch alle Bären im alten Bärengraben in Bern, die nicht einmal das Lebensalter von 30 Jahren erreichten und eingeschläfert werden mussten. Wir sind als Verein mit dem Bärengraben in Bern, dem Bärenpark in Worbis, dem Bärenwald in Stuer (Müritz) und dem Wildpark in Johannismühle in Kontakt und haben sie
auch in Augenschein genommen.

Gerne würden wir den Berliner Stadtbären ein größeres Gehege wünschen. Das ist aber eher eine politische Frage, denn das kostet Geld! Auf unserer Website gab es einen Aufruf, sich mit Ideen für die Bären einzubringen. Siehe auch https://www.berliner-baerenfreunde.de/web/?p=554

Die Entscheidung für die Bären ist nicht zum ersten Mal gefallen. Erst am 10.11.2009 entschied der Senat,
die Bären bleiben in Berlin. In der aktuellen Säugetierverordnung, wird ein viel geringerer Platz für die Haltung
von Braunbären angegeben, als der Bärenzwinger hat. Er ist um das Doppelte größer als gefordert. Die neue Säugetierverordnung wird erst in zwei Jahren in Kraft treten.

Hier unsere Vereins-Argumente für das Verbleiben von Maxi und Schnute. Die Bären befinden sich in Augenhöhe der Besucher, sie leben nicht hinter Gittern, sondern artgerecht auf Sandboden. Sie werden beschäftigt und sie haben zwei Wassergräben zum Baden und ein kleines Badebecken auf der rechten Freifläche zur Verfügung. Graben können sie in einem Rindenmulch-/ Sandgemisch. Sie können sich jederzeit zurückziehen. Die beiden Bären werden von zwei speziellen Pflegerinnen betreut. Der Bärenzwinger befindet sich in einem öffentlichen, grünen Park nahe der Spree, dem Köllnischen Park.

Meine Frage: Wo waren die Tierschützer vor 20 Jahren, als die Bären in Zirkussen untergebracht bzw. auch,
als nur Jungtiere getötet werden sollten, weil sie niemand haben wollte? Was war 1994? Den fünf Jungbären vom Maxi und Schnute drohte die Todesspritze. Zum Glück setzten sich viele Berliner für die Bären ein und sie konnten nach Buenos Aires und Spanien in einen Nationalpark vermittelt werden. Nach Argentinien haben wir, durch den Club Berlin, immer noch Kontakt und das ist gut so. Nach Spanien wird es schwieriger, da es Sprachbarrieren gibt.

Wir erhoffen uns von der neuen Säugetierverordnung Änderungen, die auch die Stadt Berlin mitträgt. Es wird auch in Zukunft sehr eng für viele Zoos und Tierparks.

Laut Aussage von 4 Pfoten gibt es noch ca. 60 Bären, denen geholfen werden muss, der Bärenwald Müritz erweitert um 14 Plätze. Der Bärenpark Worbis und der Wildpark Johannismühle im Baruth haben nur noch
begrenzt Platz für neue Bären. Bärenparks sind für Bären aus bisher schlechter Haltung entstanden. Die Bären Maxi und Schnute fallen nicht in diese Kategorie. Das sind nur einige Gründe, die uns darin bestätigen und bestärken, dass die Bären im Bärenzwinger im Köllnischen Park in Berlin bleiben können. Die Voraussetzungen sind gegeben.

Ich kenne die Bären Maxi und Schnute seit vielen Jahren und bin regelmäßig vor Ort und stehe im engen Kontakt zu den Bärenpflegerinnen und auch zum Bezirks- und Grünflächenamt, auch zu Herrn Lüdcke (Berlins oberster Tierschützer) haben wir Kontakt. Den Bären Maxi und Schnute geht es gut, sie haben sich Winterspeck angefuttert und befinden sich zurzeit in der Winterruhe. Beide Bären sind schon im gesetzten Alter, auch das spielt eine Rolle. Beide Bären sind Handaufzuchten und die Bindung zu Ihren Pflegerinnen ist sehr stark.

Am 6. Februar 2008 versprach Herr Hertwig vom Bärenwald Müritz vor Zeugen, dem NDR Team, Herrn Presser (Grünflächenamt) und Herrn Bathe und mir vor laufender Kamera, dass die Bären Maxi und
Schnute bis zu Ihrem Lebensende in Berlin bleiben können. Danach wird es keine Bären mehr im Zwinger geben. Das sind Tatsachen, die ich hier aufgeführt habe. Sie bestärken uns in unseren Vereinsaktivitäten.

Mit freundlichen Grüßen
Christa Junge (Vorsitz Berliner Baerenfreunde e.V.)
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