Berliner Bärenfreunde e.V.

Montag, 12. November 2018

Die Postschneckenstele in Berlin / Marzahn

In der Vereinszeitung „Der Berliner Bär“ wurde im I. Quartal 2015 der Bär von Nikolaus Bode Warschauer -, Ecke Grünberger Straße in Berlin Friedrichshain vorgestellt. Dazu auch noch andere seiner Werke, wie die Postsäule in Berlin Marzahn.
Mit der Forschungsgruppe-Meilensteine e.V. arbeitet unser Verein eng zusammen und so entstand folgender Artikel, den wir Ihnen vorstellen möchten.

 

Wolfgang Fredrich: Forschungsgruppe-Meilensteine e.V.

Im Berliner Stadtteil Marzahn existiert eine Stele, die mit unauffälligen Motiven zur Postgeschichte ausgestattet ist. Sie wird auch „Postsäule“ genannt. Die Stele ist ein bauliches Schmuckelement auf einem jetzigen Busbahnhof, der sich an der Ecke Märkische Allee/Märkische Promenade befindet. In diesem Areal stand zuvor, im Zeitraum von etwa 1988-2003, das erst neu erbaute Hauptpostamt von Berlin-Marzahn (was auch mit einer Briefmarke gewürdigt wurde). Dieses Postgebäude, ein Dienstleistungszentrum und das Warenhaus am Marzahner Tor mussten der Umgestaltung zwecks Baus eines neuen Einkaufstempels namens EASTGATE Berlin weichen, welches 2005 eröffnet wurde. Der umgestaltete Busbahnhof mit der Stele wurde 2012 eröffnet.Die Poststele wurde 1989 vom Bildhauer Nikolaus Bode geschaffen und nahe der damaligen Hauptpost unweit des heutigen Standortes errichtet. Die Stele besteht aus Elbsandstein und ist 5 Meter hoch. An den senkrechten Kanten sind kleine Figuren aus Bronze angebracht.
Welche Motive sind nun auf dieser Stele zu erkennen? Würde man den Künstler dazu fragen, hieße seine Antwort vermutlich – wie so oft bei anderen Künstlern -: „Das muss jeder Betrachter für sich selbst entscheiden“.
Also muss ich entscheiden, was zu sehen ist und welche Bedeutung hineininterpretiert werden kann. –
Aus meiner Sicht enthält diese Plastik eine humorvolle und versteckte gesellschaftliche Kritik des Künstlers am Postwesen der DDR. Dazu muss man wissen, dass es zu DDR-Zeiten den umgangssprachlichen Begriff „Schneckenpost“ gab; der Begriff bezog sich auf die allgemein viel zu langsame Beförderung von Brief- und Paketsendungen. In der DDR war öffentliche Kritik an „staatlichen Organen“ unerlaubt. Insofern muss man den Mut des Künstlers bewundern. Folgende Details an der Stele finde ich besonders interessant:

Dank
Dieser Beitrag, der von der Forschungsgruppe Meilensteine e. V. (www.forschungsgruppe-meilensteine.de) 2016 erarbeitet wurde, entstand mit freundlicher Unterstützung von Christa Junge, Vorsitzende des Vereins Berliner Bärenfreunde e. V., www.bln-baerenfreunde-ev.de